Container-Reederei

TUI trennt sich von Hapag-Lloyd

Auf Anteile an Container-Schiffen verzichtet die TUI nun bald ganz. Stattdessen wird lieber in Cruise Liner investiert.
Hapag-Lloyd/Andrew Sassoli-Walker
Auf Anteile an Container-Schiffen verzichtet die TUI nun bald ganz. Stattdessen wird lieber in Cruise Liner investiert.

Der Touristikkonzern TUI steigt komplett bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd aus. Der Verkaufserlös soll unter anderem in den Kauf von zwei Kreuzfahrtschiffen fließen.

Wie der Konzern mitteilte, sollen alle verbliebenen Anteile an der Hapag-Lloyd AG – 8,5 Mio. Aktien – veräußert werden. Der Erlös dürfte rechnerisch bei rund 250 Mio. Euro liegen. Die TUI hält nach Angaben eines Sprechers aktuell noch rund 5,2 Prozent an Hapag-Lloyd.

Den Erlös will der Konzern reinvestieren oder zur Stärkung der Bilanz verwenden. Zuvor hatte TUI seit März 2017 bereits sechs Millionen Aktien in Einzelverkäufen auf den Markt gebracht. Der Verkauf brachte insgesamt 395 Mio. Euro ein, wie ein Sprecher sagte.

Der angekündigte Ausstieg aus der Reederei gehört zum Umbau bei der TUI, der bereits vor einigen Jahren eingeleitet wurde. Der Konzern trennt sich von Bereichen oder Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft zählen – um Geld für milliardenschwere Investitionen in neue Hotels und Schiffe zu bekommen. So hatte die TUI in diesem Jahr bereits die Spezialreisesparte Travelopia und die Bettenbank Hotelbeds verkauft.

Bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd wollte die TUI schon lange aussteigen. Doch in den vergangenen Monaten war der Aktienkurs zu schwach. Den Verkaufserlös will die TUI auch in neue Hotels und Kreuzfahrtschiffe investieren.

Erwogen wird, die für 2018 und 2019 geplanten Käufe der zurzeit als Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 betriebenen Kreuzfahrtschiffe durch die britische Tochter TUI UK als reine Cash-Transaktion durchzuführen. Die TUI UK übernimmt dann die beiden Schiffe, die früher bei Royal Caribbean im Einsatz waren, von TUI Cruises in ihre Flotte in England.

Nicht von dem Verkauf der Hapag-Anteile betroffen ist Hapag-Lloyd Cruises. Der Hamburger Kreuzfahrtveranstalter gehört ebenso wie die Hapag-Lloyd Reisebüros schon seit vielen Jahren zur TUI.

Die Reederei Hapag-Lloyd hatte im Mai eine Fusion mit der arabischen Reederei UASC unter Dach und Fach gebracht. Die Hamburger wollen damit ihre Wettbewerbsposition in der krisengeschüttelten Schifffahrtsbranche stärken und mit UASC ihren fünften Platz in der internationalen Top-Liga absichern. (KH/dpa)

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