Bei Flügen

Ministerium droht mit Prüfung der Vorkassepraxis

Lange Schlangen und Wartezeiten sorgen für Ärger bei Fluggästen und alarmieren die Politik.
Imago Images / i Imago
Lange Schlangen und Wartezeiten sorgen für Ärger bei Fluggästen und alarmieren die Politik.

Mit Blick auf etliche Flugausfälle und -verspätungen und die angebrochene Hauptreisezeit zieht das Verbraucherschutzministerium die Überprüfung der Vorkassepraxis bei Flügen in Betracht.

Das Haus von Ministerin Steffi Lemke (Grüne) appellierte einer Sprecherin zufolge an die Flugunternehmen, ihrer "gesetzlichen Pflicht zur Rückerstattung innerhalb von sieben Tagen proaktiv" nachzukommen, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. "Sonst wird man die Vorkassepraxis in ihrer jetzigen Form überprüfen müssen", sagte die Sprecherin der Zeitung. "Bei der Vorkassepraxis haben Fluggäste ein hohes Risiko, wenn es zu Flugausfällen oder Insolvenzen von Fluggesellschaften kommt."

Bei Flugbuchungen müssen Verbraucher die Kosten für Tickets in der Regel im Voraus bezahlen. In der Fluggastrechteverordnung ist geregelt, dass Rückzahlungen bei ersatzlos abgesagten Flügen innerhalb von sieben Tagen erfolgen müssen. Verbraucherschützer fordern schon länger eine Abschaffung der Vorkassepraxis. Dass Flüge in der Regel vorab bezahlt werden müssen, könne für Kunden ein erhebliches finanzielles Risiko bedeuten.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, sagte: "Selbstverständlich haben Passagiere ein Anrecht auf fristgerechte Rückerstattung ihres Ticketpreises, wenn sie ihren annullierten Flug nicht umbuchen wollen." Grundsätzlich habe zudem jeder Reisende auch heute schon die Wahl, ob er frühzeitig buchen will und damit über die Vorauskasse Frühbucherrabatte nutzen oder sehr kurzfristig vor Reiseantritt buchen und bezahlen möchte.

Kein Flugchaos am Samstag


Unterdessen blieb am Samstag die Lage an den meisten Flughäfen einigermaßen entspannt, so etwa zum Ferienbeginn in Hamburg und in München. Am zweiten Ferienwochenende in Nordrhein-Westfalen strichen die Airlines zwar wieder etliche Flüge: Am Flughafen Köln/Bonn fielen nach Angaben des Flughafens Starts nach London, Palermo, Edinburgh, Nizza, München oder Pisa aus. Ein ähnliches Bild gab es am Flughafen in Düsseldorf.

Grundsätzlich aber hat sich die Lage im Westen deutlich entspannt. Reisende mussten sich in Düsseldorf am späten Vormittag auf Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen von bis zu 20 Minuten einstellen. Die Zeiten bei der Gepäckabfertigung variierten je nach Fluglinie. Nach der Beobachtung eines dpa-Mitarbeiters blieb die Länge der Schlangen vor den Schaltern im Rahmen. Am Flughafen Köln/Bonn bildeten sich zwar ebenfalls Warteschlangen. Nach Angaben einer Sprecherin aber liefen alle Prozesse im Terminal geordnet und ruhig ab.

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.



stats