Für Reisen

CovPass oder Corona-Warn-App – was besser ist

Die Corona-Warn-App wurde bereits ein Jahr vor der CovPass-App entwickelt – und ist umfassender.
Bundesregierung
Die Corona-Warn-App wurde bereits ein Jahr vor der CovPass-App entwickelt – und ist umfassender.

Einreisen ohne das digitale EU-Zertifikat sind nach wie vor in den wenigsten Ländern möglich. In Deutschland gibt es gleich zwei Angebote. Wir sagen, wie sie sich unterscheiden.

Für Einreisen innerhalb Europas und international wird die 3G-Regel – mindestens diese – noch länger gelten. So hat die EU erst jüngst die Gültigkeit ihres digitalen Covid-Zertifikats bis Ende Juni 2023 verlängert. Dabei verfügt Deutschland gleich über zwei derartige Nachweise: den CovPass und die Corona-Warn-App. Sie unterscheiden sich geringfügig voneinander.

Die Ursprünge | Mit Hilfe der CovPass-App ist es seit Juli 2021 einfacher, eine Impfung oder eine Genesung nachzuweisen. Dies geschieht per QR-Code. Die bereits ein Jahr ältere Corona-Warn-App war hingegen zunächst entworfen worden, um Nutzer zu alarmieren, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten. Später wurde sie jedoch um etliche Funktionen erweitert, darunter einen Check-in für 3G- oder 2G-Lokalitäten, Kontaktnachverfolgung und die Anzeige von Impf-, Genesungs- und Testzertifikaten.

Die Gemeinsamkeiten | Für Reisende wichtig: Mit beiden Apps lassen sich Impf-, Genesungs- und Teststatus nachweisen. Dazu werden einfach die von Testzentren, Apotheken oder Arztpraxen erhaltenen QR-Codes eingescannt. Am Flughafen oder an der Grenze lassen sich die Apps ebenso nutzen wie für den Zutritt zu Hotels, Restaurants oder Museen. Rein rechtlich spielt es also keine Rolle, ob Reisende den CovPass oder die Corona-Warn-App als digitales EU-Zertifikat einsetzen. Auch datenschutzrechtlich unterscheiden sie sich nicht. Alle Informationen sind lediglich auf dem eigenen Smartphone gespeichert.



Die Unterschiede | Wer mit seinem Handy nur seinen Gesundheitsstatus nachweisen will, dem reicht der leicht überschaubare CovPass. Mehr Funktionen bietet die Corona-Warn-App – etwa die persönliche Risikoermittlung, Aktuelles zum Infektionsgeschehen und eine Registrierung für Events.

Vor allem aber empfiehlt sie sich für Länder, für deren Einreise mehr als ein einfaches Zertifikat nötig ist, also etwa zusätzlich zur Impfung ein Test. Dies kommt insbesondere außerhalb Europas vor. Die Warn-App kann (seit der Version 2.16) aus mehreren eingescannten Codes einen solchen Gesamtstatus ermitteln.

Neue Lösungen | Für Geboosterte, die in ein Land reisen, das statt eines zusätzlichen Tests die Auffrischimpfung anerkennt, zeigen nun sowohl CovPass als auch Corona-Warn-App in ihrer allerjüngsten Version (2.18) diese Drittimpfung im Gesamtstatus an. Bislang konnte die Warn-App dies nicht. Nun zeigt sie das Zertifikat gleich in vier Versionen an: 2G, 2G plus, 3G und 3G plus.
Neben dem Booster werden dabei auch die gescannten Testnachweise einbezogen.

Das heißt: Wer etwa einen negativen PCR-Test in der App hinterlegt hat, aber nicht geimpft ist, für den zeigt die App für 72 Stunden 3G plus.



Wer hingegen grundimmunisiert und PCR-getestet, aber nicht geboostert ist, der gilt in der App in Zukunft auch für 72 Stunden als 2G plus. Danach springt der Status wieder auf 2G zurück.
In beiden Apps wurden zudem Genesenen-Zertifikate auf 90 Tage Gültigkeitsdauer reduziert (bisher 180).

Mehrere Personen pro App | Was bisher nur der CovPass konnte, kann nun auch die Corona-Warn-App: Es lassen sich Zertifikate mehrerer Personen scannen und vorzeigen. Reisen Familien oder Gruppen, gibt dies zusätzliche Sicherheit – für den Fall, dass eine Person ihr Handy mit den Nachweisen verliert oder dieses etwa wegen eines leeren Akkus nicht mehr funktioniert.

Fazit | Für die meisten Einreisen reicht der einfacher zu bedienende CovPass. Wer lediglich seinen Gesundheitsstatus mit dem Handy nachweisen will, ist damit also gut bedient. Die Corona-Warn-App bietet darüber hinaus weitere Funktionen. Zur Sicherheit sollten Urlauber aber in beiden Fällen zusätzlich ein Papierausdruck der QR-Codes mit auf ihre Reise nehmen.

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