Scharfe Kritik an Airline

Auch Bentour Reisen verzichtet auf Ryanair-Flüge

Bentour-Reisen-CEO Deniz Ugur zeigt sich äußerst unzufrieden mit Ryanair.
Bentour
Bentour-Reisen-CEO Deniz Ugur zeigt sich äußerst unzufrieden mit Ryanair.

Schauinsland-Reisen gab kürzlich bekannt, auf dynamische Angebote mit Ryanair zu verzichten. Nun sagt Bentour-CEO Deniz Ugur, dies gelte auch für seinen Veranstalter – und er greift die Airline scharf an.

Der Low Cost Carrier habe in der Corona-Krise ein "absolut unpartnerschaftliches Geschäftsgebaren" gezeigt, sagt der Chef des Türkeispezialisten Bentour Reisen im Gespräch mit fvwITravelTalk. Eine weitere Zusammenarbeit sei deshalb für ihn "unmöglich" gewesen.

Bereits vor etwa einem Jahr habe Bentour Reisen daher eingestellt, dynamische Angebote mit Flügen von Ryanair zu paketieren. "Da gibt es andere Carrier, die deutlich fairer und verlässlicher mit ihren Geschäftspartnern umgehen", erläutert Ugur. Als Beispiele nennt er Sun Express und Condor.


Konkret wirft er Ryanair vor, seinen Verpflichtungen bei der Entschädigung von Kunden im Hinblick auf Corona-bedingt abgesagte Reisen nicht nachgekommen zu sein. "Stattdessen hat Ryanair die Kosten auf uns abgewälzt, die wir selbstverständlich auch übernommen haben, damit unsere Kunden zufrieden sind."

Der finanzielle Schaden, der Bentour dadurch entstanden sei, sei zwar "überschaubar", sagt Ugur. "Aber die Entwicklung war für uns eben Grund genug, die Zusammenarbeit mit Ryanair zu beenden."

Auf eine Anfrage von fvw|TravelTalk, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, hat Ryanair bisher nicht reagiert.

Bereits Anfang der Woche hatte Schauinsland-Reisen auf Anfrage von fvw|TravelTalk mitgeteilt, bei paketierten Angeboten auf Ryanair-Flüge zu verzichten – die Entscheidung jedoch anders begründet: Sie sei "das Resultat von vielen technischen Buchungsproblemen", so das Unternehmen. Die Probleme hätten "sowohl für uns, als auch für unsere Reisebüro-Partner und Kunden viele Schwierigkeiten mit sich gebracht".

Zudem signalisierte Schauinsland-Reisen seine grundsätzliche Bereitschaft, wieder mit Ryanair zusammenzuarbeiten, sobald die Probleme behoben sind. "Wir wissen, dass wir viele Partner haben, in deren Regionen die Flughäfen von Verbindungen mit Ryanair abhängig sind", so das Unternehmen. "Schon allein deswegen werden wir Ryanair zukünftig sicher auch wieder buchen, wenn es denn technisch ohne Schwierigkeiten möglich ist."

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