Flugsuche

Verbraucherzentralen fordern mehr Transparenz von Vergleichsportalen

Wo gibt es die günstigen Flüge im Netz?
Thinkstock
Wo gibt es die günstigen Flüge im Netz?

Auf der Suche nach den günstigsten Preisen für Strom, Telefontarife oder Flugreisen sollten sich Verbraucher nach einer Studie der Verbraucherzentralen nicht auf ein Vergleichsportal verlassen. Die Verbraucherschützer sahen sich zehn Flugportale genauer an.

Wie die Bundeszentrale Verbraucherverband mitteilt, wiesen im Marktsegment Flugreisen zehn untersuchte Portale bei der Suche nach dem günstigsten Flugpreis sehr unterschiedliche Preise aus. Dies zeige, dass die Nutzung nur eines einzigen Portals in der Regel nicht ausreiche, um den günstigsten Preis ermitteln zu können. Eine Einschränkung der Vergleichbarkeit der Preise ergebe sich zudem dadurch, dass die angezeigten Preise oftmals keine Endpreise darstellen. Durch zusätzliche Gebühren könnten sich die Preise noch erhöhen.

Die Sichtbarkeit des Endpreises ergebe sich meist erst nach Einleitung des Buchungsvorgangs, in einigen Fällen sogar erst nach Eingabe der persönlichen Daten. Preisvergleiche zwischen unterschiedlichen Portalen würden dadurch praktisch unmöglich. „Zu Beginn liegen die meisten angezeigten Preise unterhalb der Anbieterpreise“, stellten die Verbraucherschützer fest. Im Laufe des Buchungsprozesses wurden die Preise aber immer höher – und nach der Wahl des Zahlungsmittels lagen sie auf den Vergleichsportalen meist sogar über denen der Anbieter.

Die Verbraucherschützer hatten die Angebote von Expedia, Check 24, Swoodoo, Opodo, Fluege.de, Idealo.de, Billigfluege.de, Flug.de, Flug24.de und Kayak getestet.

Für die komplette Studie hatten die Verbraucherzentralen Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zusammen mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband die populärsten Verbraucherportale untersucht, darunter unter anderem Check 24, Verivox, Preisvergleich oder Preis24. Teilweise seien die Preise auf den Portalen sogar höher als bei den empfohlenen Anbietern direkt, sagte Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Auch der Vergleich mehrerer Portale bringe Verbraucher nicht unbedingt weiter, da die Portale oft zum gleichen Unternehmen gehörten. „Die Auswahlmöglichkeiten sind dadurch für Verbraucher geringer als es den Anschein hat.“ Um tatsächlich den günstigsten Tarif zu finden, müssten Verbraucher viel Zeit aufwenden und Glück haben.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband forderte mehr Transparenz von den Vergleichsportalen. Vor allem müsse sichergestellt werden, dass das Ranking der Anbieter nicht von der Höhe der gezahlten Provisionen abhänge. „Wir vermuten, dass die Provisionen Einfluss haben auf die Liste der Anbieter“, sagte die Teamleiterin Digitales, Lina Ehrig. (dpa/ASC)

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.



stats