Verbund Four Beyond

Netzwerken fürs Feine und Lukrative

Sie wollen kleine, feine Adressen zusammenbringen: Katharina Herbst, Nataša Manic und Tracy Neureuther.
Clemens Hess Fotografie
Sie wollen kleine, feine Adressen zusammenbringen: Katharina Herbst, Nataša Manic und Tracy Neureuther.

Mit Four Beyond ist seit zwei Jahren ein Netzwerk aktiv, das Nischenveranstalter und Reisebüros mit kleinen Leistungsträgern, die bei großen Veranstaltern durchs Raster fallen, zusammenbringt.

Am Anfang stand der Frust, zumindest das steigende Unbehagen darüber, dass sich kleine Anbieter für außergewöhnliche Reisen im Markt immer weniger entfalten können.

Reisebüros empfanden die starke Abhängigkeit von großen Veranstaltern als zunehmend hinderlich, was sich häufig darin zeigte, dass Veranstalter nicht erreichbar waren oder keine Auskünfte geben konnten. Zimmerbestätigungen ließen auf sich warten, komplexe Anfragen überforderten die Ansprechpartner und insgesamt war ein effizientes Arbeiten nicht möglich. So schildert Hotelrepräsentantin Tracy Neureuther die Situation noch vor Corona.

Katharina Herbst, die viele Jahre für den Luxusreisen-Anbieter Airtours tätig war, und die Hotelrepräsentantin Nataša Manic hatten ähnliche Erfahrungen in Gesprächen mit Nischenveranstaltern, Reisebüros und kleinen Hotels gemacht.

Den kleinen Hotels eine Chance geben

Wenn es keinen Platz für die Kleinen gibt, müssen wir ihn schaffen, lautete die Schlussfolgerung des Trios. So entstanden die ersten Überlegungen zu Four Beyond, einem Netzwerk von Leistungsträgern (Places genannt) und Reisebüros und Nischenveranstaltern (Agents).

Die Idee kam an: Den Anfang machten 20 Agenturen, ein Mix aus Nischenanbietern, ausgewählten Franchise-Büros, komplett unabhängigen Reisebüros bis hin zum Reisebüro als One-Woman-Show. Veranstalter-gebundene Büros waren und sind nicht dabei, denn die Unabhängigkeit gehört zu den Kernmerkmalen von Four Beyond.

Mitmacher gesucht statt Mitläufer

Wobei die Anforderungen an die Mitglieder anspruchsvoll sind. "Unser Grundgedanke lautet Teilen im Sinne von: den Erfahrungsaustausch zu suchen, Hilfe zu leisten, sich zu unterstützen und sich so gemeinsam weiterzuentwickeln", sagt Tracy Neureuther.

Das heißt, die Mitglieder erwarten, dass alle sich einbringen und das Netzwerk mit Leben füllen. Wer sich passiv verhält, ist fehl am Platz. "Im Kern geht es also um Geschäfte machen und Netzwerken unter Experten", so Neureuther.

Empfehlung entscheidet über Beitritt

Derzeit machen 51 Agents und 135 Mitgliedhotels und Tour-Leistungsträger mit. Der Beitritt eines Reisebüros oder Nischenveranstalters ist über eine Empfehlung aus dem Kreis der Mitglieder möglich oder darüber, "deutlich zu machen, dass die Bewerberin oder der Bewerber unsere Philosophie teilt", so Neureuther.

Das Procedere gilt für Hotels gleichermaßen, wobei Hotelketten wenig vertreten sind. Was für Zugkraft sorgt: Four Beyond garantiert den Mitgliederagenturen 15 Prozent Provision von jedem Leistungsträger.

Gestaffelte Beiträge

Die Mitgliedschaft kostet Agenturen abhängig von der Größe des Büros einen zwei- bis dreistelligen Betrag monatlich. Auch Hotels zahlen gestaffelt nach Größe. "Sie können über unser Netzwerk regelmäßig zielgenau kommunizieren, Updates platzieren und über unsere Newsletter und ein speziell programmiertes Forum aktuell über Neuheiten berichten und für eine maximale Sichtbarkeit sorgen", wirbt Neureuther.

Die Plattform bahnt Geschäfte an, sie ist kein Vertriebskanal. Die Geschäftsabwicklung erfolgt bilateral. Allerdings sind weitere technische Entwicklungen für die Plattform bereits in der Planung, kündigt Tracy Neureuther an. Ein Netzwerk als Buchungsmaschine? Details will sie noch nicht nennen.

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