Toolbox des RKI

IHA fordert eine klare Öffnungsperspektive

Nach Meinung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Iserlohe wären sogar Entschädigungen für die Hotellerie geboten.
Dorint, Dorint
Nach Meinung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Iserlohe wären sogar Entschädigungen für die Hotellerie geboten.

"Es reicht!" schreiben Otto Lindner und Markus Luthe in ihrem aktuellen Blogbeitrag zur Corona-Pandemie. Zahlreiche Gastgeber schließen sich diesem Protest an.

In seiner Toolbox zum Stufenkonzept attestiert das Robert-Koch-Institut (RKI) dem Gastgewerbe gute Bewertungen. In der Gastronomie wird die Ansteckungsgefahr als moderat, in Hotels sogar als gering ausgewiesen. Angesichts der Tatsache, dass das Gastgewerbe als eine der ersten Branchen in der zweiten Coronawelle geschlossen wurde, nun insgesamt sechs Monate seit Pandemiebeginn geschlossen ist, macht die Branche in den Sozialen Netzwerken ihrem Ärger, aber auch der Verzweiflung Luft.
"Das Warten auf eine Öffnungsperspektive muss am 3. März endlich ein Ende haben!", schreiben Otto Lindner und Markus Luthe im Namen des Hotelverbands Deutschland (IHA) in ihrem jüngsten Blogbeitrag. Dieser wird von der Branche geteilt und mit positivem Zuspruch unterstützt.

"Die Bund-Länder-Runde muss einen nachvollziehbaren, belastbaren und überschaubaren Stufenplan vorlegen, der auch das Wiederhochfahren der Hotellerie nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebt! Die Erwartungshaltung der Branche ist genauso hoch wie berechtigt, dass die 17 Regierungen endlich einen Ausweg aus dem Dauer-Lockdown-Modus finden. Angesichts des Versagens der Staatsorgane beim Helfen, Impfen und Testen herrschen Verbitterung und Verzweiflung in der Hotellerie vor", heißt es weiter in dem Blog-Post der IHA.

Zahlreiche Gastgeber schließen sich diesem Protest mit Debatten in den Sozialen Netzwerken an und diskutieren. Auch Caroline von Kretschmann, Chefin des Europäischen Hofs in Heidelberg, greift dieses Thema mit einem LinkedIn-Post auf: "Die Mittel, um die Gesundheit der Menschen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems zu sichern, müssen geeignet, angemessen, erforderlich und verhältnismäßig sein. Nun die Frage: Ist es geeignet, angemessen, erforderlich und verhältnismäßig eine Branche zu schließen (bzw. nicht oder als Letztes wieder zu öffnen), die nachgewiesenermaßen ein niedriges Infektionsgeschehen hat?" Vladimir Saal, IBB Hotel Collection, ergänzt: "Hinzu kommt, dass auch die Anreise mit dem Fernverkehr, dem ÖPNV und dem eigenen Auto nur ein niedriges Risiko mit sich bringt. Unglaublich."

Am 3. März tagt die nächste Bund-Länder-Konferenz, die über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheidet. Als Orientierungshilfe für die Bundesländer legte das Robert-Koch-Institut (RKI) das Strategie-Papier "ControlCovid" vor. Grundlage sind Öffnungsszenarien in vier Stufen auf lokaler Ebene. Allerdings sind bereits im Vorfeld zahlreiche Länder mit eigenen Beschlüssen vorgeprescht. Hessen beispielsweise hatte schon die Öffnung seiner Außengastronomie zum 1. April angekündigt. Das Gastgewerbe fordert endlich klare Perspektiven im Vorfeld der nahenden Osterferien - unter anderem zahlreichen Aktionen in den kommenden Tagen.

Dieser Text erschien zuerst auf www.ahgz.de.

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