Themenpark geplant

Sorge um Welterbestätte Angkor Wat

Angkor Wat ist seit 1992 ein Unesco-Weltkulturerbe.
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Angkor Wat ist seit 1992 ein Unesco-Weltkulturerbe.

Die Sorge um die Zukunft der weltberühmten Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha wächst. Der Grund: Der Casino-Betreiber Naga Corp plant den Bau eines 75 Hektar großen Vergnügungsparks in unmittelbarer Nähe des archäologischen Komplexes in der Provinz Siem Reap.

Die Unesco teilt mit, sie habe "zahlreiche Appelle" besorgter Experten erhalten. Der Vorschlag im Umfang von umgerechnet 290 Mio. Euro sei im Januar bei einer Online-Sitzung des internationalen Koordinierungsausschusses für Angkor "mit besonderer Aufmerksamkeit" geprüft worden, so die UN-Organisation.


Die Meinung der teilnehmenden Denkmalschutz-Experten dazu sei "eindeutig negativ" gewesen. Die Nähe des geplanten Parks zu den geschützten Tempeln und "die Größe, der Umfang und das Konzept" könnten Auswirkungen auf Angkors "herausragenden universellen Wert" haben, schreibt die Unesco.

Die UN-Organisation werde in engem Kontakt mit der Regierung des südostasiatischen Landes bleiben. Die weitere Entwicklung werde zudem bei der 44. Tagung des Welterbekomitees Mitte des Jahres geprüft.

Das in Hongkong gelistete Hotel- und Freizeitunternehmen Naga Corp ist der größte Casino-Betreiber in Kambodscha. Im November 2020 hatte es Pläne für den Themenpark unter dem vorläufigen Namen "Angkor Lake of Wonder" bekannt gemacht. Die erste Phase des Komplexes soll unter anderem einen Wasserpark, zwei Fünf-Sterne-Hotels mit 500 Zimmern, eine "Chinatown" und einen Indoor-High-Tech-Themenpark umfassen.

Der Angkor Park gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt und umfasst etwa 400 Quadratkilometer. Die Anlage war zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert das Zentrum der Khmer Kultur und die erste Millionenstadt der Menschheitsgeschichte. Seit 1992 ist Angkor mit seinem berühmtesten Tempelkomplex Angkor Wat ein Unesco-Weltkulturerbe. 

1 Kommentar

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1.
Bettina Knisel
Erstellt 19. Februar 2021 18:01 | Permanent-Link

Das wäre ja eine Katastrophe!
Die Tempelanlage war ja schon seither sehr gut besucht und es gibt doch genügend Hotels in der Nähe.
Das käme einem Ausverkauf der Kulturstätte gleich.

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