One Voice | Portrait

MAX macht Mut begleitet Trauernde auf Reisen

One Voice soll helfen, ihr spezielles Produkt im Vertrieb bekannt zu machen: Annemarie und Jan de Vries von MAX macht Mut laden Trauernde zu gemeinsamen Reisen ein.
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One Voice soll helfen, ihr spezielles Produkt im Vertrieb bekannt zu machen: Annemarie und Jan de Vries von MAX macht Mut laden Trauernde zu gemeinsamen Reisen ein.

Ein Tanzreisespezialist wagt sich an ein großes Thema: Gruppenreisen für Menschen mit Verlusterfahrung. MAX-macht-Urlaub-Geschäftsführer Jan de Vries ist sich sicher: "Trauerreisen sind ein ideales Produkt für clevere Expedienten."

Jan de Vries hat zwei bemerkenswert konträre Produkte mit komplett verschiedenen Zielgruppen in seinem Portfolio. Doch der Gründer des Spezialveranstalters MAX macht Urlaub sieht auch Parallelen: "Beide Reisearten sind mit großen Emotionen verbunden. Und vom Grundkonzept und von der Organisation her sind beide Gruppenreisen ähnlich strukturiert."
Max macht Mut im Live-Talk
Am Freitag, 16. April um 15.00 Uhr ist Jan de Vries, Geschäftsführer von MAX macht Mut, zu Gast im vierten One Voice-Talk. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Mit der Marke MAX tanzt hat sich de Vries etabliert. Die Tanzreisen führen in Sonnenziele, wo Profi-Trainer den Teilnehmern die Feinheiten von Tango oder Cha-Cha-Cha beibringen.

Ganz anders MAX macht Mut: Bereits als Student kam de Vries auf die Idee der Trauerreisen. 20 Jahre später griff er den Gedanken wieder auf – als er zu Beginn der Corona-Krise nach einem neuen Nischenprodukt suchte.

"Menschen durften ihre Liebsten nicht mehr im Krankenhaus besuchen, nicht mehr auf dem letzten Weg begleiten, nicht mehr Abschied nehmen", sagt de Vries. "Die Pandemie hat mir deutlich vor Augen geführt, dass der Wunsch und Bedarf nach Unterstützung bei der Trauerbewältigung groß ist."

Mit seiner Frau Annemarie nutzte er die Pandemiezeit, um das spezielle Produkt marktreif zu machen. Jetzt wartet er auf das Go für Gruppenreisen. Er rechnet mit 2022. Dann sollen Trauergruppen für fünf bis acht Tage an die Nordsee, die Mecklenburgische Seenplatte oder ins Allgäu reisen.

Zwei geschulte Trauerbegleiter pro Reise

Läuft das Geschäft gut an, sind auch Auslandsziele sowie Trauerreisen zur Unterstützung von Familien, die ein Kind verloren haben, geplant. Begleitet wird jede Gruppe von zwei geschulten Trauerbegleitern. Neben dem touristischen Programm wird viel Zeit für Gespräche reserviert, ob in der Gruppe oder individuell.

Neu ist die Idee der Trauerreisen nicht. Selbst TUI hatte sie schon im Programm. Aktuell gibt es aber so gut wie keine Anbieter. Von Branchenkollegen kam "unheimlicher Zuspruch" für sein Vorhaben, berichtet de Vries. Bei der Recherche sprach er mit Hospizen, Kirchen, karitativen Einrichtungen und dem Verband der deutschen Trauerbegleiter. Er habe "viel über das Thema Trauer gelernt".
Der Tanz- und Trauerreise-Spezialist
Jan de Vries (48) arbeitete nach seinem Geografie- und Tourismusstudium unter anderen bei L’tur und Sonnenklar TV, bevor er sich 2006 mit MAX macht Urlaub selbstständig machte. Der Tanzreisespezialist aus Baden-Baden beschäftigt acht Mitarbeiter und Auszubildende.

Als Zielgruppe sieht de Vries Witwen und Witwer über 60 Jahre. Eine Klientel, die nur schwierig über Online-Kanäle erreichbar sei. Er baut darum auf den Counter.

Reisebüros sind "optimale Vertriebspartner"

Reisebüros seien die "optimalen Vertriebspartner. Ein cleverer Expi kennt seine Kunden. Er oder sie weiß, wenn jemand einen Partner verloren hat, und kann das Konzept der Trauerreisen sensibel erklären." Bei der Beratung will man die Verkäuferinnen und Verkäufer auch persönlich unterstützen. Gebucht werden die Reisen über die firmeneigene Buchungs-Software.

"Mit unseren Trauerreisen bauen wir Menschen in einer schwierigen Lebensphase eine kleine Brücke zurück ins Leben", sagt de Vries. Er hofft, durch die Brancheninitiative One Voice im Vertrieb bekannt zu werden. "Dann braucht es für den einen oder anderen nur ein kleines bisschen Mut, diese Reise zu buchen und sich auf eine neue Erfahrung einzulassen."

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