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Rainbow Garden Village bietet Aufenthalte mit Sinn

Urlaub mal anders: Die Impact-Travel-Reisen von Steffen Mayer, Gründer von Rainbow Garden Village, verbinden nachhaltiges Engagement und Tourismus.
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Urlaub mal anders: Die Impact-Travel-Reisen von Steffen Mayer, Gründer von Rainbow Garden Village, verbinden nachhaltiges Engagement und Tourismus.

Der Veranstalter Rainbow Garden Village aus München bietet eine spezielle Form des Reisens an: eine Kombination aus nachhaltigen Freiwilligendiensten in Asien und Afrika mit klassischem Tourismus danach – lebensverändernde Erfahrungen gibt es inklusive.

Steffen Mayer, Gründer von Rainbow Garden Village (RGV), gibt zu: "Auch nach über 20 Jahren als Veranstalter ist mir die touristische Welt immer noch etwas fremd." Um diese Aussage zu verstehen, ist es gut zu wissen, wie RGV gestartet ist und in was für einem besonderen Markt sich der Münchner Spezialist bewegt.

Mayer (42) studierte Lehramt, als er 1999 für ein Schulpraktikum nach Afrika reiste. Aus den geplanten vier Wochen wurden drei Jahre. In dieser Zeit baute er am Lake Bosomtwe in Ghana das Rainbow Garden Village auf: ein kleines Dorf mit einfachen Hütten inmitten eines tropischen Gartens. Dorthin lud er Kommilitonen von seiner Heimatuniversität ein, um ihm beim Unterricht von Kindern und Erwachsenen in den umliegenden Dörfern zu helfen.

Das war der Beginn von RGV.
Anfänge: 1999 reiste Steffen Mayer erstmals nach Afrika – und blieb dort gleich zwei Jahre. In seiner Zeit in Ghana gründete er Rainbow Garden Village, damals noch eine NGO.
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Anfänge: 1999 reiste Steffen Mayer erstmals nach Afrika – und blieb dort gleich zwei Jahre. In seiner Zeit in Ghana gründete er Rainbow Garden Village, damals noch eine NGO.

Mayer sieht sich nicht als "Weltverbesserer"

Aus der einstigen NGO ist längst ein mittelständischer Reiseveranstalter mit 45 Mitarbeitern im In- und Ausland gewachsen. Die Freiwilligendienste – Volunteering auf Englisch – sind das Fundament von RGV. Vor der Corona-Pandemie hat man jährlich mehr als 1200 Freiwilligeneinsätze ermöglicht, vor allem in afrikanischen und asiatischen Entwicklungs- und Schwellenländern, aber längst auch in Lateinamerika und Europa.

"Wir sind keine Weltverbesserer", sagt Steffen Mayer über das RGV-Motto "Make a little Big change". "Aber wir ermöglichen Auslandsaufenthalte mit Sinn und leisten so einen kleinen Beitrag zur nachhaltigen Unterstützung der Menschen direkt vor Ort."
Impact Travel während der Pandemie
RGV aktualisiert ständig eine Liste von Ländern, die in Pandemiezeiten "nach bestem Gewissen und Ermessen", so Steffen Mayer, noch zu bereisen sind. Zurzeit seien etwa 40 Teilnehmer in Tansania. Die Corona-Krise sei für RGV eine "bittere Pille", insbesondere für die Projekte vor Ort. In Deutschland bekomme man zwar Überbrückungshilfe, in den selbst organisierten Hilfsprojekten, Unterkünften und bei den Mitarbeitern in den Zielländern komme davon aber nicht viel an.

250 eigene Projekte zählen zur RGV-Familie, sowohl im sozialen, medizinischen, ökologischen und handwerklichen Bereich als auch im Tierschutz. Zu den gefragtesten Freiwilligendiensten gehören etwa ein Women-Empowerment-Programm in Tansania, ein Wüstenelefant-Projekt in Namibia und ein Zentrum für benachteiligte Kinder in Südafrika. Einsätze in Waisenhäusern werden seit 2016 nicht mehr angeboten.

Sogar Senioren buchen mittlerweile

Vorrangig buchen noch immer Abiturienten und Studenten. Aber jüngst ist vor allem die Zahl der Berufstätigen, die sich in einem Sabbatical sinnvoll im Ausland engagieren möchten, stark gewachsen. Und sogar Best Ager buchen mittlerweile.

Kurzeinsätze sind nicht erlaubt, die Mindestdauer beträgt zwei Wochen. Um bei den Teilnehmern die richtige Erwartung zu schaffen, werden sie intensiv vorbereitet, und vor Ort stehen den Volunteers RGV-Teams zur Seite.
Nachhaltige Hilfe vor Ort: Steffen Mayer (zweiter von rechts) mit Volunteers und Projekt-Mitarbeitern in einem Childhood Care Centre in Namibia.
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Nachhaltige Hilfe vor Ort: Steffen Mayer (zweiter von rechts) mit Volunteers und Projekt-Mitarbeitern in einem Childhood Care Centre in Namibia.

Viele Volunteers buchen nach ihren Einsätzen eine Tour. Diese Verknüpfung bezeichnet RGV als "Impact Travel" – als eine Reise mit Wirkung. Tatsächlich trifft die Tourismusphrase "In fremde Kulturen eintauchen" hier voll zu. Denn durch die gemeinnützige Arbeit erfahren RGV-Teilnehmer Land und Leute aus einer anderen Perspektive und werden Teil der lokalen Community.

Mayer: "Unsere Reisen bergen riesige Chancen zur persönlichen Entwicklung. Meine Zeit in Ghana prägt mich bis heute positiv. Es war das pure, ungefilterte Leben. Mit allem, was toll ist, aber auch schlecht."

So richtig angekommen in der Tourismusbranche ist Rainbow Garden Village – ein Mitglied im Forum anders reisen und von Tourcert geprüft – dennoch nicht. Bislang sei man bei den großen Veranstaltern und in den Reisebüros "komplett unter dem Radar geflogen", sagt Mayer. Das möchte er ändern.

"Ich hoffe, dass ich durch One Voice ein Sprachrohr gefunden habe, um uns als Spezialveranstalter bekannt zu machen", sagt Mayer. "Unsere Reiseprodukte sind eine reichhaltige Ergänzung für jedes Portfolio mit denen man sich von der Masse abheben und Farbe für nachhaltigen Tourismus bekennen kann."

Die RGV-Produkte seien buchbar wie rein touristische Reisen, auch via Schnittstelle oder Partnerbereich. Und: "Wir zahlen attraktive Provisionen", betont Mayer.
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