Rückkehr in die Gewinnzone

Die Pläne der Riu Hotels für dieses Jahr

Carmen und Luis Riu führen das Familienunternehmen mit Sitz auf Mallorca.
Riu
Carmen und Luis Riu führen das Familienunternehmen mit Sitz auf Mallorca.

Das spanische Familienunternehmen Riu hat 2021 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Für das laufende Jahr sind zahlreiche Renovierungen und neue Hotels geplant. Bei den Vertriebswegen gibt es eine Verschiebung.

Das von den Geschwistern Carmen und Luis Riu geführte Unternehmen mit Zentrale auf Mallorca hat gegenüber 2021 mit 4,2 Mio. Kunden den Umsatz um zwei Drittel auf 1,375 Mrd. Euro gesteigert und einen Betriebsgewinn erzielt, schreibt Luis Riu in einem Blog auf der Unternehmens-Website.

Der Umsatz liegt allerdings noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. 2018 etwa betrug der Umsatz noch 2,1 Mrd. Euro. Die Gruppe, an deren Hotelbetriebsgesellschaft die TUI 50 Prozent der Anteile hält, führt 100 Hotels in 20 Ländern mit 49.832 Zimmern und beschäftigt 28.004 Mitarbeiter.

Die Entwicklung war im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich: Während etwa die Hotels in der Karibik und in Spanien, vor allem auf den Kanaren, gut liefen, litt das Geschäft in Asien unter den Reisebeschränkungen. Nach dem Krisenjahr 2020, in dem die vor Corona hochprofitable Hotelgruppe einen Verlust verzeichnete, sei man nun aber für 2022 "gut aufgestellt, um zahlreiche Projekte in Angriff zu nehmen", erklärt der CEO.

In den vergangenen Jahren wurden bereits viele Resorts grundlegend renoviert, das setzt sich im laufenden Jahr fort. Dieses Jahr sollen das Riu Palace Madeira in Portugal, das Riu Karamboa auf Boa Vista auf den Kapverden und das Riu Santa Fe in Los Cabos in Mexiko in Angriff genommen werden. Auch das Riu Oliva Beach auf Fuerteventura soll bald folgen. Auf Mauritius bleiben beim Riu Le Morne und Riu Creole die vor einigen Jahren neugebauten Bereiche bestehen, doch die derzeitigen Gebäude werden abgerissen, um einen neuen modernen Komplex zu schaffen.

Bei den Neubauten steht laut Luis Riu in diesem Jahr das Riu Baobab im Mittelpunkt, das erste Hotel im Senegal. Die Eröffnung ist für April vorgesehen. Die All-Inclusive-Anlage verfügt über einen Splash-Wasserpark und auch Tagungseinrichtungen für den lokalen Markt. Zudem eröffnet die Gruppe in Mexiko in diesem Jahr neu das Riu Latino in Costa Mujeres und das Riu Palace Kukulcan in Cancún.

Auf Sansibar wird das Riu Jambo eröffnen. Auf Jamaika, wo Riu seit 20 Jahren aktiv ist und sechs Resorts betreibt, soll ein neues Hotel hinzukommen. Jamaikas Tourismusminister Edmund Bartlett kündigte auf der Reisemesse Fitur an, es werde sich um ein 700-Zimmer-Haus in der Region Trelawny an der Nordküste handeln.

Bei den Stadthotels sind die Bauarbeiten in Toronto und London laut Luis Riu fortgeschritten, zudem wurde ein Grundstück in Chicago gekauft. Allerdings wird erst im Jahr 2023 eines dieser neuen Riu Plaza eröffnet.

Verzögert hat sich die Eröffnung des zweiten großen Hotels am Times Square in New York. "Die Bauarbeiten sind beendet, die Eröffnung steht unmittelbar bevor, doch wissen wir aus Erfahrung, dass das Genehmigungsverfahren sehr komplex ist und daher derzeit noch andauert", schreibt Riu. Covid-19 und der Materialmangel hätten den Bau erschwert, das Proekt habe "viel Kummer und Geld" gekostet. "Aber wenn Sie mich fragen würden, ob ich noch einmal ein Hotel in New York bauen würde, würde ich ohne zu zögern 'ja' sagen", meint der Enkel des Firmengründers.

Mehr Online- und Direktbuchungen

Ein weiterer Trend, der 2020 begann und sich 2021 fortsetzte, war laut Riu der prozentuale Anstieg der Buchungen über die direkten Kanäle und OTAs, der Ende vergangenen Jahres 15 Prozent höher als 2019 gewesen sei. "Dieser Anstieg umfasst Kunden aus unterschiedlichen Kanälen, die zu ihrem Reisebüro der Wahl zurückkehren werden, wenn sich das Geschäft wieder normalisiert, sowie neue, meist lokale Kunden, die kurzfristig buchen und von denen wir glauben, dass sie uns treu bleiben", meint Riu.

Die Familie Riu hatte in der Krise ihren langjährigen Partner TUI gestützt, indem sie 21 Hotelimmobilien und Grundstücke kaufte. An der jüngsten Kapitalerhöhung nahmen sie jedoch nicht teil, so dass der Anteil an der TUI AG auf 2,4 Prozent sank.

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