Schock im Aqua-Dom

Mega-Aquarium im Radisson Berlin geborsten

Der Aqua-Dom in Berlin galt als das größte freistehende Aquarium der Welt.
flickr.com/photos via Wikipedia
Der Aqua-Dom in Berlin galt als das größte freistehende Aquarium der Welt.

Mit seinen 16 Metern Höhe galt es als das größte freistehende Aquarium der Welt – nun sind nur noch Trümmer übrig. Mehr als eine Million Liter Wasser ergossen sich in die Hotel-Lobby des Radisson Collection. Ursache ist möglicherweise Materialermüdung in Kombination mit Kälte.

Schock bei Hotelgästen und Anwohnern im Berliner Radisson Collection nahe des Alexanderplatzes: Gegen 5.45 Uhr am Freitagmorgen hat es in dem Gebäude eine "Explosion" gegeben. Kurz darauf wurde die Lobby des Hotels mit mehr als einer Millionen Liter Wasser überflutet, die Trümmerteile des Aquariums und der Hotelfassade wurden bis auf die Straße gespült. Da die Lage unklar war, löste die Berliner Feuerwehr einen "Massenfall von Verletzten" aus und rückte mit gut 100 Einsatzkräften aus. Auch 100 Polizisten befanden sich vor Ort.


Bei der Explosion hat es aufgrund der frühen Uhrzeit nur zwei leicht verletzte Personen durch Glassplitter gegegen. Das Gebäude wurde zur Sicherheit mit DRK-Rettungshunden nach möglicherweise weiteren Verletzten durchsucht.

Wäre das Unglück während der Besuchszeiten zwischen 10 und 18 Uhr geschehen, wären die Folgen wohl dramatischer gewesen. Die Ursache für das Unglück ist nach Polizeiangaben noch unklar, einige Fachleute sprechen von Materialermüdung, möglicherweise in Kombination mit Kälte.

Das Aquarium im Berliner Dom-Aquarée galt als Touristen-Attraktion. In einem Aufzug konnten Besucher für 19 Euro durch das Innere der Anlage, die regelmäßig von Tauchern gesäubert wurde, hindurchfahren.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser hat das Platzen des Berliner Großaquariums als Hotelgast erlebt. Sie sei im Tiefschlaf geweckt worden und habe zunächst an etwas wie ein Erdbeben gedacht, sagte Weeser der dpa. "Das ist ein großes Desaster für die Fische und für das Hotel", erklärte Weeser. Tatsächlich haben Berliner Erdbeben-Seismografen die Explosion registriert. Wasserschäden erlitt auch das benachbarte DDR-Museum.

Den Betreibern zufolge handelte es sich um das größte, zylindrische freistehende Aquarium der Welt. Der Acrylglas-Behälter war 16 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von 11,5 Metern. In dem Becken lebten etwa 1500 Fische 100 verschiedener Arten. Die Tiere sind fast alle tot, nur wenige haben in Pfützen überlebt.

Die in Zusatzaquarien untergebrachten Fische in den Tiefgeschossen haben überlebt. Sie sollen in die benachbarte Unterwasserwelt Sealife gebracht werden, da im Aqua-Dom der Strom für die Sauerstoffversorgung und Heizung ausfiel.

Gefüllt war das Aquarium mit einer Million Liter Salzwasser, die auf ein Gewicht von 1000 Tonnen kommen. Erst im Sommer 2020 wurde die 18 Jahre alte Anlage umfassend modernisiert.

Die Gäste des Radisson mussten gegen 8.00 Uhr das Hotel verlassen. Dabei soll es sich um etwa 350 Personen handeln. Nun soll geprüft werden, ob durch die Explosion die Statik des Gebäudes betroffen wurde.

In dem Hotel finden immer wieder Veranstaltungen statt, unter anderem das von fvw|TravelTalk und VDR organisierte Forum Geschäftsreisen Ende 2019.

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