Cuba Buddy sucht Influencer am Counter

"Wahnsinnig persönlich": Christopher Trinczek, Gründer von Cuba Buddy, in einer privaten Unterkunft – Casa Particulare genannt – in Trinidad.
Cuba Buddy

Der Kuba-Spezialist Cuba Buddy aus Berlin schickt seine Kunden auf individuelle Reisen – und in Unterkünfte, bei denen man mit einer kubanischen Familie unter einem Dach wohnt. Beim Verkauf setzt der Direktveranstalter inzwischen auch auf den Reisebüro-Vertrieb.

Den Entschluss, individuelle Kuba-Reisen zu veranstalten, fasste Christopher Trinczek (35) beim Dominospielen. 2014 war er auf seiner Rucksacktour durch Lateinamerika im Tal von Viñales im Westen Kubas angekommen und wohnte dort in einer Casa Particular: einer privaten Unterkunft, in der auch seine Gastgeber lebten. Eines Abends wurde er von der Familie zum Domino eingeladen.


Trinczek erinnert sich: "Wir spielten Stunden: Drei Generationen an einem großen Tisch, ich verstand kaum ein Wort, aber alle waren so herzlich! Diese besondere und wahnsinnig persönliche Erfahrung hat mich umgehauen. Ich dachte damals schon: Das gefällt bestimmt auch anderen. Besser und authentischer kann man ein Land und seine Kultur kaum kennenlernen!"
2014 reiste Trinczek – hier in Havanna – erstmals in das sozialistische Land. "Durch Reisen den eigenen Horizont zu erweitern" ist sein Motto.
2014 reiste Trinczek – hier in Havanna – erstmals in das sozialistische Land. "Durch Reisen den eigenen Horizont zu erweitern" ist sein Motto.
Cuba Buddy

Zurück in Berlin gründete Trinczek, der Sport-Management und BWL studiert und danach für mehrere Profi-Fußballklubs als Vertriebsexperte gearbeitet hat, noch im selben Jahr Backpackercuba. Das Start-up wuchs schnell, erschloss neue Kundengruppen.

Hauptberuflich war Trinczek aber weiter für Google und den später für den FC Bayern tätig. Erst 2019 stieg der Fußball-Fan voll in sein Reiseunternehmen – inzwischen unter dem Namen Cuba Buddy – ein.

Mit Kubanern unter einem Dach

Die Spezialität des Online-Veranstalters sind individualisierte Rundreisen. Trinczek: "Kubas einmalige Geschichte macht es für uns Europäer schwieriger, hinter die Kulissen zu schauen. Unser Job ist es herauszufinden, was die Gäste sich wünschen, und die Reise entsprechend so zu gestalten, dass sie aus ihrer Komfortzone kommen, dabei gleichzeitig Spaß haben und mit dem guten Gefühl nach Hause fahren, etwas von Kuba gesehen zu haben, was sie allein niemals entdeckt hätten."
Trinczek in einer Casa Particular in Zentral-Kuba. An den Kubanern schätzt er den Unternehmergeist, die Herzlichkeit und Offenheit.
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Herzstück sind die Casas Particulares. "Die Familien stecken viel Liebe in ihre Unterkünfte", sagt Trinczek. Mittlerweile gibt es drei Casa-Kategorien, aber auch Strand- und Boutiquehotels im Portfolio.

Nur ungern hebt der Jungunternehmer einzelne Häuser hervor, etwas besonders sei jedoch die Casa Reina: Die ehemalige Botschaft der DDR in Havanna hat einen Panoramablick auf die Bucht und die Terrasse der spanischen Botschaft.

Cuby Buddy

Kundenberatung mit Expedienten

Seit Mitte vergangenen Jahres hat sich Cuba Buddy für den Reisebüro-Vertrieb geöffnet. Vor allem Familien und ältere Kundschaft will der Online-Veranstalter so besser erreichen.

Am stationären Vertrieb schätzt Trinczek vor allem "die hohe Beratungskompetenz. Wir wenden uns gezielt an Reisebüros, die mit individuellen Produkten am eigenen Markenkern arbeiten und ihren Kunden Kuba sehr authentisch präsentieren möchten."
Trinczek in der Schweinebucht im Süden Kubas. Normalerweise reist der Cuba-Buddy-Gründer mehrmals im Jahr auf die Karibik-Insel.
Trinczek in der Schweinebucht im Süden Kubas. Normalerweise reist der Cuba-Buddy-Gründer mehrmals im Jahr auf die Karibik-Insel.
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Trinczek bietet sogar an, Expedienten bei der Kundenberatung einen Kuba-Experten von Cuba Buddy via Videokonferenz zur Seite zu stellen. "Davon versprechen wir uns sehr viel. Wir kennen unser Produkt zu 100 Prozent, und der Expedient kennt die Wünsche seines Kunden."

Hoffen auf den Neustart im Herbst

Auch bei Cuba Buddy hat die Corona-Krise Spuren hinterlassen. Seit März 2020 habe man keine relevanten Buchungen verzeichnen können, sagt Trinczek, der seitdem auch nicht mehr in Kuba war.

Sowohl in der Berliner Zentrale als auch in der Niederlassung in Havanna arbeiten heute weniger Mitarbeiter als davor. Trinczek hofft auf einen Restart des Tourismus im Herbst, baut auf das für lateinamerikanische Verhältnisse sehr gute Gesundheitssystem Kubas und die angekündigten Massenimpfungen.

Podcast von Cuba Buddy

Derweil nutzt Trinczek, der Digital Native, die Zeit, um den Direktveranstalter über seine Social-Media-Kanäle bekannter zu machen. Auf Youtube informiert Trinczek über seine Produkte, aktuelle Einreisebestimmungen oder die Touristenkarte.

Vor Kurzem hat er einen Podcast gestartet, "Hola Cuba". Ein Thema der ersten Folge: natürlich Trinczeks unvergesslich Erlebnisse in den Casas Particulares.

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