Verkürzte Geltungsdauer

Genesenen-Status bleibt weiter drei Monate gültig

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt die Entscheidung, den Genesenen-Status statt wie bislang sechs Monate nur noch drei Monate lang anzuerkennen.
Imago / Political-Moments
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt die Entscheidung, den Genesenen-Status statt wie bislang sechs Monate nur noch drei Monate lang anzuerkennen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die umstrittene Verkürzung des Genesenen-Status nach einer Corona-Infektion von sechs auf drei Monate erneut als sinnvoll verteidigt. Die EU hatte kürzlich verlangt, es bei sechs Monaten zu belassen.

"Bei Omikron haben wir das Problem, dass derjenige, der sich an der Delta-Variante infiziert hatte, sich schon nach drei Monaten an Omikron infizieren kann", sagte Lauterbach. Der Genesenen-Status für sechs Monate sei mit Blick auf die nicht gebannte Infektions- und Ansteckungsgefahr daher nicht sicher.

Es habe zu dieser Entscheidung auch keinen Streit zwischen seinem Ministerium und dem Robert-Koch-Institut gegeben, bekräftigte Lauterbach als Reaktion auf mehrere Nachfragen von Journalisten zu der umstrittenen Herabstufung des Genesenen-Status auf drei Monate.

In anderen EU-Staaten gelten Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, für einen Zeitraum von sechs Monaten als genesen. Die Regel betrifft auch Menschen, die beispielsweise von einem EU-Land in ein anderes reisen wollen. In Deutschland war der Genesenen-Status Mitte Januar überraschend auf eine Zeitspanne von 28 bis 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test verkürzt worden. Zuvor hatten sechs Monate gegolten. Die Entscheidung löste teils heftige Kritik aus.

Lauterbach räumte ein, dass es hier zwischen dem RKI und seinem Hause ein "Kommunikationsproblem" gegeben habe. Er sei in die neue Festlegung des RKI zum Genesenen-Status nicht einbezogen gewesen. Inhaltlich sei die Entscheidung aber richtig, bekräftigte Lauterbach. Deutschland setze sich auch dafür ein, dass der Genesenen-Status auf EU-Ebene auf drei Monate verkürzt werde.

Der Bund könne es natürlich nicht kontrollieren, wenn in den Bundesländern zum Teil am Genesenen-Status von sechs Monaten festgehalten werde, sagte Lauterbach. Er halte dieses Vorgehen aber für falsch und werde "natürlich mit den Bundesländern über die Umsetzung sprechen".
3 Kommentare Kommentieren

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2.
Achim Schwebel
Erstellt 31. Januar 2022 18:19 | Permanent-Link

Du hast mehr als Recht!! Aber wer sich das weiterhin bieten lässt ist eher selbst schuld. Geht endlich auf die Strasse und zeigt diesen Diktatoren, wer in diesem Land das Sagen hat! Auf der einen Seite die Unternehmen kaputt machen und dann Ü 1 - Üx + KUG zahlen, um den Schaden zu begrenzen! Was für ein Irrsinn!! Und warten wir mal ab, ob es nicht wieder zurückbezahlt werden muss?! Diesen Leuten ist alles zuzutrauen, vor allem falsche Versprechen und absolute Skrupelosigkeit im Umgang mit den Bürgern, was sich täglich an der Entmachtung des Parlamentgs offenbart. Bin nur froh, dass ich diese Lügner (Ampel!) nicht gewählt habe!!!

Michael Hövel
Erstellt 31. Januar 2022 20:45 | Permanent-Link

@Achim Schwebel: Also das geht doch ein bißchen zu weit! Daß der erste Lockdown zumindest fragwürdig war, wissen heute wohl alle, zum damaligen Zeitpunkt mit der schmalen Datenlage ist das aber noch verständlich. Den Schaden für die Unternehmen hatten sie dabei klar unterschätzt, haben dann aber versucht ihn zu begrenzen, was ihnen auch zum Teil gelungen ist. Zurückzahlen müssen das aber nicht die Unternehmen, sondern unsere Kinder und Kindeskinder. Und jetzt kommt noch die Energiewende obendrauf. Da sind viel größere Fehler und Versäumnisse gemacht worden.
Was ich kritisiere ist, dass heute bei einer erheblich besseren Datenlage und fundierten Studien immer noch keine konsistente Strategie da ist, dass inkonsistente Beschlüsse gegen wissenschaftliche Erkenntnisse gefasst werden, und dass ausgerechnet derjenige zum Gesundheitsminister gemacht wurde, der seit zwei Jahren den Weltuntergang prophezeit. Und dass wirklich schlimme ist, dass ca. 70 Prozent der Deutschen ihm vertrauen und nicht willens oder interessiert genug sind, sich trotz aller Einschränkungen unserer Grundrechte mit der Materie zu befassen und dadurch erkennen, welche Inkompetenz in unserer Bundesregierung und unseren Landesregierungen versammelt ist - einzelne Regierungsmitglieder durchaus ausgenommen.
Man könnte jetzt allerdings auch die Ansicht vertreten, dass die Mehrheit der Bürger, die sich z.B. bzgl. des Genesenenstatus für Otto Normalverbraucher und Parlamentarier so auf der Nase herumtanzen lassen, keine bessere Regierung verdient haben. Allerdings zähle ich mich zu der denkenden Minderheit, die es einfach satt hat, jeden Tag neue Idiotien zu ertragen. Nur leider wird jeder Kritiker in diesem Land sofort als "Rechter" oder "Extremer" verteufelt, dabei ist die weit überwiegende Mehrheit der Kritiker weder das eine noch das andere. Und bei dieser Verteufelung machen Teile der Medien kräftig mit, zum Glück nicht die fvw.

1.
Michael Hövel
Erstellt 28. Januar 2022 15:25 | Permanent-Link

Können wir "Doomsday-Karl" nicht einfach in die Wüste schicken, wo er mit seinem Unfug, der keine wissenschaftliche Grundlage hat, keinen weiteren Schaden anrichten kann?
Und wieso gilt der Genesenenstatus für Regierungsmitglieder und Bundestagsabgeordnete weiterhin für sechs Monate? Haben diese Herren kraft ihres Status als in den Bundestag gewählte Bürger ein anderes Immunsystem bekommen? Oder einen Booster, der "Otto Normalverbraucher" vorbehalten wird? So langsam zweifele ich nicht nur an der Kompetenz von Herrn Lauterbach sondern von etlichen unserer Regierungsmitglieder sowie am klaren Verstand vieler unserer Abgeordneten - egal welcher Fraktion sie angehören!

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