Steigende Corona-Zahlen

Ohne Booster werden Einreisen schwieriger

Wessen zweite Impfung länger als 270 Tage zurückliegt, benötigt bei Einreisen für ein gültiges EU-Zertifikat entweder den Booster oder einen negativen Test.
E. Uelitz
Wessen zweite Impfung länger als 270 Tage zurückliegt, benötigt bei Einreisen für ein gültiges EU-Zertifikat entweder den Booster oder einen negativen Test.

Wie berichtet hat die EU beschlossen, die Gültigkeit des digitalen Covid-Zertifikats bis Ende Juni 2023 zu verlängern. Doch Vorsicht: Wer nicht geboostert ist, verliert neun Monate nach der zweiten Impfung seinen Schutz.

Es sieht nicht gut aus in Sachen Corona. In manchen Teilen Europas, darunter in Deutschland, steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit massiv an, immer mehr Menschen melden sich krank wegen Covid. So hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz binnen weniger Tage inzwischen fast verdoppelt – auf aktuell 472,4. Besonders hoch ist sie in Portugal mit fast 1400. Dort sterben zudem besonders viele Menschen an der Infektion. Aber auch andere westeuropäische Staaten wie Frankreich, Belgien oder Island melden wieder hohe Inzidenz-Werte.



Um dennoch das Reisen innerhalb Europas nicht zu gefährden, hat die Europäische Union (EU) wie berichtet gerade erst die Gültigkeit des sogenannten digitalen EU-Corona-Zertifikats bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Ziel sei es, radikale Einreisebeschränkungen oder gar Grenzschließungen wie vor allem in der ersten Phase der Pandemie zu verhindern. Auch bei hohen Inzidenzwerten soll das EU-Zertifikat einfaches Unterwegssein in Europa garantieren. Derzeit verlangen kaum noch Staaten diesen Nachweis. Das könnte im Herbst aber wieder der Fall sein.

Vorsicht bei fehlendem Booster

Grundsätzlich wäre das für Inhaber des Zertifikats kein Problem. Auch wenn der als QR-Code auf dem Handy gespeicherte Impfnachweis technisch nach 365 Tagen abläuft, lässt sich die Gültigkeit des Passes mit wenigen Klicks wieder erneuern. Nutzer werden darauf automatisch hingewiesen: Vier Wochen vor dem "Verfallsdatum" erhalten sie eine entsprechende Nachricht in der App, also entweder in der CovPass- oder der Corona-Warn-App.

Aufpassen müssen dennoch solche Reisende, die über keine Auffrischimpfung verfügen – also die dritte Dosis. Denn während die digitalen Nachweise von Geboosterten nach derzeitigem Stand zeitlich unbefristet gelten, ist dies bei "nur" doppelt Geimpften nicht der Fall. Ihre sogenannte Grundimmunisierung läuft neun Monate nach Erhalt der zweiten Dosis ab. Das hatte die EU wie berichtet vor einigen Monaten beschlossen. Und einzelne Staaten sehen sogar kürzere Fristen vor.

Test wäre nötig

Das bedeutet: Wer für den Herbst einen Urlaub plant und noch keine dritte Impfung hat, kann diese entweder innerhalb der 270-Tage-Frist problemlos nachholen. In diesem Fall wäre ein unbeschränktes Reisen voraussichtlich auch bei einer neuen Virus-Welle möglich. Oder er muss für Einreisen einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Auch damit wäre die 3G-Regel erfüllt.

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