Germania versus Air Berlin

Flugbetrieb auf Kosten der Steuerzahler

Der Germania-CEO Karsten Balke hält die staatliche Unterstützung der Air Berlin für unangebracht.
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Der Germania-CEO Karsten Balke hält die staatliche Unterstützung der Air Berlin für unangebracht.

Im Streit um staatliche Finanzhilfe für die insolvente Air Berlin verschärft der Konkurrent Germania seine Kritik an dem Überbrückungskredit der Bundesregierung. CEO Karsten Balke wendet sich auch an die EU-Kommission.

„Der Flugbetrieb von Air Berlin wird auf Kosten des Steuerzahlers künstlich aufrechterhalten“, sagte Germania-Chef Karsten Balke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Es kann aber nicht Aufgabe des Staats sein, einen eigentlich toten Patienten am Leben zu halten, um seine besten Teile einem nichtbedürftigen Dritten zuzuschustern.“

Germania hatte am Dienstag einen Eilantrag gegen den Kredit beim Landgericht Berlin eingereicht. Der deutsche Marktführer Lufthansa ist stark an großen Teilen der Air Berlin interessiert.

Balke warf Air Berlin, Lufthansa und der Bundesregierung vor, gemeinsame Sache bei der Aufteilung der Airline zu machen. „Strecken, die zum Portfolio des Lufthansa-Konzerns passen, sollen weiter bedient werden, um die dazugehörigen Start- und Landerechte zu erhalten“, sagte er. Verschiedene Politiker der großen Koalition hatten sich dafür ausgesprochen, dass Lufthansa große Teile der Air Berlin übernehmen solle. Zugleich hatte der Bund betont, nicht an den Verhandlungen beteiligt zu sein und diese nicht zu lenken.

Die Bundesregierung hatte Air Berlin einen Überbrückungskredit in Höhe von 150 Mio. Euro zugesichert, damit der Flugbetrieb aufrechterhalten werden kann. Über den Eilantrag der Germania dagegen soll am 15. September entschieden werden. Die Fluggesellschaft reichte zusätzlich eine Beihilfe-Beschwerde bei der EU-Kommission ein. (dpa)

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