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Italien setzt seine Gärten in Szene

Typisch Italien: Villengärten mit Meerblick wie hier bei der Villa Rufulo in Ravello an der Amalfiküste.
Typisch Italien: Villengärten mit Meerblick wie hier bei der Villa Rufulo in Ravello an der Amalfiküste.

Schon Goethe schwärmte von den italienischen Gärten. Kein Wunder, dass Italien auch heute noch zu den Klassikern für Gartenreisen zählt. Mehr als zweihundert, teils jahrhundertealte Gärten in 30 Routen promotet allein die Vereinigung der Parks und Gärten Italiens. Moderne Gartenkünstler sorgen für immer neue Kreationen.

"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?", schrieb Goethe noch bevor er überhaupt aufgebrochen war in das verheißungsvolle Land südlich der Alpen. Die Italiensehnsucht war hierzulande schon damals weit verbreitet – nicht zuletzt wegen der eleganten Villen am Meer und der prachtvollen Parks von Palästen und Klöstern.

Verzauberte Natur: Der Giardino di Ninfa, 80 Kilometer südöstlich von Rom, hat seinen Namen von einem römischen Tempel für die Göttinnen des Quellwassers.
Verzauberte Natur: Der Giardino di Ninfa, 80 Kilometer südöstlich von Rom, hat seinen Namen von einem römischen Tempel für die Göttinnen des Quellwassers.

Gartenreisen auf den Spuren von Goethe

Goethe blieb am Ende fast zwei Jahre lang und bewunderte das Etschtal in Südtirol und den Gardasee, besuchte den Giusti-Garten in Verona und beschrieb die Pflanzen im Botanischen Garten von Padua. Er verfiel in Rom der magischen Mischung aus Kunst und Natur und malte die Farben Neapels und Siziliens in poetischen Bildern.

Von Goethes Gartenträumen erzählt auch das Portal gardenrouteitalia.it der Vereinigung der Parks und Gärten Italiens (APGI), das sich auf die Fahnen geschrieben hat, Italiens grüne Oasen in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren. Zwei Drittel der mehr als 200 angeschlossenen Gärten sind für Besucher geöffnet, die restlichen empfangen ganz exklusiv nach Terminvereinbarung.

Wasserspiele: Mehr als 500 Brunnen sprudeln im Garten der Villa d’Este in Tivoli in der Nähe von Rom.
Wasserspiele: Mehr als 500 Brunnen sprudeln im Garten der Villa d’Este in Tivoli in der Nähe von Rom.

Zu den Gartenenthusiasten der Antike

Venetien und die oberitalienischen Seen, die Toskana und Sizilien – Goethes Stationen haben auch die Reiseveranstalter von heute im Blick bei ihren Gartenreisen. Doch jede Region Italiens birgt Juwelen der Gartenkunst. Mit Berühmtheiten wartet beispielsweise die Umgebung von Rom auf, allen voran der Garten der Villa d'Este in Tivoli mit mehr als 500 Brunnen und fast 500 Jahren Geschichte. Zum Lustwandeln zwischen antiken Ruinen lädt ganz in der Nähe die Villa Adriana ein, wo einst der römische Kaiser Hadrian zur Sommerfrische weilte. Und römische Spuren finden sich auch ein paar Kilometer weiter im Park der Villa Gregoriana mit seinen Treppchen, Wegen und Durchgängen – ein Ideal der Romantik.

Legendäre Gärten mit Blick auf die Riviera

Weil es die Nordeuropäer schon im 19. Jahrhundert so magisch an die ligurische Küste zog, des milden Klimas und des entspannten Lebens wegen, ist hier ein weiterer Hot Spot für Gartenfreunde. So manches Anwesen kündet vom Lebensgefühl dieser Zeit. Andere spiegeln den Prunk der Republik Genua wieder. Pilgerziele sind etwa die Botanischen Gärten der Villa Hanbury hoch über dem Meer, die Parkanlagen von Villa Marigola am Golf von La Spezia, dem "Golf der Poeten", und die Gärten der Villa Faraggiana samt Brunnen und Triumphbogen. Ein besonderes Schmuckstück auf dem Kap von Portofino ist der italienische Garten der Abtei La Cervara – erbaut im 14. Jahrhundert –, wo die Buchsbaumhecken zeigen, wie die Natur die Fantasie beflügelt.

Liebe zum Detail: Am Giardino dei Tarocchi („Tarotgarten“) haben die Französin Niki de Saint Phalle und ihr Team 20 Jahre lang gewerkelt.
Jean Piere Dalbera
Liebe zum Detail: Am Giardino dei Tarocchi („Tarotgarten“) haben die Französin Niki de Saint Phalle und ihr Team 20 Jahre lang gewerkelt.

Die Fantasie treibt bunte Blüten

Von der Lust auf Gartenkunst zeugen auch eine Reihe modernerer Parks. Der prominenteste ist der Heller-Garten am Gardasee, wo der österreichische Künstler André Heller 2000 Pflanzenarten aus aller Welt angesiedelt hat und mit Kunstwerken, Wasserspielen, Klangelementen und Symbolen fernöstlicher Spiritualität kombiniert hat. Im Süden der Toskana hat sich die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle mit dem Tarotgarten ihren Gartentraum erfüllt. 10 bis 15 Meter hoch sind die bunten, mit Keramikfliesen und Glas verzierten Skulpturen, zwischen denen die Besucher dort wandeln.


Gemeinschaftskunstwerk: An dem Projekt Arte Sella in einem jahrhundertealten Wald im Trentino haben mehr als 300 Künstler mitgewirkt.
Gemeinschaftskunstwerk: An dem Projekt Arte Sella in einem jahrhundertealten Wald im Trentino haben mehr als 300 Künstler mitgewirkt.

Wenn die Kunst mit der Natur verschmilzt

Es geht aber auch wild und urwüchsig, zum Beispiel in dem Projekt Arte Sella: Eingebettet in den jahrhundertealten Wald des Suganertals im Trentino haben mehr als 300 internationale Künstler ihre monumentalen Werke aus Steinen und Baumstämmen, Ästen oder Erde hinterlassen.

Dass der Sinn für fantastische Kreationen indes keine Erfindung der Neuzeit ist, beweist der Park der Ungeheuer in Bomarzo, nördlich von Rom. 30 surreale Monumentalskulpturen aus dem 16. Jahrhundert – Drachen, Ungeheuer, Götter – sind hier in freier Natur verstreut und wurden erst in den 1950er Jahren wieder freigelegt – Gartenkunst für Fantasy Fans.

Italien als Land der Gartenkunst entdecken? Da hilft die neue Italien-Website.

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