Reaktion auf russischen Angriffskrieg

Amadeus streicht Aeroflot-Angebote aus GDS

Der Software-Konzern Amadeus will auf neue Geschäfte mit russischen Firmen zunächst verzichten. Auch Aeroflot-Tickets werden über Reservierungssysteme des GDS-Betreibers nicht mehr verkauft.
Amadeus
Der Software-Konzern Amadeus will auf neue Geschäfte mit russischen Firmen zunächst verzichten. Auch Aeroflot-Tickets werden über Reservierungssysteme des GDS-Betreibers nicht mehr verkauft.

Nach GDS-Betreiber Sabre fährt nun auch Wettbewerber Amadeus die Geschäfte mit russischen Geschäftspartnern zurück. Betroffen ist auch die mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Aeroflot.

Die Zahl der Unternehmen, die ihre Beziehungen zu Russland und dortigen Partnerfirmen beenden, unterbrechen oder zumindest auf den Prüfstand stellen, steigt weiter. Auch GDS-Betreiber Amadeus schließt sich nun dieser weltweiten Bewegung aus Protest gegen den russischen Einmarsch in der Ukraine an. So hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Spanien eigenen Angaben zufolge alle neu geplanten kommerziellen Projekte in Russland fürs Erste gestoppt.

"Wir werden keine neuen Verträge in Russland unterzeichnen und evaluieren weiterhin parallel dazu unser bestehendes Geschäft in Russland", heißt es in einem Amadeus-Statement. Außerdem habe man damit begonnen, die Distribution von Aeroflot-Tarifen in den eigenen Systemen auszusetzen. Die Airline befindet sich zu knapp 60 Prozent im russischen Staatsbesitz.

Gleichzeitig prüfe und bewerte man kontinuierlich die möglichen Auswirkungen der gegen Russland verhängten internationalen Sanktionen und etwaige Gegenmaßnahmen Russlands, so der GDS-Betreiber weiter. Wobei das unmittelbare Augenmerk des Software-Unternehmens der Sicherheit und dem Wohlergehen der Kollegen und ihrer Familien in der Ukraine gelte.



Bereits gestern hatte wie berichtet Amadeus-Wettbewerber Sabre mitgeteilt, dass das Travel-Tech-Unternehmen die Vertriebsvereinbarung mit dem russischen Carrier Aeroflot gekündigt habe. "Wir beziehen Stellung gegen diesen militärischen Konflikt. Wir halten die gegen Russland verhängten Sanktionen ein und werden dies auch weiterhin tun", hatte Sabre-Chef Sean Menke erklärt.

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