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Auf köstlichen Weinwegen durch Aserbaidschan

Luftige Höhe: das Weingut von Chabiant nahe IsmayillI.
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Luftige Höhe: das Weingut von Chabiant nahe IsmayillI.

Dass man in Aserbaidschan grandiose Natur und eine jahrtausendealte Kultur erleben kann, hat sich bereits herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass in vielen Regionen des Landes auch hervorragende Weine produziert werden. Zahllose Weingüter laden zur Verkostung ein.

Schon vor mehr als 6000 Jahren wurde in Aserbaidschan Wein angebaut. Der Weinbau im großen Stil begann aber erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als sich deutsche Auswanderer in Goygol (einst Helenendorf) niederließen und neben ihrer schwäbischen Kultur auch fundierte Weinbaukenntnisse mitbrachten. 1860 errichtete der Weinhändler Christopher Fohrer in Goygol die erste kommerzielle Weinkellerei, die innerhalb weniger Jahrzehnte zum größten Weinproduzenten Aserbaidschans aufstieg.

Deutsche Wurzeln: Weinbau in Goygol, dem einstigen Helenendorf.
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Deutsche Wurzeln: Weinbau in Goygol, dem einstigen Helenendorf.

Es duftet nach Wein und Vergangenheit

Die Kellerei von Goygol gibt es auch heute noch. Im ehrwürdigen Weinkeller der Winzerei von 1860 weht noch immer der Duft der alten Zeit. Beleuchtet von schummrigem Licht und gut gekühlt durch meterdickes Mauerwerk lagern hier in riesigen Holzfässern die Schätze der vergangenen Ernten. Wer will, kann im historischen Degustationsraum Dutzende verschiedener Weinsorten und Schnäpse verkosten. Auch Ausritte in die Weinberge oder Kutschfahrten durch die Stadt Goygol werden angeboten. Die Nachfrage wächst stetig.
Von einer Weinbar zur anderen
Wer keine Zeit für längere Touren hat, kann sich auch in der Hauptstadt Baku einen Eindruck von der Vielfalt aserbaidschanischer Weine verschaffen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Weinbars wie Kefli, Room Baku, Port Wine & Grill, Double Eleven Wine Bar, Agora Wine Bar und Saqi sowie Marandi Winery, die alle neben internationalen Weinen auch regionale Weinspezialitäten auf der Karte haben. Lokale Reiseveranstalter in Baku bieten sogar geführte Weintouren durch die verschiedenen Bars an.

Innovative Winzer sorgen für Wein-Renaissance

Noch Ende der 1980er Jahre war Aserbaidschan die zweitgrößte Weinbauregion der Sowjetunion. Von der einstigen Bedeutung ist man heute zwar ein ganzes Stück weit entfernt, aber in den vergangenen Jahren hat es eine starke Rückbesinnung auf die alte Weinbaukultur gegeben. Dank umfangreicher Investitionen in neueste Technik und einer Generation experimentierfreudiger Winzer erlebt die Branche derzeit einen regelrechten Boom.

Neben lokalen Reben wie Madrasa, Bayanshira, Shirvanshahi oder Marandi werden zunehmend international bekannte Sorten wie Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Riesling, Muscat oder Merlot angebaut und zu interessanten Cuvées ausgebaut. Die schönste Art sie kennen zu lernen, ist direkt vor Ort im Rahmen von organisierten Weintouren. Die Auswahl der Weingüter, die ihre Tore für Touristen geöffnet haben, ist mittlerweile groß in Aserbaidschan.

Über Nacht auf dem Weingut

Zu den interessantesten Betrieben gehört das Weingut von Chabiant nahe Ismayilli, auch bekannt als Chateau Monolit. Auf 750 Meter Höhe inmitten einer wunderschönen sanft hügeligen Landschaft werden hier sowohl europäische als auch traditionelle aserbaidschanische Trauben angebaut. Neben einem gemütlichen Verkostungsraum und historischen Weinlagerhöhlen verfügt das Anwesen über eine kleine Pension mit Außenpool für Gäste, die länger bleiben wollen. Das lohnt sich besonders Ende August, wenn auf dem Weingut das Erntefest gefeiert wird und Ende November zum Vino-Nuovo-Fest, bei dem die jungen Weine erstmals probiert werden.
Internationaler Ruhm: das Weingut Savalan zu Füßen des Kaukasusgebirges.
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Internationaler Ruhm: das Weingut Savalan zu Füßen des Kaukasusgebirges.

