Neuer Dorint-CEO Jörg Böckeler

"Ich habe großen Respekt vor dem kommenden Winter"

Jörg T. Böckeler führt vom 1. Januar 2022 an als CEO die Dorint Hotelgruppe.
Dorint
Jörg T. Böckeler führt vom 1. Januar 2022 an als CEO die Dorint Hotelgruppe.

Im Januar 2022 wird Jörg Böckeler Sprecher der Geschäftsführung bei Dorint. Was plant er? Wie sieht sein Blick nach vorn aus? Das erläutert er in einem Interview mit dem Fachmagazin ahgz.

ahgz: Gratulation zur neuen Position. Sie waren bisher COO, jetzt CEO. Ist der Blick aufs Unternehmen jetzt ein anderer?
Böckeler:
Ich bin dem Aufsichtsrat der DHI Dorint Hospitality & Innovation GmbH sehr dankbar, dass er mir das Vertrauen entgegenbringt, das Unternehmen zukünftig sowohl als Geschäftsführer als auch als CEO – zusammen mit Bettina Schütt als COO – zu führen. Dieser neuen, herausforderrnden Aufgabe begegne ich mit großer Freude und dem notwendigen Respekt. Selbstverständlich werde mich wie bisher mit großem Engagement um die Prioritäten des Unternehmens kümmern.


Was haben Sie sich als Erstes vorgenommen?
Veränderung heißt immer auch Aufbruch und verursacht sicherlich bei manchen Mitarbeitern eine gewisse Unsicherheit. Die Aufgabe der nächsten Wochen wird sein, das neue Team und die veränderten Aufgaben so zusammenzuführen, dass wir unsere hohe Dynamik beibehalten und unsere Prioritäten im Fokus behalten. Ziel ist es,  gut aufgestellt in die Zukunft zu gehen. Ich wünsche mir, dass wir dabei unsere Mitarbeiter, die #HotelHelden, motiviert mitnehmen können.

Wo sehen Sie wichtige Handlungsfelder und Handlungsbedarf?
Jetzt, in diesem Stadium der Pandemie, liegt unser Fokus weiterhin auf kontrolliertem Wachstum. Das bedeutet, dass wir mit unseren drei Marken sinnvoll weiter expandieren und so die Marken in unseren Märkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nachhaltiger positionieren. Damit sichern wir unsere Umsätze wieder stärker und können zugleich einen Mehrwert für unsere Gäste und für unsere Mitarbeiter schaffen. Darüber hinaus liegt der unbedingte Fokus auf Mitarbeiterbindung und -gewinnung, um der neuen Realität in unserer Branche zu begegnen. Dazu müssen wir uns mit neuen Arbeitszeitmodellen und veränderten Strukturen beschäftigen, um wieder an Attraktivität zu gewinnen, besonders für unsere Mitarbeiter.
„Unser Fokus liegt weiterhin auf kontrolliertem Wachstum.“
Jörg T. Böckeler

Sind neue Strategien geplant?
Neben der Strategie des kontrollierten Wachstums wird es für uns sehr wichtig sein, unser Angebot zu überdenken, um hier durch erhöhte Individualität und Kreativität neue Erlebnisse für unsere Gäste zu schaffen. Dies werden wir natürlich über unsere Web-Präsenz und die Social-Media-Kanäle sichtbar machen, deshalb wird in Zukunft auch in unserem Unternehmen die Digitalisierungs-Strategie eine wichtige Rolle spielen.

Wo, wie und wann wollen Sie wachsen?
Die Hotelobjekte müssen zum einen zu unserem Marken-Portfolio passen und sich zum anderen in Destinationen befinden, in denen ausreichend Nachfrage seitens typischer Dorint-Gäste möglich ist. Zurzeit sehen wir viel Potenzial, die Hommage Luxury Hotels Collection mit derzeit fünf Hotels bis Ende 2023 zu verdoppeln. Gerade haben wir die Betriebsübernahme des Grand Tirolia Kitzbühel vollzogen, was uns optimistisch stimmt. Darüber hinaus sehe ich auch noch viel Potenzial, unsere Marke Essential by Dorint weiter auszubauen, zumal sich dieses Hotelprodukt gut für den Franchisebereich eignet.

Blick nach vorn: Optimistisch oder verhalten?
Der Blick nach vorn ist deutlich optimistisch, denn wir sehen, dass der Geschäftsverlauf sich langsam normalisiert. Wir waren in den vergangenen Monaten immer wieder positiv überrascht, wie sich nicht nur das Leisure-Segment, sondern vor allen Dingen auch das Business- und Meeting-Segment mit kleineren Veranstaltungen wieder positiv entwickelt. Die Hotels übertreffen derzeit unsere Erwartungen und unsere Direktoren und ihre Teams sind außerordentlich engagiert. Trotzdem habe ich großen Respekt vor dem kommenden Winter und dem wieder ansteigenden Infektionsgeschehen. Ich hoffe, dass die neue Bundesregierung hier den mittelständischen Unternehmern eine Gesetzgebung an die Hand gibt, mit der wir die Situation erfolgreich meistern können.

Was wünschen Sie sich von der neuen Bundesregierung?
Ich wünsche mir vom zukünftigen Bundeskanzler und seiner Koalition die Akzeptanz, dass die Coronakrise sowohl betriebswirtschaftlich für den deutschen Mittelstand wie auch volkswirtschaftlich aufgearbeitet werden muss. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass unsere Branche endlich die politische Wahrnehmung bekommt, die sie verdient und damit wir alle. Daher engagieren wir uns in der neu gegründeten Union der Wirtschaft, einer Denkfabrik, die der gesamten Tourismuswirtschaft und damit auch unserer Branche mehr Lobby und damit Gehör in der Politik verschaffen wird.

Dieser Text erschien zuerst auf www.ahgz.de.

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