Bürokratie

Bayern fordert flexiblere Arbeitszeit-Regelung

Die Dehoga begrüßt den Vorstoß zur Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes aus Bayern.
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Die Dehoga begrüßt den Vorstoß zur Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes aus Bayern.

Die Bayerische Staatsregierung will sich für flexiblere Arbeitszeiten einsetzen. Der Dehoga Bayern begrüßt die Pläne ausdrücklich.

"Wir müssen die Arbeitszeitgesetze endlich an die Realität der Lebenswelten der Menschen anpassen", sagte Arbeits- und Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) der "Rheinischen Post". Damit soll es auch erlaubt sein, an einem Tag mehr als zehn Stunden zu arbeiten. Dies könne Familien helfen und entspreche den Wünschen vieler Arbeitnehmer. Schon 2019 hatte die Landesregierung eine Gesetzesänderung für flexiblere Arbeitszeiten gefordert und eine Initiative im Bundesrat geplant. Dies blieb jedoch ohne Erfolg.

Dehoga Bayern Präsidentin Angela Inselkammer meint dazu: "Wir begrüßen die Pläne von Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf, sich für flexiblere Arbeitszeiten einzusetzen, ausdrücklich. Die Umstellung auf eine Wochenarbeitszeit wäre eine längst überfällige Anpassung an die Lebensrealität."

Arbeiten wenn Arbeit anfällt

Inselkammer betont auch die Notwendigkeit der Branche, die Wochenarbeitszeit, so wie die EU es vorsieht, umzustellen: "Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Rahmen einer Wochenarbeitszeit, ohne die Gesamtarbeitszeit zu erhöhen, ist längst überfällig. Damit dann gearbeitet werden kann, wenn Arbeit anfällt. Und das wollen nicht nur wir, das wollen in erster Linie unsere Mitarbeiter. Wir müssen dringend moderne, praxisgerechte und flexible Arbeitszeitregeln schaffen. Es ist nicht verständlich, dass immer weitere Möglichkeiten für Homeoffice geschaffen werden und gleichzeitig Mensch-zu-Mensch-Berufe, die nicht homeoffice-fähig sind, vergessen und damit unattraktiv gemacht werden. Wir brauchen eine Antwort auf das Homeoffice für die Mensch-zu-Mensch-Berufe."

An die Lebensrealität anpassen

Nicht nur der Arbeitskräftemangel in der Branche sei ein Argument für die Flexibilisierung der Arbeitszeit, auch habe sich die Arbeitswelt gewandelt. "Viele junge Menschen wollen keinen Vollzeitjob, sondern eher eine sichere Anstellung in Teilzeit, um nebenbei beispielsweise noch ein Studium oder eine Weiterbildung zu absolvieren oder sich selbstständig zu machen. Ein Alleinerziehender möchte dagegen vielleicht in einem Hotel arbeiten, aber auch ausreichend Zeit mit den Kindern verbringen. Er will lieber an zwei Tagen pro Woche zwölf Stunden arbeiten, als das Pensum zu stückeln. Da passt es dann nicht zur Lebensrealität, wenn das Arbeitsgesetz, das in der Branche alles nicht zulässt. Flexibilität ist der Schlüssel für krisensichere und zukunftsfähige Betriebe."

Auch Landesgeschäftsführer Thomas Geppert ist überzeugt: "Wir brauchen die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes und damit eine Wochenarbeitszeit – auch andere Branchen zeigen Anpassungsfähigkeit, indem die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten können. Wenn in anderen Branchen die Rede von New Work ist und digitale Nomaden überall auf der Welt arbeiten können, muss in diese Richtung auch im Gastgewerbe das hier mögliche Potential ausgeschöpft werden und dafür schafft eine Anpassung des Arbeitszeitgesetzes die notwendige Grundlage. In anderen Branchen hat Corona gezeigt, wie wichtig Flexibilität am Arbeitsplatz ist. Das Gastgewerbe muss hier die Möglichkeit bekommen, mit einem flexibleren Arbeitszeitgesetz und der Umstellung auf eine Wochenarbeitszeit nachzuziehen."

Forderung steht seit Jahren im Raum

Der Präsident des Dehoga Bundesverbands, Guido Zöllick, hatte Anfang November beim Branchentag in Berlin erneut gefordert, dass die aktuelle Multikrise dringend zum Anlass genommen werden solle, die starre Tages-Höchstarbeitszeit durch eine Wochen-Arbeitszeit zu ersetzen. So könnten die Betriebe besser mit den riesigen Herausforderungen umgehen und etwa eingeschränkte Öffnungszeiten effektiver planen. Auch der Dehoga Bayern setzt sich seit Jahren gemeinsam mit zahlreichen Wirtschaftsbranchen für ein flexibleres Arbeitszeitgesetz und die Umstellung auf eine Wochenarbeitszeit ein.

Dieser Text erschien zuerst auf www.ahgz.de.



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