Ärger an den Passagierkontrollen

Airline-Verband BDF hält Streiks für überzogen

Flughafen Hamburg: Die Passagierkontrolle wird am Dienstag durch Verdi bestreikt.
FVW Medien/HMJ
Flughafen Hamburg: Die Passagierkontrolle wird am Dienstag durch Verdi bestreikt.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) reagiert angefasst auf die aktuell laufenden Streiks der Gewerkschaft Verdi an etlichen Flughäfen. Bestreikt werden die Passagierkontrollen an mehreren Airports.

Verdi will mit den am Montag und am heutigen Dienstag durchgeführten Warnstreiks Gehaltserhöhungen durchsetzen, die laut BDF völlig überzogen sind. BDF-Geschäftsführer Michael Engel berichtet von Forderungen in Höhe von bis zu 40 Prozent mehr, die Verdi im Rahmen der Tarifauseinandersetzungen durchsetzen will. Gestreikt wird heute den Plänen von Verdi zufolge in Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden. In Hamburg etwa ging wegen des Arbeitskampfes am Dienstag so gut wie gar kein Flug raus. Alle Abflüge wurden laut Airport gestrichen und viele Flüge auf Mittwoch verlegt.

"Niemand hat Verständnis für diese Streiks. Es sind auch keine Warnstreiks mehr. Vielmehr versucht Verdi überzogene und völlig unsolidarische Forderungen auf Kosten der Passagiere und zu Lasten der besonders krisengebeutelten Luftverkehrsbranche durchzusetzen", wettert Engel. Diese Streiks sabotierten die weitere Erholung des Luftverkehrs und verursachten durch die vielen Flugausfälle weiteren wirtschaftlichen Schaden für alle in der Branche.

In der Tat haben die kurzfristigen Streikankündigungen zu hundertfachen Annullierungen geführt. Reisenden wird in diesen Tagen daher dringend empfohlen, sich bei ihrer jeweiligen Fluggesellschaft zu erkundigen, ob ihr Flug stattfindet und ausreichend Zeit vor Ort einzuplanen.



Verdi hat mit dem heutigen Dienstag seit dem 23. Februar bereits zum sechsten Streiktag aufgerufen. Airline-Vertreter Engel fordert mit Nachdruck dazu auf, dass die Tarifparteien an den Verhandlungstisch zurückkehren sollten. Handlungsspielraum haben die Airports und Fluggesellschaften nicht: Die Passagierkontrollen in Deutschland sind eine hoheitliche Aufgabe des Staates. Zuständig sind das Bundesinnenministerium und die Bundespolizei, die private Sicherheitsdienstleister mit der Durchführung der Kontrollen beauftragt.

Konstruktive Gespräch statt Streik

Unterstützung erhält der BDF vom Airline-Verband Barig. Deren Generalsekretär Michael Hoppe zeigt ebenfalls keinerlei Verständnis für den durch Streiks bekräftigten Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS): "Derartige Arbeitskampfmaßnahmen werden auf dem Rücken unbeteiligter Dritter ausgetragen. Jeder einzelne Streiktag hat durch Flugausfälle und massive Verspätungen unmittelbare Folgen für mehrere 10.000 Fluggäste und fügt dem Luftverkehr in Deutschland immensen Schaden zu – und das in einer Phase, in der es nach vielen Monaten der pandemiebedingten Krise Anzeichen für eine Erholung gab." Hoppe ruft die Tarifparteien dringend zu konstruktiven Gesprächen auf.
 

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