Der Safari Guru kennt das "echte" Afrika

Seit seiner ersten Reise nach Afrika war Thomas Goosmann, Gründer von Safari Guru, "für immer gefesselt".
Safari Guru

Aus Nordhorn bis nach Kapstadt und Nairobi: Für Thomas Goosmann vom Schweizer Afrika-Spezialisten Safari Guru ist Reisen zu veranstalten eine Berufung. Kunden will er das "echte" Afrika zeigen.

Goosmann kann nicht anders: Beim Erzählen über Afrika gerät er immer wieder ins Schwärmen. "Ein unglaubliches Naturwunder! Einzigartig auf unserem Planeten!", sagt er etwa über die Herdenwanderungen in der Masai Mara in Kenia. "Tausende Gnus und Zebras müssen einen Fluss überqueren, in dem es vor Krokodilen nur so wimmelt – und auf der anderen Seite warten schon die Löwen."

"Sofort für immer gefesselt"

1988 reiste Goosmann erstmals nach Afrika. Für die damalige LTU Touristik sollte er Hotelbetten einkaufen. Er war sofort "für immer gefesselt".
 
Heute ist der Schwarze Kontinent für den gebürtigen Nordhorner und Wahlschweizer längst zur zweiten Heimat geworden. Insgesamt neun Jahre hat er hier gelebt. Seine Tochter wurde in Kapstadt geboren. Mindestens fünfmal pro Jahr ist der 55-Jährige auf Dienstreise in Afrika.
Safari-Experte, Völkerversteher, Genussmensch: Wäre er nicht in der Touristik gelandet, glaubt Goosmann, wäre er wohl Diplomat geworden.
Safari-Experte, Völkerversteher, Genussmensch: Wäre er nicht in der Touristik gelandet, glaubt Goosmann, wäre er wohl Diplomat geworden.
Safari Guru

Von den Gorillas in Ruandas Regenwäldern bis zu den Wasserwegen des Okavangodeltas in Botswana: Über 50 Nationalparks hat der "Safari-Guru" erkundet. Goosmann, der Genießer, kennt aber auch Nairobis beste Bars und ist ein leidenschaftlicher Golfer (Handicap 21).

Seine 2016 gegründeten Firmen – der Veranstalter Safari Guru und die Destination Management Company Africa 220 – haben Büros in Kapstadt und Nairobi. Kenias Hauptstadt ist ideal als Drehkreuz für die 17 Subsahara-Länder im Portfolio. "Vor allem unsere deutschsprachigen Gäste schätzen die Sicherheit und den Service, dass immer jemand vor Ort ist."
Andere Welt: der Turkanasee in Kenias Wüste. Beliebte Ziele von Safari Guru sind Kenia, Tansania, Sansibar, Namibia, Botswana und Südafrika.
Safari Guru

Security in der Savanne

Seine Gäste – Paare, aber auch kleine Gruppen und Familien – möchten individuell und maßgeschneidert reisen, sagt er. Beliebt sei die Kombination aus Safari und Strand mit authentischen Einblicken ins lokale Leben.

Einmal hat Goosmann eine Safari für ein arabisches Königshaus geplant – inklusive Security in der Savanne, VIP-Hubschrauber und nach Geschlechtern getrennten Ausflügen. Fast alles geht also: Radsafari durch einen Nationalpark, Besteigung des Kilimandscharo, das "zufällige" Entdecken eines Rohdiamanten in einem Flussbett oder ein Heiratsantrag auf Kapstadts Lion's Head – Goosmanns Team macht es möglich.
Geschmortes Fleisch, Maisbrei, Gemüse, Brot, Reis, viel Sauce und viel Spaß: Dinner bei einer Großfamilie sind oft Teil der Reisen.
Geschmortes Fleisch, Maisbrei, Gemüse, Brot, Reis, viel Sauce und viel Spaß: Dinner bei einer Großfamilie sind oft Teil der Reisen.
Safari Guru

Erlebnisse fernab der gewohnten Welt

Vier- bis fünfmal pro Jahr lässt es sich der Chef nicht nehmen, Reisen zu begleiten und seinen Kunden – so der Claim auf der Website – das "echte" Afrika zu zeigen.

