EU-Kommission

Easyjet darf Air-Berlin-Teile übernehmen

Easyjet wird mit bald 25 in Berlin-Tegel stationierten Jets und vielen ehemaligen Beschäftigten der Air Berlin zu einem noch größeren Player in der deutschen Hauptstadt.
Mark Kuipers
Easyjet wird mit bald 25 in Berlin-Tegel stationierten Jets und vielen ehemaligen Beschäftigten der Air Berlin zu einem noch größeren Player in der deutschen Hauptstadt.

Fast vier Monate nach der Insolvenz von Air Berlin ist nun endgültig klar: Ein Teil geht an Easyjet. Für den größeren Teil gibt es aber nach wie vor keine Entscheidung.

Die EU-Wettbewerbshüter haben für die Übernahme von Teilen der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch Easyjet grünes Licht gegeben. Der Zusammenschluss werde ohne Auflagen genehmigt, teilte die EU-Kommission nun in Brüssel mit. Bei der Übernahme der bisherigen Air-Berlin-Tochter Niki sieht der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus nur noch die Lufthansa im Rennen.

Zu Easyjet sagte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager: „Die Pläne von Easyjet, bestimmte Vermögenswerte von Air Berlin zu übernehmen, werden den wirksamen Wettbewerb nicht mindern.“ Durch den Beschluss der Kommission könne Easyjet die Präsenz an den Berliner Flughäfen ausbauen und auf neuen Strecken zum Vorteil der Verbraucher in den Wettbewerb eintreten.

Easyjet hatte unlängst bereits angekündigt, dem Branchenprimus Lufthansa auf innerdeutschen Strecken stärker Konkurrenz machen zu wollen.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Einen Großteil der Flotte will die Lufthansa übernehmen, einschließlich der lukrativen Air-Berlin-Tochter Niki, einen kleineren Teil die britische Easyjet. Die EU-Kommission prüft derzeit noch die Übernahme durch die Lufthansa, die Frist für die erste Prüfungsphase läuft bis 21. Dezember.

Es ist nun damit zu rechnen, dass das Easyjet-Angebot die befürchtete Vormachtstellung der Lufthansa abmildert. Lufthansa will mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission zerstreuen.

Die EU-Kommission muss bei europaweit relevanten Zusammenschlüssen prüfen, ob Wettbewerbsverzerrungen oder Nachteile für Verbraucher entstehen könnten. (dpa)

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