Hoffnung auf Sommersaison

Ägypten wappnet sich für deutschen Reisemarkt

Karnak-Tempel in Luxor: Ägypten will den Strand- und den Kulturtourismus aus Deutschland wieder ankurbeln.
FVA Ägypten
Karnak-Tempel in Luxor: Ägypten will den Strand- und den Kulturtourismus aus Deutschland wieder ankurbeln.

Das Land am Nil will mit einer umfassenden Hygienezertifizierung die Erholung des Tourismus unterstützen. Vor allem für die zweite Jahreshälfte ist das Tourismusministerium zuversichtlich – dann soll auch das Grand Egyptian Museum in Kairo öffnen.

"Deutschland ist unser wichtigster Markt in Europa und hat Vorbildfunktion für andere EU-Länder", sagte Ahmed Youssef, CEO des Egyptian Tourism Promotion Board im Tourismusministerim im Gespräch mit fvw | TravelTalk. Er hoffe, dass die deutsche Reisewarnung bald aufgehoben werde, denn auch in Ägypten gingen die Zahlen der Covid-19-Infektionen zurück. "Wir haben den internationalen Tourismus im Juli 2020 wieder geöffnet und hatten seitdem mehr als zwei Millionen Gäste und keine nennenswerten Vorkommnisse."

Trotz der Reisewarnung seien auch schon deutsche Gäste wieder im Land, zum Beispiel Taucher. Bei Condor heißt es, die Flüge ab Frankfurt und München seien überraschend gut gebucht. Insgesamt kämen an den Flughäfen in den Tourismusregionen pro Tag rund 10.000 Besucher an, meldet das Ministerium.

Vor allem für Herbst und Winter rechnet Youssef mit einem Comeback deutscher Urlauber – schließlich besuchten 2019 mehr als zwei Millionen Deutsche das Land. Neben dem Strandurlaub sind dann vor allem Nilkreuzfahrten gefragt, die laut Youssef auch jetzt schon wieder stattfinden. Im vierten Quartal soll zudem ein künftiger Besuchermagnet eröffnen: Das neue Grand Egyptian Museum mit seiner spektakulären Architektur nahe der Pyramiden von Gizeh. Als Hauptattraktion werden erstmals nahezu vollständig die Grabbeigaben von König Tutanchamun zu sehen sein.

Aber auch die Sommersaison wollen die Touristiker aus Ägypten noch mitnehmen. "Vor der Pandemie war bei uns das Besucheraufkommen im Sommer mittlerweile genauso hoch wie im Winter", sagt Youssef. Um die Sicherheit zu gewährleisten, hat das Tourismusministerium Vorschriften erlassen, die für alle Einrichtungen gelten. Hotels, Incoming-Agenturen, Restaurants, Museen und auch archäologische Stätten dürfen ohne ein Hygienesicherheitszertifikat nicht öffnen. In den großen Touristenregionen am Roten Meer wie Hurghada, Sharm el Sheikh und Marsa Alam sei die medizinische Infrastruktur mit Blick auf die Besucher ausgebaut worden, berichtet Youssef. Für die Einreise ist ein negativer PCR-Test erforderlich, der nicht älter als 72 Stunden ist.

An den Flughäfen von Sharm el Sheikh und Hurghada wurden Covid-19-Testzentren eingerichtet, die PCR-Tests für Touristen durchführen, die ohne negatives PCR-Testzertifikat einreisen. Darüber hinaus bieten die Testzentren bei Bedarf PCR- und Antigentests für Touristen bei der Abreise in ihre Länder an, um deren sichere Heimkehr zu gewährleisten. Sollten Touristen positiv getestet werden, stellen Hotels die Gäste in separaten Zimmern unter Quarantäne und übernehmen die Kosten für Unterkunft, Essen und alkoholfreie Getränke bis zu ihrer Abreise. Schwere Fälle erhalten bis zur vollständigen Genesung kostenlos Medikamente und Behandlung in Krankenhäusern, verspricht das Gesundheitsministerium.

Um den Neustart im Tourismus zu planen, stehe man in engem Austausch mit deutschen Veranstaltern und Fluggesellschaften, sagt Youssef, der vor seiner Tätigkeit im Ministerium im Marketing und Vertrieb von großen Unternehmen arbeitete. Um den Luftverkehr zu fördern, wurde der Preis für Kerosin bis Ende Juni um 15 US-Cent pro Gallone gesenkt. Zunächst befristet bis Ende April sind zudem die Flughafengebühren ermäßigt.
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