Goodbye New York

Museumsschiff Peking kommt nach Hamburg

Wechselt von New York nach Hamburg: Die Peking.
Gryffindor/Commons.Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Wechselt von New York nach Hamburg: Die Peking.

Monatelang segelte die Besatzung der Peking einst über die Meere, um Ladung in andere Häfen zu bringen. Nun wird die historische Bark aus New York in Richtung Hamburg verbracht, um zum Museum zu werden.

Viel Historie scheint auf den ersten Blick nicht mehr erhalten. Alexandre Poirier steht im Blaumann an Bord der Peking – jener historischen Viermastbark, die 1911 bei der Hamburger Werft Blohm + Voss vom Stapel lief. Doch hier, an einem Pier im New Yorker Stadtteil Staten Island, sieht der Schiffbau-Ingenieur vor allem: Rost, Schrott, alte Heizungsanlagen, überflüssigen Ballast. Wenn die Peking tatsächlich nach Hamburg verbracht und als Museumsschiff restauriert werden soll, ist hier einiges zu tun.

Mehr als 40 Jahre lag die Peking der Reederei F. Laeisz an Pier 16 am South Street Seaport Museum in Manhattan nahe der Brooklyn Bridge. Nun soll sie nach langen Diskussionen um die Finanzierung endlich ihre vermutlich letzte Reise antreten. Mit der für 17. Juli geplanten Abfahrt macht sich eine „Hamburgensie“ und „ein Stück deutsches Kulturgut“ auf den Weg über den Atlantik in die Hansestadt, sagt Joachim Kaiser. Er ist Sachverständiger für historische Schiffe und Vorstandsmitglied der Stiftung Hamburg Maritim, die für Überfahrt und Restaurierung die Federführung übernommen hat.

Vor der Überfahrt muss das rund 170 Meter lange Dockschiff „Combi Dock“ abtauchen und die Peking beim Auftauchen an deren tragenden Strukturen greifen. „Der erste Kontakt ist am wichtigsten“, erklärt Poirier. Vorbereitete Stützen helfen, die Seiten der Peking zu stabilisieren, und wenn alles festgebunden und vertäut ist, heißt es: Abfahrt.

Segelfrachter wird aufwändig restauriert

Elf Tage wird die mehr als 100 Jahre alte Bark dann über den Atlantik getragen. Nach einem Stopp in Brunsbüttel ziehen zwei Schlepper sie weiter zur Werft in Wewelsfleth, das eine gute Autostunde nordwestlich von Hamburg an der Elbe liegt. Sorgen, dass dem Segelfrachter auf hoher See etwas zustoßen könnte, hat Kaiser nicht. „Das sind ausgebuffte Profis, die das ganze Jahr Schwergut-Ladungen aller Art transportieren“, sagt er über die Bremer Reederei Combi Lift, die die Ausschreibung mit ihrem Dockschiff für die Überfahrt gewann. „Die wissen, was sie tun.“ Um nicht in die Hurrikan-Saison im Oktober zu geraten und auch die Winterstürme auf dem Nordatlantik zu umgehen, überwinterte die Peking in New York.

Die wirkliche Arbeit fängt nach der Ankunft in Wewelsfleth erst an. Experten sollen die Peking im Trockendock in den Zustand von 1927 versetzen, samt Holzdeck und der ursprünglichen Laderäume, in denen Salpeter und Schüttgut etwa zwischen Hamburg und Chile gesegelt wurde. Auch das Unterwasserschiff muss nachgebaut werden, wenn die Peking wie erhofft zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg werden soll. „Es gibt genug Schiffsliebhaber, denen fällt so etwas auf“, sagt Poirier.

26 Mio. Euro sind von den insgesamt 120 Mio. Euro aus Bundesmitteln für die Rückholung und Restaurierung eingeplant. Wenn alles klappt, soll die Peking drei Jahre nach ihrer Ankunft als Museum begehbar sein – voraussichtlich an den 50er Schuppen am Hansahafen gegenüber der Elbphilharmonie. (dpa)

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