ITB Daily | Marktanteil wächst

Polen bei deutschen Touristen beliebter denn je

Viel Platz: Heuscheuer-Nationalpark in Niederschlesien.
Polnisches Fremdenverkehrsamt
Viel Platz: Heuscheuer-Nationalpark in Niederschlesien.

Selbst im Corona-Jahr 2020 verbüßte Polen mit 17,5 Prozent einen vergleichsweise niedrigen Rückgang bei den deutschen Urlaubern. Diese stellen die mit Abstand größte Zielgruppe im Polen-Tourismus dar.

Im vergangenen Jahr hat Polen seinen Marktanteil bei den deutschen Urlaubern gesteigert. Mit minus 17,5 Prozent fiel der Rückgang der Reisen in das Land vergleichsweise gering aus, was zu einem Anwachsen des Marktanteils von 2,7 Prozent auf 3,1 Prozent führte.

Damit liegt Polen auf Platz 7 der beliebtesten Auslandsziele der Deutschen. Laut FUR-Studie stimmen auch die Reiseabsichten positiv: Mehr als 14 Prozent der Deutschen können sich in den nächsten drei Jahren einen Urlaub in Polen vorstellen – so hoch war dieser Wert noch nie. "Nach dem Ende des Lockdowns werden viele Deutsche Ziele in der Nähe bevorzugen", sagt Konrad Guldon, der Leiter des Polnischen Fremdenverkehrsamtes. "Hier sehen wir gute Chancen für Polen als Reiseziel."

Die große Mehrheit der Deutschen verbinde mit Polen positive Eigenschaften. So gaben laut FUR 47,4 Prozent an, dass das Nachbarland für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis stehe. 36 Prozent denken bei Polen an eine gastfreundliche Bevölkerung und 26 Prozent an guten Service. Mit Polen verbinden knapp 39 Prozent der Deutschen auch schöne Städte und fast genauso viele schöne Landschaften.

Ebenfalls sehr häufig genannt werden gute Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren, interessante Traditionen sowie eine ansprechende regionale Küche. Und jeder Vierte sieht Polen auch gut geeignet für einen Urlaub mit Kindern.

"Der deutsche Markt ist für uns der wichtigste Auslandsmarkt", sagt der Präsident der Polnischen Tourismusorganisation, Rafał Szlachta. Als wichtigste Zielgruppe sieht er "Erholungssuchende und aktive Touristen, die ihren Urlaub mit viel Abstand in der Natur verbringen möchten".

Ihnen biete Polen mit seinen zahlreichen dünn besiedelten Naturschutzgebieten ideale Urlaubsbedingungen. Er rechnet damit, dass zunächst besonders die grenznahen polnischen Woiwodschaften vom Neustart des Tourismus profitieren werden. Auch die 45 polnischen Kurorte böten gute Möglichkeiten, um sich von den Belastungen während der Corona-Krise zu erholen und abzuschalten.

Moderne Infrastruktur

Als Chance für den Tourismus in Polen wertet Rafał Szlachta die moderne touristische Infrastruktur in seinem Land. So wurde ein Großteil der Hotels und Ferienzentren erst in den vergangenen Jahren gebaut oder komplett saniert. Auch viele Radwege, Marinas, Freizeitparks, Museen oder Konzerthäuser sind noch ganz neu.

Trotz Corona gehe der Ausbau der Infrastruktur weiter. "Auch für 2021 ist die Eröffnung von zahlreichen neuen Hotels in großen Städten, aber ebenso in den beliebten Ferienregionen wie Masuren oder an der Ostseeküste geplant", sagt Rafał Szlachta. Auch neue Attraktionen wie der Themenpark Mandoria bei Łódź (Lodsch) oder das Bernsteinmuseum in der mittelalterlichen Großen Mühle von Gdańsk (Danzig) gehen noch in diesem Jahr an den Start.
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