Qualitätssteigerung

FTI will Zahl der eigenen Hotels verdoppeln

FTI-Hotelchefin Sabine Dorn-Aglagul soll die Zahl der FTI-eigenen Hotels in kurzer Zeit verdoppeln.
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FTI-Hotelchefin Sabine Dorn-Aglagul soll die Zahl der FTI-eigenen Hotels in kurzer Zeit verdoppeln.

Mit Sabine Dorn-Aglagul hat FTI Touristik in München eine erfahrene Macherin für die Hotelsparte unter Vertrag. Sie hat viel vor. Unter anderem soll sie das FTI-eigene Hotelportfolio bis 2026 auf mehr als 120 Häuser verdoppeln.

Labranda, Kairaba, Lemon & Soul, Design Plus, Club Sei und Managed by MP Hotels – unter diesen Marken vertreibt FTI seine aktuell 62 eigenen Hotels. Doch da blickt kaum ein Kunde durch. Das sagt auch Sabine Dorn-Aglagul. "Es sind zu viele, und sie sind nicht trennscharf ausgerichtet", urteilt die Frau, die bei FTI als CEO die Hotelsparte führt.
Die Hotelwelt der FTI Touristik
  • FTI ist ein Reiseveranstalter mit Zielgebietsagentur (Meeting Point International) und einem eigenen Hotelportfolio aus aktuell 62 Häusern, von denen 50 in Betrieb sind. Acht gehören der FTI-Gruppe selbst.
  • Die anderen zwölf werden aktuell modernisiert. Die Unterkünfte, in der Regel Vier- und Fünf-Sterne-Häuser, werden unter sechs Marken angeboten: Labranda Hotels & Resorts (33 Häuser), Kairaba Hotels & Resorts (vier Häuser), Design Plus Hotels & Resorts (zwei), Lemon & Soul (zwei), Managed by MP Hotels (zwölf) und Club Sei (kein Haus in Betrieb).
  • Die Häuser befinden sich Spanien, Ägypten, der Türkei, Griechenland, Italien, Malta, Kroatien und Marokko.

Da aufzuräumen, das steht auf der langen To-do-Liste der 51-Jährigen. Höhere Prioritäten räumt sie allerdings erst einmal anderen Punkten ein. Sie will zuvor die Qualität der Häuser optimieren und die Zielgruppenansprache schärfen, bevor sie das Markenthema angeht. "Das FTI-Hotelportfolio ist seit 2015 sehr schnell gewachsen", sagt sie. Dafür lautet ihre Losung nun: "Weg vom Massengeschäft, hin zum Premiumgast." Ihr Ansatz ist, mehr Reiseerlebnis zu bieten – und dabei mehr Geld rauszuholen, etwa über neue Gastronomieangebote in bisherigen All-Inclusive-Häusern.

Der neue FTI-Premiumgast darf künftig von der Buchung bis zur Heimkehr auf ein gutes und verlässliches Preis-Leistungs-Verhältnis bauen. In ihrem Bereich hat Dorn-Aglagul dafür jüngst unter anderem die Travelife-Nachhaltigkeitsstandards implementiert und zehn Willkommensregeln eingeführt: So sollen künftig die FTI-Hotelgäste in allen Häusern mit Namen begrüßt und während des Aufenthalts so angesprochen werden. Bei Ankunft soll ihnen ein landestypischer Drink kredenzt werden.

Bessere Zufriedenheitsqutoe bei Holidaycheck

Die erste Hürde ist genommen: Bei Holidaycheck erreichen 75 Prozent der Hotels jetzt eine Zufriedenheitsquote von mindestens 80 Prozent. "Da waren wir vor zwölf Monaten noch nicht", so die 51-Jährige.

Auf ihrer Inspektion hat sie zuvor ausgeguckt, wo schnell investieren muss. Drei Häuser hat sie auserkoren, in denen aktuell unter anderem die Zimmer aufgemöbelt oder mehr Familienzimmer geschaffen werden.  Dabei handelt es sich um die FTI-Bestseller Labranda Marine Aquapark Resort auf Kos, Labranda Mares Marmaris in der Türkei und Labranda Rocca Nettuno Tropea in Italien handelt, allesamt in FTI-Eigentum, ist dabei Teil ihrer Überlegungen.
Italienisches Leben genießen: Im Labranda Rocco Nettuno Tropea ist das möglich.
FTI Touristik
Italienisches Leben genießen: Im Labranda Rocco Nettuno Tropea ist das möglich.

2023 werden, so Geld vorhanden ist, die nächsten drei bis vier Häuser im Sinn des Kunden optimiert werden. "Ziel ist ein möglichst einheitliches Leistungsversprechen", erklärt Dorn-Aglagul die FTI-Strategie. Das soll auch beim erwähnten Hotelwachstum eingehalten werden: Bis 2026 will sie die Zahl der Häuser mehr als verdoppeln.

Eine Hotelmarke für Paare, eine für Familien

"Dabei ziele ich auf langfristige Management- und Franchise-Verträge ab. So können wir Einfluss nehmen, sind aber in erster Linie für das Füllen der Häuser verantwortlich", erklärt die Expertin ihren Ansatz der Risikominimierung. Die ist auch mit Blick auf die angestrebten Märkte Ziel: Ägypten, Griechenland, die Türkei, Italien und Kroatien – wo FTI bereits stark ist, soll der Fußabdruck noch vergrößert werden.

Gefüllt werden soll auch das Plus an Häusern wie gehabt: über viele Kanäle, Booking inklusive. Noch etwas Zeit will sich Dorn-Aglagul mit der Markenfrage lassen. Erste Ideen hat sie auf ihrer Hoteltour entwickelt. "Da zwei Drittel unserer Gäste Familien sind und ein Drittel Paare, ist eine Marke für Familienhotels und eine für Adults-Only-Häuser sinnvoll", sagt sie. "Ob die dann Labranda und Kairaba heißen, das werden wir noch sehen", bleibt Dorn-Aglagul vage und schiebt nach: "Mitte 2023 wissen wir dazu bereits mehr."
Sabine Dorn-Aglagul
Karriere: Nach dem Tourismusstudium in München startete Sabine Dorn-Aglagul ein Trainee-Programm bei Hilton und blieb insgesamt 15 Jahre. Es folgten Führungspositionen im In- und Ausland bei Starwood und Mövenpick. Nach der Mövenpick-Übernahme durch Accor war sie dort zuletzt im Invest-Bereich tätig. Hotelinvestitionen sind nun auch bei FTI eines ihrer Themen.
Privat: Die 51-Jährige ist in Eichstätt geboren und bei Ingolstadt aufgewachsen. Sie lebt mit ihrem Mann, einem türkischen IT-Experten, in Aying. In der Freizeit ist sie viel mit ihren beiden Hunden oder dem Mountainbike unterwegs.

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