Aus nach wenigen Wochen

Tel Aviv Air meldet Insolvenz an

Paul Scodellaro und Shlomo Almagor mussten nur wenige Wochen nach dem Erstflug Insolvenz für Tel Aviv Air anmelden.
Tel Aviv Air
Paul Scodellaro und Shlomo Almagor mussten nur wenige Wochen nach dem Erstflug Insolvenz für Tel Aviv Air anmelden.

Gut zwei Monate nach dem Erstflug muss Tel Aviv Air beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz anmelden. Dabei waren die Geschäftsführer Paul Scodellaro und Shlomo Almagor mit großen Hoffnungen gestartet.

Auf der Homepage von Tel Aviv Air ist bislang nur von einer Einstellung des Flugbetriebs bis 21. Mai aus technischen Gründen die Rede. Ob die Airline danach wirklich wieder abhebt, bleibt abzuwarten. Die Geschäftsführer Paul Scodellaro und Shlomoa Almagor mussten jetzt jedenfalls Insolvenz anmelden, wie zuerst die "Wirtschaftswoche" berichtete. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Hamburg Dietmar Penzlin von der Kanzlei SJPP in Hamburg.



Der ehemalige Germania-Manager Scodellaro und Reiseunternehmer Almagor hatten die Idee zu einer Fluggesellschaft, die die Hansestadt mit der israelischen Metropole Tel Aviv verbindet, schon vor gut zwei Jahren. Die Corona-Krise hatte jedoch mehrmals einen Start verhindert. Anfang März 2022, gut zwei Wochen nach Ausbruch des russischen Überfalls auf die Ukraine, war Tel Aviv Air dann aber zum Erstflug von der Elbe in Richtung Mittelmeer gestartet. Geplant war, zweimal die Woche, jeweils donnerstags und sonntags, ab Hamburg nach Tel Aviv zu fliegen. Airline-Partner waren auf den ersten Flügen die polnische Enter Air beziehungsweise von Ende März an die zyprische TuS Airways.



Mit Tel Aviv Air wollte Scodellaro an das frühere Angebot von Germania in Richtung Israel anknüpfen. Im Blick hatte das Unternehmen Urlauber, Geschäftsreisende und Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Norddeutschland. Auch hiesige Reiseveranstalter sollen an der neuen Verbindung erhebliches Interesse gezeigt haben, wie der Airline-Chef Anfang März gegenüber fvw|TravelTalk erläuterte. Mittelfristig wolle man einen Ladefaktor von 75 Prozent erzielen, erklärte Scodellaro damals.
2 Kommentare Kommentieren

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1.
Dieter Eichmann
Erstellt 16. Mai 2022 11:18 | Permanent-Link

Wieder ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass auch Airlines eine Ausfallversicherung haben müssen, wie Reiseveranstalter.

thomas schemer
Erstellt 16. Mai 2022 14:43 | Permanent-Link

@Dieter Eichmann: Oder keine Vorkasse.
Aber die Airliner fürchten, dass die Zahlungsmoral der Kunden mit der eigenen vergleichbar ist.



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