Buchungskanäle im Visier

Schwerer Cyber-Angriff auf Hotelkette IHG

Zur IHG gehört auch das Intercontinental Hotel in Amsterdam.
IHG
Zur IHG gehört auch das Intercontinental Hotel in Amsterdam.

Bei der Hotelgruppe IHG sind nach eigenen Angaben Buchungskanäle Ziel eines schweren Cyber-Angriffs geworden. Das genaue Ausmaß des Angriffs ist noch unbekannt. Doch eine Cyber-Intelligence-Firma liefert erste Informationen.

Die Intercontinental Hotels Group (IHG), gab eine Erklärung heraus, in der es heißt, dass sie einen "unbefugten Zugriff" auf eine Reihe ihrer Technologiesysteme untersucht.


Das in Großbritannien ansässige Unternehmen sagte, seine "Buchungskanäle und andere Anwendungen" seien seit Montag aufgrund eines schweren Cyber-Angriffs gestört.

Ausmaß des Schadens noch unklar

"Die IHG arbeitet daran, alle Systeme so schnell wie möglich vollständig wiederherzustellen", so das Unternehmen. Das Ausmaß und die Auswirkungen des Vorfalls werden aktuell detailliert bewertet. IHG ist mit Marken wie Intercontinental, Holiday Express und Crowne Plaza eine der größten Hotelgruppen weltweit.

Die IHG gab keinerlei Informationen über einen möglichen Verlust von Kundendaten heraus. Es wurde auch nicht ausdrücklich gesagt, dass es sich um einen Ransomware-Angriff handelt, aber die meisten Spekulationen deuten in diese Richtung, berichtet die Website "IT Pro".

Das Cybercrime-Intelligence-Unternehmen Hudson Rock teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass die IHG laut Daten, die mit der ihg.com-Domain verknüpft sind, mindestens 15 kompromittierte Mitarbeiter und mehr als 4000 kompromittierte Nutzer hat.

Eine Reihe von Reiseunternehmen betroffen

Im vergangenen Monat wurde ein Holiday Inn in Istanbul von einer Lockbit-Ransomware-Gruppe gehackt. Die Gruppe gelangte an klassifizierte Daten. Über das genaue Ausmaß der Attacke wurde seitens der IHG offenbar Stillschweigen vereinbart.

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Angriff und dem Ereignis in Istanbul gibt, bleibt unklar. Die Hotelkette war 2017 auch das Ziel einer dreimonatigen Cyber-Attacke, von der mehr als 1200 ihrer Franchise-Hotels in den USA betroffen waren.

In den vergangenen Jahren wurden bereits eine ganze Reihe von Reiseunternehmen wie Mariott, Sixt, FTI und British Airways Opfer von Hackerangriffen. Zumeist versuchen die Kriminellen, Zahlungen zu erpressen und drohen damit, erbeutete Kundendaten und interne Dokumente zu veröffentlichen.

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