Vulkanausbruch in Neuseeland (Update)

Polizei will Opfer am Freitag bergen

An einem Zaun bei der Küste in Whakatane, Neuseeland, wurden am gestrigen Mittwoch Blumen niedergelegt.
imago images / AAP / Ben McKay
An einem Zaun bei der Küste in Whakatane, Neuseeland, wurden am gestrigen Mittwoch Blumen niedergelegt.

Nach tagelangem Warten wegen der Gefahr eines neuen Ausbruchs will die neuseeländische Polizei die mutmaßlich acht Todesopfer auf der Vulkaninsel White Island nun an diesem Freitag bergen. Dies teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag in der Hauptstadt Wellington mit.

Bei dem Ausbruch von Neuseelands aktivstem Vulkan am Montag kamen nach einer bisher inoffiziellen Bilanz 16 Menschen ums Leben. Dazu gehören auch die Toten auf der Insel. Zwei Verletzte starben in der Nacht.

Mehrere Verletzte schweben noch in Lebensgefahr. Insgesamt 21 Menschen wurden am Donnerstag wegen teils schlimmer Verbrennungen in Spezialkliniken behandelt. Den Gesundheitsbehörden zufolge sind 16 davon in einem "kritischen Zustand"». Die Gefahr eines neuen Ausbruchs ist Experten zufolge immer noch nicht gebannt. In den vergangenen Tagen wuchs jedoch der Druck von Angehörigen, die Toten von der Insel zu holen. Befürchtet wird, dass sie bei einer neuen Eruption für immer verschwunden sein könnten.

Betroffen von dem Ausbruch auf der Insel, die für Touristentouren beliebt war, sind auch deutsche Urlauber. Das Auswärtige Amt ging davon aus, dass unter den Verletzten vier deutsche Staatsgehörige sind. "Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, nach denen Deutsche zu Tode gekommen sind", hieß es aus Berlin. Die Botschaft in Wellington bemühe sich weiter "mit Hochdruck um Aufklärung" und stehe in Kontakt mit den neuseeländischen Behörden. Wie schlimm die Bundesbürger verletzt sind, ist unklar.

Zur Zeit des Ausbruchs am Montag sollen 47 Menschen die Insel besucht haben – die meisten als Tagesausflügler eines Kreuzfahrtschiffs. Etwa die Hälfte der Besucher stammte aus Australien. Andere kamen aus China, Malaysia, den USA und Großbritannien. Nach einer bisherigen inoffiziellen Bilanz kamen 14 Menschen ums Leben - neben den acht noch auf der Insel Vermuteten erlagen sechs Menschen auf dem Weg von der Insel beziehungsweise im Krankenhaus ihren Verletzungen. 


White Island liegt in der Bay of Plenty im Nordosten vor der neuseeländischen Nordinsel. Der Vulkan gilt als gefährlichster des Landes. Er war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Das Eiland in Privatbesitz ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt.
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