Umstrittenes Bauprojekt

Baubeginn für Nicaragua-Kanal weiter unklar

So soll der Nicaragua-Kanal einmal aussehen – wann das Projekt tatsächlich realisiert wird, ist noch völlig unklar.
La Prensa Nicaragua/Youtube
So soll der Nicaragua-Kanal einmal aussehen – wann das Projekt tatsächlich realisiert wird, ist noch völlig unklar.

Ein Kanal zwischen dem Atlantik und Pazifik, dazu zwei Häfen und zwei Flughäfen: Nicaragua plant ein gigantisches Bauprojekt. Wann der Bau beginnt, ist noch unklar – obwohl der erste Spatenstich schon Jahre her ist.

Auch dreieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich für den Bau des Nicaragua-Kanals zwischen Atlantik und Pazifik gibt es noch kein offizielles Datum für den tatsächlichen Beginn. „Ich kann kein Datum nennen. Wir arbeiten noch an den Plänen“, sagte der Sprecher des Bauprojekts, Telémaco Talavera, im Fernsehen. „Der Kanal ist eine große Chance für Nicaragua, unabhängig davon, ob wir ihn jetzt bauen oder künftige Generationen.“

2013 hatte die nicaraguanische Regierung das Projekt angekündigt und die Konzession an das chinesische Unternehmen HKND vergeben. Neben der fast 300 Kilometer langen Wasserstraße sollen zwei Häfen, zwei Flughäfen, mehrere Fabriken und eine Freihandelszone entstehen.

Anwohner und Umweltschützer kritisieren das 50 Mrd. US-Dollar (aktuell etwa 42 Mrd. Euro) teure Projekt. Bauexperten hegen Zweifel an der Machbarkeit. Außerdem ist unklar, ob HKND genügend Investoren ins Boot holen konnte.

Der Kanal soll Reedereien eine Alternative zum kürzlich erweiterten Panama-Kanal bieten und viel Geld in das arme Land bringen. Nach Vorstellungen der Regierung könnten fünf Prozent des Welthandels auf den Meeren über den Nicaragua-Kanal abgewickelt werden. (dpa)

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