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Alpen-Spezialist Feuer und Eis freut sich auf die 100

Kennt die Alpen: Wolfgang Sareiter, Geschäftsführer von Feuer und Eis Touristik. 2019 überquerten 13.000 Gäste mit dem Spezialisten das höchste Gebirge Europas.
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Kennt die Alpen: Wolfgang Sareiter, Geschäftsführer von Feuer und Eis Touristik. 2019 überquerten 13.000 Gäste mit dem Spezialisten das höchste Gebirge Europas.

Feuer und Eis Touristik, Spezialist für Aktivurlaub aus Bayern, legt seinen Fokus erfolgreich auf die Alpen, insbesondere auf deren Überquerung. 2022 feiert das von Wolfgang Sareiter geführte Familienunternehmen das 100-jährige Bestehen.

Wie viele Menschen hat auch Wolfgang Sareiter einen Lebenstraum: Der Chef von Feuer und Eis will einmal die Erde aus dem Weltall sehen. Doch bevor sich dies auch Normalsterbliche leisten können, wird er vorerst weiter versuchen, anderen Menschen ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Konkret: die Alpen zu überqueren, zu Fuß oder mit dem Rad. Für viele Menschen sei dies ein "lang gehegter Lebenstraum, ein Mythos", sagt der 57-Jährige.

USA-Fan: Nachdem Sareiter (hier in Texas) als 18-Jähriger begeistert aus den USA zurückgekehrt war, überzeugte er seine Eltern, die Destination 1989 ins Programm zu nehmen.
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USA-Fan: Nachdem Sareiter (hier in Texas) als 18-Jähriger begeistert aus den USA zurückgekehrt war, überzeugte er seine Eltern, die Destination 1989 ins Programm zu nehmen.

Das Angebot von Feuer und Eis aus dem bayerischen Rottach-Egern reicht weit über den Alpenraum hinaus: USA und Kanada sind dabei, das südliche Afrika und seit Kurzem auch Island. Doch das Aushängeschild des Familienunternehmens sind Alpenüberquerungen, auf die man sich seit 2015 spezialisiert hat.

Damals hatte Feuer und Eis von mehreren Tourismusverbänden den Zuschlag erhalten, die Alpenüberquerung von Tegernsee nach Sterzing in Südtirol als Hauptanbieter zu vertreiben. Seit 2019 ist er Deutschlands Marktführer in dieser Nische.

Komfortabel über die Alpen

Mit einer Komfortvariante spricht Feuer und Eis auch "nicht ganz so sportliche Gäste" an. Bedeutet: Das Gepäck wird von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Die sieben Tagesetappen enden nicht auf einer Hütte, sondern in einem Sternehotel. Sareiters ältester Alpenüberquerer war eine 89-jährige Dame.

Wander- und Radreisen veranstaltet Sareiter seit 1987. Doch erst nach den Massenunruhen vor rund fünf Jahren in Nordafrika legte Feuer und Eis seinen Schwerpunkt auf Produkte mit Eigenanreise. Es passt ja auch alles: Der Standort am Tegernsee ist ideal, und Sareiter – einst auch Geschäftsführer der Deutschen Alpenstraße – liebt und kennt die Berge.
Fest in Familienhand: Birgit und Wolfgang Sareiter sind seit 31 Jahren verheiratet und teilen sich auch die Geschäftsführung bei Feuer und Eis.
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Fest in Familienhand: Birgit und Wolfgang Sareiter sind seit 31 Jahren verheiratet und teilen sich auch die Geschäftsführung bei Feuer und Eis.

Pro Jahr arbeitet Feuer und Eis drei neue Reisen aus, aktuell eine Wandertour durch den Schlosspark im Allgäu. Im vergangenen Jahr waren es sieben Neuzugänge, weil man in den Lockdown-Phasen mehr Zeit hatte. Früher testete Sareiter neue Touren oft selbst, heute schafft er eine Tagesetappe, wenn er mal Zeit findet. Wenn er sich doch eine Pause gönnt, liest er am liebsten Thriller im Garten.

Fast 100 Jahre familiengeführt

Im Tegernseer Tal ist die Familie wohlbekannt, man nennt sie "die Sareiters". Kein Wunder: Der fast 100 Jahre alte Familienbetrieb mit seiner derzeit 17 Mitarbeitern besteht inzwischen in der vierten Generation.

Sohn Thomas leitet die IT und hat das eigene Reservierungssystem entwickelt, Tochter Julia ist in der Buchhaltung, Ehefrau Birgit ist Co-Geschäftsführerin. Die Entscheidungswege sind kurz.
Vom Mittler zum Veranstalter
1922 gründet die Familie Sareiter aus Bad Wiessee das Sareiter Fuhrunternehmen. Nach seiner Banklehre steigt Wolfgang Sareiter 1987 in den elterlichen Busbetrieb ein, zu dem auch ein Reisebüro und eine Incoming-Agentur gehören. 1991 wird er Geschäftsführer, 2003 verkauft er den Busbetrieb, 2010 gründet er Feuer und Eis Touristik. Seitdem hat sich das Geschäftsmodell gedreht: Aus dem Mittler mit nur einigen Eigenreisen ist ein Veranstalter geworden.
Seit 2020 hat Sareiter den Reisebüro-Vertrieb neu aufgestellt – als ehemaliger Expedient muss er es wissen. Er zahlt 13 Prozent Grundprovision. Pro Tag kommen jetzt Agenturen neu dazu. One Voice möchte Sareiter nutzen, um dem Vertrieb zu sagen: "Es kann nur ein Miteinander geben. Ohne innovative Veranstalter keine erfolgreichen Reisemittler."

Apropos Erfolg: Bislang ist Feuer und Eis glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. 2020 verzeichnete man einen Buchungsrückgang von 30 Prozent. Aktuell seien sehr viele Kunden noch unentschlossen.

Sareiter setzt weiter auf die Heimat, hat 40 Rad- und 18 Wandertouren in Bayern im Portfolio. "Wir haben etwa zehn Touren umgeroutet und bieten stets zwei Varianten an, die wir buchen können, sollten die Grenzen dicht sein."  Wenn Reisen wieder möglich sein wird, rechnet er mit einem "Buchungsansturm".

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