Verkostung mit Blick auf schneebedeckte Gipfel

In herrlicher Landschaft mit Blick auf die Gipfel des Kaukasusgebirges liegt auch das Weingut Savalan nahe Gabala. Obwohl erst 2007 gegründet gehört der Betrieb heute zu den bekanntesten Winzern des Landes. Mittlerweile umfasst das Sortiment fast 20 Weine, von denen nicht wenige im Rahmen international renommierter Weinwettbewerbe ausgezeichnet wurden. In Deutschland gab es beispielsweise beim Grand International Wine Award des internationalen Wettbewerbs Mundus VINI 2020 die Goldmedaille. Neben Führungen mit verschiedenen Verkostungsmöglichkeiten hat das Weingut auch ein kleines Weinmuseum eingerichtet.
Weinbau in Meysari in einer der traditionellen Weinbauregionen Aserbaidschans.
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Weinbau in Meysari in einer der traditionellen Weinbauregionen Aserbaidschans.

Auf dem Weg von Baku in Richtung Ismayilli oder Gabala bietet sich Meysari als Zwischenstopp an, denn der Ort in Shamakhi, einer der traditionellen Weinbauregionen des Landes, ist Sitz der Weinkellerei Shirvan Wines, einem der jüngsten Winzer Aserbaidschans und der erste des Landes, der von der EU als Bio-Erzeuger zertifiziert wurde. Die ersten Rebstöcke wurden erst 2014 bepflanzt, die erste Ernte erfolgte 2017. Inzwischen ist die Rebfläche gewachsen, und es wurden ein Museum und ein Restaurant gebaut, um Weintouristen zu empfangen.
Aserbaidschan-Spezialität: Granatapfelwein vom Weingut Az-Granata.
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Aserbaidschan-Spezialität: Granatapfelwein vom Weingut Az-Granata.

Granatapfelwein mit langer Tradition

Darüber hinaus gibt es viele weitere Weingüter in Aserbaidschan, die einen Besuch wert sind. Zum Beispiel Ganja Sharab, das für seine erstklassigen Hanglagen bekannt ist, oder Marandi nahe Baku, das Weine aus Trauben keltert, die in den Fireland-Weinbergen auf der Halbinsel Absheron angebaut werden. Eine Besonderheit stellt das Weingut Az-Granata in Agsu dar. Neben klassischen Weinen werden hier auch Obstweine aus verschiedenen Früchten gekeltert. Aushängeschild und Namensgeber des Winzerbetriebes ist Granatapfelwein, der in Aserbaidschan eine lange Tradition hat und von Kennern wegen seines facettenreichen Bouquets sehr geschätzt wird.

Der Granatapfel selbst gilt als "König der Früchte" und wird im ganzen Land angebaut. Bekannteste Anbauregion ist Goychay am Ufer des gleichnamigen Flusses in der Schirwan-Steppe. Jedes Jahr im Herbst findet hier das landesweit bekannte Granatapfelfest (Nar Bayrami) statt, bei dem die Spätherbsternte mit traditionellen Tänzen, Musik und Wettbewerben gefeiert wird. 2020 wurde das Festival sogar in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Die Weinroute beginnt in Baku
Aserbaidschan ist Mitglied im Netzwerk Iter Vitis ("Die Wege der Weinrebe") des Europarats. Die Weinroute des Landes beginnt in Baku und führt zunächst in das Schirwan-Tal und zu den Weingütern Chabiant, Meysari, Aznar und Az-Granata. Weiter geht es in den Nordwesten, um das Weingut Savalan im Alazan-Tal zu erkunden, und später zu historischen Weingütern wie Goygol, Sherq Ulduzu, Ganja Sharab und Tovuz Baltiya. Für die ganze Route sind etwa zehn Tage nötig.

Brandy-Spezialisten: in den Weinbergen von Sharg Ulduzu.
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Brandy-Spezialisten: in den Weinbergen von Sharg Ulduzu.

Meisterhafte Spirituosen

Aserbaidschan war früher bekannt für hausgemachte Spirituosen aus exotischen Früchten wie Hundsrose, Pflaume, Feige oder Maulbeere. In einigen Regionen ist diese Tradition noch lebendig. Zudem stellen heute die meisten Weinkellereien Schnäpse und Obstwodkas von Weltklasse her. Seit alters her ist Aserbaidschan zudem bekannt für seine Brandys, was auch mit deutschen Traditionen verbunden ist. Heute führen Weinbaubetriebe wie Tovuz Baltiya oder Sharg Ulduzu diese Traditionen fort und produzieren hochkarätige Brandys der Güteklassen VSO, VSOP und XO.

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