One Voice | Portrait

Poppe Reisen legt seit 1965 Wert auf den Wow-Effekt

Neue Nummer eins beim Spezialisten aus Mainz: Geschäftsführer Matthias Junker. Im Hintergrund rechts ist Junkers langjähriger Vorgänger Wolf-Rüdiger Uhlig zu sehen.
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Neue Nummer eins beim Spezialisten aus Mainz: Geschäftsführer Matthias Junker. Im Hintergrund rechts ist Junkers langjähriger Vorgänger Wolf-Rüdiger Uhlig zu sehen.

Neuer Chef, neue Erlebnisprodukte, neue IT: Beim 1965 gegründeten Spezialisten aus Mainz tut sich viel. Von One Voice erhofft sich Poppe Reisen mehr Sichtbarkeit im Vertrieb: "Wir möchten in den Köpfen der Counter-Mitarbeiter hängen bleiben", so CEO Matthias Junker.

An das Sommermärchen 2006 erinnert sich Matthias Junker noch gern zurück. Damals arbeitete der heutige Geschäftsführer von Poppe Reisen für die Incoming-Agentur Wedgewood Germany. Diese wurde eigens für die Fußball-WM in Deutschland gegründet – als Schwesterfirma von Poppe Reisen.

Innerhalb von vier Wochen empfing er rund 100 Gruppen mit über 2000 Gästen. "Ich habe noch nie so hart und viel gearbeitet, aber es war ein einmaliges Erlebnis", strahlt Junker noch heute.
Poppe Reisen im Live-Talk
Mann PC One Voice
unsplash
Am Freitag, 23. April um 15.00 Uhr ist Matthias Junker, Geschäftsführer von Poppe Reisen, zu Gast im fünften One Voice-Talk. Hier geht es zur Anmeldung.

Im Rückblick war das Sommermärchen auch ein Meilenstein für seine Karriere. Denn nach der WM arbeitete Junker, der seine Laufbahn als Schottland-Reiseleiter für Studiosus begann, weiter Seite an Seite mit Wolf-Rüdiger Uhlig, dem langjährigen Geschäftsführer von Poppe Reisen. Es war also keine Überraschung, als Junker Anfang 2020 – kurz vor Beginn der Corona-Krise – seinen Mentor, der sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen wollte, im Chefsessel des Spezialisten ablöste.

Es begann mit einem Charterflug für Fußballfans

In der Branche ist Poppe Reisen seit jeher für seine Sport- und Kultur-Events, Incentives und Gruppenreisen bekannt. Auf der Website sind die Höhepunkte gelistet: ein Charterflug für Fußballfans zu einem Pokalspiel nach München im Gründungsjahr 1965; die erste Gruppenreise aus Europa ins China nach der Kulturrevolution 1973; Fachexkursionen für Architekten und Ingenieure seit 2011.

Liebt die Weinberge in seiner Wahlheimat Rheinhessen: Matthias Junker beim Wandern.
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Liebt die Weinberge in seiner Wahlheimat Rheinhessen: Matthias Junker beim Wandern.
Unter dem Einfluss der Pandemie hat der Spezialist aus Mainz das Produktportfolio bei Architektur-, Wein- und Wanderreisen hierzulande ausgebaut und neue Themenreisen entwickelt. Junker (52) erkannte früh, dass das Corporate- und Mice-Geschäft aus dem Ausland einbrechen und zugleich der Inlandstourismus wichtiger werden würde.

Ein Hoffnungsträger ist "Deutschland neu entdecken": Das Programm soll Neugierde an der Heimat wecken. In Berlin etwa bietet Poppe Reisen seinen Gästen Themenmenüs in einem Kunst-Restaurant-Projekt oder eine Graffiti-Tour mit einem Straßenkünstler.

Leipzig wird kulinarisch erkundet, und im Nationalpark Eifel wandert man mit Alpakas: Junker – auf dessen Bucket List der Potala-Palast in Tibet ganz oben steht – nennt es den  "Wow-Effekt: Unsere Reisen haben durch das besondere und oft sehr exklusive Programm immer einen hohen Erlebnisfaktor."
Mehr Kultur, weniger Sport
Sportevent-Reisen – also das Segment, mit dem Poppe Reisen einst groß wurde – verlieren beim Spezialisten an Bedeutung. "Es schmerzt, dass wir dieses Standbein immer weiter zurückfahren müssen", so Junker. Es liege nicht an der Corona-Krise, sondern überwiegend an dem heiklen Unterfangen, überhaupt an die benötigten Tickets zu gelangen. "Aber wir ersetzen diese Reisen durch solche zu den wichtigen Kulturevents und passen uns so dem Marktgeschehen an."
Vor Kurzem hat Junker intern ein großes IT-Projekt angestoßen. Die Digitalisierung soll nicht nur das operative Geschäft vereinfachen, sondern auch eine neue Website mit integrierter Buchungsmaschine hervorbringen.

Junker erhofft sich dadurch insbesondere einen Push für den Bereich der Kulturevent-Reisen: "Wir wollen neue Märkte erschließen." Das sei wichtiger denn je, denn die Corona-Krise habe sich auf den kleinen Veranstalter mit seinen 17 Mitarbeitern "katastrophal" ausgewirkt: 2019 war das beste Jahr der Firmengeschichte, 2020 verzeichnete man nur noch zehn Prozent des Umsatzes.

One Voice als Qualitätsmerkmal für Reisebüros

Ein weiteres To-do von Junker ist der Ausbau des Vertriebskanals über die Reisebüros. "Wir möchten in den Köpfen der Counter-Mitarbeiter hängen bleiben." Das Potenzial sei noch groß, und die Pandemie habe die Situation verändert.

"Die Reisebüros sind von den großen Veranstaltern hängen gelassen worden", sagt Junker. "Wir möchten ihnen zeigen, dass wir sie als Partner wertschätzen und ihnen die Chance bieten, sich durch besondere Produkte spezialisieren, profilieren und damit von der Masse abheben zu können."

Junker sieht die Brancheninitiative One Voice dabei als Qualitätsmerkmal: "Wenn Reisebüros uns über One Voice finden, wissen sie, dass sie nicht bei irgendeinem Feld-, Wald- und Wiesen-Veranstalter gelandet sind, sondern bei jemandem, auf den man sich verlassen kann."

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