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Starke Zuwächse für Chinas Luftverkehr

Im chinesischen Tianjin lässt Airbus A-320 schon länger endmontieren.
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Im chinesischen Tianjin lässt Airbus A-320 schon länger endmontieren.

Weil China in den nächsten 20 Jahren mehr als 5000 neue Flugzeuge benötigt, expandiert Airbus kräftig in Fernost. Doch auch Konkurrent Boeing und ein chinesischer Newcomer wollen ein großes Stück vom Kuchen abhaben.

Trotz einer sich abschwächenden Wirtschaft rechnet der Flugzeug-Hersteller Airbus in China in den nächsten Jahren mit guten Geschäften. „Wir sind weiterhin optimistisch“, sagte Eric Chen, China-Chef von Airbus, vor einer Spatenstich-Zeremonie für ein neues Auslieferungszentrum in der ostchinesischen Stadt Tianjin. Getrieben von einer großen Nachfrage chinesischer Fluggesellschaften sollen bis 2020 rund 2000 Maschinen von Airbus in China in Betrieb sein – das wären 750 mehr als derzeit.

Mit Zuwächsen von voraussichtlich zehn Prozent jährlich, werde der Flugzeugmarkt in China deutlich schneller als die chinesische Wirtschaft wachsen. Laut Chen können sich in China immer mehr Menschen Flugreisen leisten. Gelockerte Visabestimmungen für Chinesen haben zudem zu einem deutlichen Anstieg von Auslandsreisen geführt.

Milliardenschwere Großbestellungen

Airbus verzeichnete bereits in den vergangenen Jahren eine steigende Zahl von Großaufträgen chinesischer Airlines. Erst im Oktober, beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking, bestellten die Chinesen 130 neue Maschinen der Typen A-320 und A-330 für 15,5 Mrd. US-Dollar. Bereits im Sommer hatte Airbus 45 Maschinen der Reihe A-330 nach China verkauft. Beide Seiten vereinbarten damals auch den Bau des neuen Auslieferungszentrums in Tianjin.

In dem neuen Werk sollen Flugzeuge des Typs A-330 lackiert und mit Kabinenteilen ausgerüstet werden. Von Ende 2017 an sollen von dort zunächst 24 Maschinen jährlich an Kunden ausgeliefert werden. Airbus betreibt in Tianjin schon seit 2008 eine Montage für Flugzeuge der A-320-Familie.

Airbus erwartet, dass in den nächsten 20 Jahren 5400 neue Passagier- und Frachtjets in China benötigt werden. Bis 2034 werde das Land mit 1,7 Mrd. Passagieren pro Jahr die USA als größten Luftfahrmarkt der Welt überholen.

Doch auch andere wollen ein Stück von diesem Kuchen abhaben: Als Chinas Präsident Xi Jinping vergangenes Jahr in die USA reiste, bestellten die Chinesen auf einen Schlag 300 Jets bei Airbus-Konkurrent Boeing. Der US-Konzern kündigte damals ebenfalls an, sein erstes Werk in China eröffnen zu wollen.

Dass China Hersteller dazu drängt, ihre Produktion in die Volksrepublik zu verlagern, kommt auch dem Aufbau der chinesischen Luftfahrt-Industrie zugute, weil chinesische Hersteller schnell von den Marktführern lernen.

Konkurrenz für kleinere Jets von Airbus und Boeing

In Schanghai ist im November mit der C-919 des staatlichen Herstellers Comac der erster Mittelstreckenflieger aus rein chinesischer Fertigung aus der Halle gerollt gelaufen. Das Flugzeug soll dieses Jahr zu seinem ersten Testflug starten und in drei Jahren in den kommerziellen Betrieb kommen. Auch wenn Comac noch weit zurückliegt, warnen Experten Airbus und Boeing, sich vor der chinesischen Konkurrenz in Acht zu nehmen. Schließlich bestimme in China der Staat, von welchem Flugzeug-Hersteller die Staats-Airlines künftig kaufen. (dpa)

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