Kanareninsel La Palma

So reagieren Veranstalter auf den Vulkanausbruch

Der Vulkan raucht immer noch: Wegen der Asche-Belastung des Vulkanausbruchs musste der Flughafen der Kanareninsel La Palma immer wieder den Flugbetrieb einstellen.
Imago Images / Addictive Stock
Der Vulkan raucht immer noch: Wegen der Asche-Belastung des Vulkanausbruchs musste der Flughafen der Kanareninsel La Palma immer wieder den Flugbetrieb einstellen.

Der Vulkan auf La Palma kommt noch immer nicht zur Ruhe und macht den Einwohnern sowie der Touristik schwer zu schaffen. Wie die Reiseveranstalter auf die Situation reagieren.

Der Tourismus auf der Kanareninsel La Palma leidet unter dem Vulkanausbruch. Die heiße Lava der Vulkankette Cumbre Vieja im Süden von La Palma hat das touristische Angebot stark eingeschränkt. Zudem wird der Flugbetrieb aufgrund der Asche-Belastung immer wieder eingestellt. Die Fluggesellschaften hatten zuletzt wiederholt Flüge gestrichen oder nach Teneriffa umgeleitet. Wie reagieren die Reiseveranstalter auf die Situation und wie geht es weiter? fvw|TravelTalk hat nachgehakt.

Alltours hat La Palma bis auf Weiteres aus dem Programm genommen. Auch TUI bietet aktuell keine Reisen auf die grüne Kanareninsel an. FTI hingegen hat La Palma weiterhin im Angebot und konzentriert sich dabei auf den Osten der Insel. Wenn die Airlines Direktflüge auf die Insel absagen, werden die Kunden nach Teneriffa-Süd geflogen und mit der Schnellfähre auf die Insel gebracht.

FTI-Hotels im Osten von La Palma "gut ausgelastet"

Neubuchungen hätten nachgelassen, sagt Manuel Morales, Strategic Destination Officer Spanien. Während jedoch zu Beginn des Vulkanausbruchs  die Kunden vermehrt storniert hätten, sei die Stornorate seit Anfang Oktober gering.

Aktuell erhalte der Veranstalter explizit Buchungen von Reisenden, die sich das Naturschauspiel nicht entgehen lassen wollen. "Die Hotels im Osten der Insel sind gut ausgelastet", sagt Morales. Auch Ferienhausanbieter wie Ulrich Roth mit der Marke La Palma Travel betonen, dass Reisen weiterhin möglich seien und die Insel Touristen mehr denn je nun brauche.

Positiv sei zu sehen, dass die Insel jetzt so im Fokus stehe, sagt Morales. "In Zukunft bedeute das für den Tourismus vor Ort einen enormen Aufschwung", ist er überzeugt. "Sobald sich die Lage beruhigt und Gäste nicht mehr eingeschränkt sind, können wir davon ausgehen, dass auch Ausflüge zum Vulkan angeboten werden und dadurch touristische Attraktionen entstehen."

Auch Nils Lübbe, Direktor Westliches Mittelmeer bei DER Touristik betont: La Palma bleibe trotz der Zerstörung ein wunderbares Reiseziel. "Daran wird sich auch nach dem Vulkanausbruch nichts ändern. Die Insel behält ihren ganz besonderen Reiz."

2900 Gebäude hat der Vulkan bislang zerstört
Rund zehn Prozent der Inselfläche sind vom Vulkanausbruch betroffen. Rund 2900 Gebäude sind zerstört und 100 schwer beschädigt. Größtenteils handelt es sich dabei um Wohnhäuser. Allerdings liegen einige touristische Unterkünfte in der Sperrzone und können daher keine Gäste aufnehmen. Die Strände im Westen der Insel sind derzeit nicht zugänglich, teilweise sind Straßen gesperrt. Urlauber können jedoch in den Norden und Osten reisen. Auch Outdoor-Aktivitäten wie etwa Wandern sind möglich. Von den Wanderwegen sind 80 Prozent geöffnet. Ausgenommen sind die Wege im Caldera Nationalpark, der wegen drohenden Steinschlags geschlossen ist. Große Mengen an Vulkanasche haben hin und wieder den Flughafenverkehr lahmgelegt. Zudem haben Airlines aufgrund der geringen Nachfrage Flüge ersatzlos gestrichen. Der Fährverkehr ist jedoch nach wie vor uneingeschränkt möglich. Der bisher entstandene Schaden liegt bei schätzungsweise 842 Mio. Euro.

Derzeit bietet der Veranstalter allerdings bis 5. Januar keine Reisen dorthin an. Nach einem Restart der touristischen Aktivitäten verspricht sich Lübbe einen Aufschwung für die Hacienda San Jorge, die sich auf der Ostseite der Insel befindet und so vom Vulkan verschont geblieben ist. Schon jetzt gehöre die Hacienda zu den Bestsellern von DER Touristik. 

Schauinsland Reisen hat sich entschieden, Reisen nach La Palma bis 16. Januar abzusagen, nachdem der Flughafen La Palma den Flugbetrieb immer wieder aufgrund der Asche-Belastung eingestellt hat und die Fluggesellschaften Flüge gestrichen oder nach Teneriffa umgeleitet haben. Die Kunden hat Schauinsland Reisen informiert und angeboten, die Reisen auf eine andere kanarische Insel umzubuchen.

Das sagen Wander- und Rundreise-Spezialisten

Die Spezialveranstalter 
haben ebenso ihre Produkte zunächst auf Eis gelegt. Studiosus bietet aktuell zwar eine Kanaren-Rundreise an, allerdings ohne den Besuch von La Palma. Die Unsicherheit sei zu groß, ob das Programm am Ende auch durchführbar sei, sagt Area Manager Matthias Sorke.

"Unsere Programme leben ja vom Kennenlernen der Insel. Vom einwöchigen Angebot sind derzeit drei Tage gar nicht durchführbar, und bei den anderen Tagen weiß man erst einen Tag vorher, ob es möglicherweise Einschränkungen gibt." Studiosus hoffe aber natürlich, dass sich die Lage schneller beruhigt als erwartet. "Das wäre der Insel und ihren Menschen zu wünschen", so Sorke.

Wikinger Reisen hat sämtliche Touren bis Ende des Jahres abgesagt. Zwar sei es theoretisch möglich, die Reisen mit einigen Abweichungen durchzuführen. "Aber die Nachfrage fehlt völlig", sagt Saskia Niechciol vom Wikinger-Produktmanagement. "Wir haben derzeit keine Neubuchungen für La Palma und sehen eine starke Zurückhaltung seitens der Reisenden." Auch für das nächste Jahr hielten sich die Reisenden mit Buchungen stark zurück. 

Alternativ erhalte Wikinger Buchungsanfragen für andere Kanareninseln und versuche, diese nach Möglichkeit umzusetzen. "Aber das ist natürlich kein Lichtblick für La Palma. Hier bleibt nur zu hoffen, dass sich die Situation in absehbarer Zeit beruhigt und die Unterkünfte weiterhin verschont bleiben", sagt Niechciol.

 

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