Aktuelle Dehoga-Umfrage

Drei Viertel der deutschen Hotels erleiden Umsatzminus

Mitarbeiter treffen Umsatzrückgänge im Hotelgewerbe schnell. Kurzarbeit wäre eine kurzfristige Lösung.
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Mitarbeiter treffen Umsatzrückgänge im Hotelgewerbe schnell. Kurzarbeit wäre eine kurzfristige Lösung.

Das Coronavirus lässt Hotels und Restaurants leiden. Auch die Beschäftigten bekommen die Folgen der Krise inzwischen zu spüren.

Abgesagte Messen, weniger Gäste: Unter den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus leiden auch Hotels, Restaurants und Caterer. Bei einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga gaben rund drei Viertel der befragten Unternehmen an, Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Mehr als 90 Prozent meldeten weniger Neubuchungen. Die Umsatzausfälle belaufen sich demnach bei nahezu der Hälfte der befragten Betriebe auf Summen zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Bei jedem zehnten Unternehmen seien Verluste zwischen 50.000 und 100.000 Euro zusammengekommen.

Für die Firmen seien das erhebliche Verluste, die nicht zu kompensieren seien. "Viele unserer kleinen und mittelständischen Betriebe haben keinen Puffer", betonte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Dabei sei zu berücksichtigen, dass 25 Prozent der antwortenden Betriebe weniger als 250.000 Euro Jahresumsatz erwirtschafteten. Nahezu die Hälfte der Unternehmen liege bei unter 500.000 Euro.

Aufgrund der Absage großer Messen sind vor allem Caterer und Hotels betroffen. Hier lag der Anteil derjenigen Unternehmen, die Umsatzeinbußen vermeldeten, bei jeweils mehr als 80 Prozent.

Der Dehoga forderte staatliche Unterstützung für die Branche in Form von schnellen Liquiditätshilfen und Fördermaßnahmen. "Das Gastgewerbe fordert zudem die Verbesserung der Kurzarbeiterregelung. Dazu gehört insbesondere die hundertprozentige Erstattung der Sozialabgaben", hieß es.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) berichtet von negativen Folgen für Beschäftigte. In allen großen Hotelketten, aber nicht nur dort, gebe es Versuche, "im Lichte der aktuellen Ereignisse Verschlechterungen für die Beschäftigten" zu fordern – beispielsweise die Absenkung von sozialen Leistungen, Arbeitszeiten und Löhnen.

"Wir erkennen, dass nicht alle geplanten Umsätze durch die Unternehmen erzielt werden können", sagte eine NGG-Sprecherin. "Dies gehört allerdings zum unternehmerischen Risiko und ist weder von den Beschäftigten verantwortet noch beeinflussbar." Die Arbeitnehmer hätten in den vergangenen zehn Jahren nicht vom Boom profitiert, jetzt bestehe keine Veranlassung, ihnen das Betriebsrisiko aufzubürden. Zudem fordert die Gewerkschaft von Unternehmen, dass alle notwendigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten ergriffen werden.

Aufgrund des Coronavirus wurden in ganz Deutschland zahlreiche Großveranstaltungen wie Messen und Konferenzen abgesagt. In Berlin sollte vergangene Woche die Internationale Tourismusmesse ITB mit rund 160.000 Besuchern stattfinden. Die Hotels waren zu 100 Prozent ausgebucht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dehoga-Landesverbands, Thomas Lengfelder. Ein Großteil der Buchungen sei storniert worden.
An der Umfrage des Bundesverbands hatten sich nach Dehoga-Angaben rund 10.000 Unternehmen der Branche beteiligt.
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