Wie zum Beispiel am Turkanasee in Kenia: Wegen der extremen Hitze dort sei für die Stämme Wasser so viel wert wie Gold, weiß Goosmann jetzt. "Die Kultur dort ist unvergleichlich, kaum Touristen, ein Erlebnis fernab der gewohnten Welt."

Selfmademan aus Nordhorn
Der gelernte Hotelfachmann arbeitete zuerst 13 Jahre für LTU Touristik: Bei Meiers Weltreisen war er für den Einkauf von Hotels und Fernstrecken zuständig. Ab 2003 baute er für die Schweizer Kuoni-Gruppe unter anderen das Destination Management in Kapstadt auf. Nach der Zerschlagung des Konzerns gründete er 2016 die Destination Management Company Africa 220 und den Veranstalter Safari Guru mit Sitz in Rotkreuz in der Schweiz und einer Zweigstelle im niedersächsischen Holzminden.
Kulturaustausch mit nachhaltiger Unterstützung der Menschen vor Ort sei vielen Kunden wichtig, sagt er. Darum starten viele Touren mit einem Abendessen bei einer lokalen Großfamilie. "Da wird viel gelacht und über das Leben in Deutschland gesprochen und mit dem in Afrika verglichen. Und immer kocht die Mama."

Safari Guru unterstützt eine Massai-Grundschule in Kenia mit Sach- und Lehrmitteln. Vor Kurzem hat ein Kunde die neue Schulküche finanziert. Dazu arbeitet Goosmann wenn möglich mit kleinen und mittelständischen Anbietern zusammen. Etwa 70 Prozent des Reisepreises bleiben so auf dem Kontinent.
Goosman unterstützt die Grundschule Mara Rianta in Kenia. Neulich hat ein Kunde die neue Schulküche finanziert.
Safari Guru

Afrika-Trip inmitten der Pandemie

Im November 2020 besuchte Goosmann Safari-Camps in Tansania, Sansibar und Kenia. Alle hatten kaum Gäste. "Die Mitarbeiter waren dennoch so herzerfrischend positiv, das hatte ich nicht erwartet. Draußen in der Steppe ist das Thema Covid-19 vielen unbekannt, die Menschen verstehen es nicht. Sie sind auch alle gesund und munter, warum also aufregen?"  

Wegen der Pandemie brach der Umsatz 2020 um 65 Prozent ein. Einige Angestellte hat Goosmann monatelang aus der eigenen Tasche bezahlt. Dennoch ist die Mitarbeiterzahl von 54 auf aktuell 29 geschrumpft.

Safari Guru _ Goosman


Für 2022 gehen jedoch wieder viele Anfragen ein, auch wenn sich die Kunden Zeit lassen mit der Buchung. Goosmann schiebt das auf die "verwirrenden Reisewarnungen und stetigen Anpassungen. Wir bieten darum großzügige Stornoregeln an, um Flexibilität zu garantieren."

Seit Kurzem setzt Safari Guru auch auf den Counter. Goosmann ist sich sicher, dass "inhabergeführte Spezialisten mit ausgeprägtem Kundendienst und Erreichbarkeit auch an den Wochenenden ein Mehrwert für die Reisebüros sind".

Goosmann sieht sich übrigens auch als Spezialist für Afrika-Anfänger. Ein besonderer Neuling war seine Frau Carmen, eine Dominikanerin. Der Safari-Guru zeigte ihr seine andere große Liebe "gleich mal richtig". Auf Selbstfahrertour ging es durch Namibia, Sambia und Botswana, geschlafen wurde im Dachzelt.
stats