Wenn die Wüste zum Kunstwerk wird

Abu Dhabis Oase Al Ain ist ein Fest für Kulturfans.

Fast 150.000 Palmen gedeihen in den Oasengärten von Al Ain.
DCT Abu Dhabi

Abu Dhabis Gartenstadt Al Ain ist die erste Unesco-Weltkulturerbe-Stätte der Vereinigten Arabischen Emirate. Schon seit der Jungsteinzeit siedeln hier die Menschen. Die große Vergangenheit begleitet die Besucher auf Schritt und Tritt. Auf Spurensuche unterwegs in der Wüste.

Mehr als 4000 Jahre alt ist die Gartenstadt Al Ain mit ihren Oasen. 630.000 Menschen leben hier mitten in der Wüste, nur eineinhalb Autostunden östlich der Hauptstadt und doch Welten entfernt. Al Ain ist das perfekte Ziel für alle, die authentischen Oasenalltag erleben möchten. Auf den pulsierenden Märkten, den Souks, werden emiratische Handwerkskunst und Teppiche, Gewürze, Parfum und vieles mehr feilgeboten. Und auch ein Kamelmarkt gehört zum exotischen Oasenalltag.

Das heutige Al Ain Palastmuseum war bis Ende der 1960er Jahre das Zuhause des Gründervaters der VAE.
Das heutige Al Ain Palastmuseum war bis Ende der 1960er Jahre das Zuhause des Gründervaters der VAE.
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Hightech für das Lebenselixier Wasser

Wie in Al Ain schon seit Jahrtausenden Landwirtschaft betrieben wird, davon kündet das Faladsch, das traditionelle Bewässerungssystem mit seinen gewundenen Pfaden unter dem lichten Blätterdach von knapp 150.000 Dattelpalmen sowie Mango-, Orangen- und Feigenbäumen, Bananenstauden und Jujubebäumen mit ihren dattelähnlichen Früchten. Das Wasser wird dabei über Kanäle sowohl unterirdisch wie auch über der Erde aus den nahen Bergen in die Oase geleitet, so dass hier ein grünes Paradies mitten in der Wüste entstehen konnte.
Khoos, die Flechtkunst aus Palmwedeln, gehört zum traditionellen Handwerk Abu Dhabis.
Khoos, die Flechtkunst aus Palmwedeln, gehört zum traditionellen Handwerk Abu Dhabis.
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Von alten Zeiten erzählt auch Qasr Al Muwaiji, die Festung, die bereits seit über 100 Jahren eine zentrale Rolle für die Vereinigten Arabischen Emirate spielt und heute Besuchern aus der Fremde hilft, die Geschichte des Landes zu verstehen. Mit ihrer Lehmziegelarchitektur, der schlichten Form, den vorspringenden Ecktürmen ist sie auch von außen ein Erlebnis und wie gemacht fürs Foto-Shooting. Genau hier wurde 1948 Scheich Chalifa bin Zayid, der Gründer der VAE, geboren. Die Festung war Regierungssitz und Versammlungsort für die Gemeinschaft. Heute feiert sie als Museum den Geist der großen Vergangenheit.
In der Festung Qasr Al Muwaiji wurde Scheich Chalifa bin Zayid, der Gründer der VAE, geboren.
In der Festung Qasr Al Muwaiji wurde Scheich Chalifa bin Zayid, der Gründer der VAE, geboren.
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Jedem Palmenmeer seine Festung

Ein weiteres Musterbeispiel für traditionelle Wüstenarchitektur ist das Al Qattara Fort ein paar Kilometer weiter, wo hoch über den Dattelpalmengärten der Oase Qattara ein Kunstzentrum und eine Galerie eingerichtet wurden und Besucher sich in Kreativkursen im Zeichnen und Töpfern, in Kalligrafie, Musik und Fotografie versuchen können.
Architektur mit Auszeichnung: Die Festung Al Jahili wurde mit dem Terra Award for Internal Design and Layout geehrt.
Architektur mit Auszeichnung: Die Festung Al Jahili wurde mit dem Terra Award for Internal Design and Layout geehrt.
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Die dritte Festung, die einst über das Palmenmeer wachte, ist das Al Jahili Fort inmitten eines üppig grünen Parks. Al Jahili gehört zu den größten Festungen der VAE, wurde in den 1890er Jahren gebaut und 2016 mit dem prestigeträchtigen Terra Award for Internal Design and Layout geehrt. Heute ist sie Kulturzentrum und Geschichtsmuseum in einem. Höhepunkt ist die Dauerausstellung über den Reiseschriftsteller und Fotografen Sir Wilfred Thesiger, der mit seinen Weggefährten aus den Emiraten und dem Oman in den 1940er Jahren zweimal die größte Sandwüste der Welt, das Leere Viertel (Rub' al Khali), durchquerte.
Glamping im Jebel Hafit Desert Park zu Füßen des höchsten Berges im Emirat.
Glamping im Jebel Hafit Desert Park zu Füßen des höchsten Berges im Emirat.
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In den Bergen lebt die Steinzeit weiter

Reise durch die Jahrtausende
Den Beginn der Bronzezeit in den VAE markieren die mehr als 500 kreisförmigen Gräber, die so genannten Bienenkorbgräber, in den Ausläufern des Jebel Hafit (1249 Meter) südlich von Al Ain. Neben Keramik entdeckte man in den 5000 Jahre alten Gräbern auch Stücke aus Kupfer. Im Hili Archaeological Park fanden Archäologen neben Resten von Gerste, Weizen und Dattelpalmen Bronzegegenstände, Töpferwaren und Hinweise auf Haustiere sowie eines der ältesten Beispiele der Faladsch-Bewässerung. Ein breites Spektrum an Lehmbauten – Wohnhäuser, Türme und Paläste – hinterließen die sesshaft gewordenen Wüstenbewohner ebenfalls in der Umgebung von Al Ain.

Wer dem britischen Wüstenabenteurer nacheifern möchte, sollte einen Abstecher in den erst 2020 eröffneten Jebel Hafit Desert Park unternehmen, einem wichtigen Bestandteil der Welterbestätte Al Ain. 20 Kilometer südlich der Oase wurde hier zu Füßen des höchsten Berges im Emirat ein neun Kilometer langer Wüstenstreifen mit archäologischen Überresten aus der Jungsteinzeit erschlossen: für Wanderer ebenso wie für Radfahrer dank eines Fahrradverleihs, auch auf Pferden, Kamelen oder geführten Buggy-Touren lässt sich das geschichtsträchtige Gelände erkunden.
Wer über Nacht im Park bleiben möchte, hat die Wahl zwischen dem eigenen Zelt, dem Beduinenzelt mit Frühstücksservice oder einem der luxuriösen, klimatisierten Luftblasenzelte – die Emiratis haben ihre Gastfreundschaft auch in der Wüste zur Kunst erhoben.
KONTAKT ABU DHABI
Department of Culture and Tourism (DCT) - Abu Dhabi
Fürstenrieder Str. 61, 80686 München
E-Mail germany@dctabudhabi.ae
visitabudhabi.ae/de
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