Norwegen

Havila Voyages muss vier Rundreisen absagen

Die Havila Castor kreuzt durch Norwegens Küstengewässer.
Marius Beck Dahle/Werksted
Die Havila Castor kreuzt durch Norwegens Küstengewässer.

Corona-Pandemie, Zusammenbruch einer Werft und russische Geldgeber, denen infolge von Sanktionen der Geldhahn zugedreht wird: Die norwegische Reederei Havila musste viele Probleme bewältigen. Das spüren nun auch wieder Kunden.

Die norwegische Reederei Havila Voyages hat die ersten vier Rundreisen ihres neuen Schiffs Polaris abgesagt. Die Fahrten entlang der norwegischen Küste sollten eigentlich am 29. Dezember sowie am 9., 20. und 31. Januar starten. Die Absage hängt mit Finanzierungsproblemen der russischen Leasing-Gesellschaft GTLK infolge der Sanktionen gegen Russland und seine Finanzinstitute zusammen.

Die Probleme für die Reederei begannen im April, als die Sanktionen gegen Russland und einige Finanzinstitute verlängert wurden. Das norwegische Unternehmen hatte zuvor mit GTLK, eine Vereinbarung über den Bau und den Betrieb von vier Kreuzfahrtschiffen im Rahmen langfristiger Charterverträge geschlossen.

"In einem Jahr voller Herausforderungen, die wir nicht vorhersehen konnten, haben wir gelernt, mit solchen Rückschlägen umzugehen", sagte Bent Martini, Geschäftsführer von Havila. "Wir müssen abwarten, bis die Auslieferung im Einklang mit den Vorschriften erfolgen kann. Wir würden zwar gerne früher mit dem Betrieb beginnen, aber es gibt keine Alternative, wenn wir einen weiteren Rechtsstreit vermeiden wollen. Daher konnten wir die Polaris noch nicht nach Hause bringen", erklärte Martini.

Zudem wird Havila das Schiff Castor am 10. Mai, und damit einen Monat später als geplant, in Bergen in Betrieb nehmen. Das Schiff wird auf der Tersan-Werft in der Türkei gebaut, wo es derzeit aufgrund von Problemen mit einem Elektromotor keine Probefahrten durchführen kann.

Nach Aussage von Martini wird Havilas erstes Schiff, die Capella, gut angenommen. Die Capella als auch die Castor seien für die gesamte Sommersaison fast ausgebucht. Martini weiter: "Wir gehen davon aus, dass unser viertes Schiff, die Pollux, im vierten Quartal dieses Jahres in Betrieb gehen werden."

Die Auslieferung der Pollux war eigentlich für spätestens Ende März 2023 vorgesehen. Die Verzögerung hängt mit dem finanziellen Zusammenbruch der spanischen Werft Astilleros Hijos de J. Barreras zusammen, wo es im Bau befindlich war. Nach dem Aus der Werft wurde das unfertige Schiff zur Tersan-Werft in die Türkei geschleppt.

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