Serie | Wege aus der Krise (2)

Thailand-Touristiker bereiten sich aufs Comeback vor

Thailand kämpft gegen das Coronavirus: ein Junge in Bangkok mit Gesichtsmaske.
imago images / ZUMA Wire
Thailand kämpft gegen das Coronavirus: ein Junge in Bangkok mit Gesichtsmaske.

Die Zeit nach der Krise im Fokus: Die Tourism Authority of Thailand arbeitet inmitten der Corona-Pandemie bereits am Neustart. Bei Meiers Weltreisen sind Thailand-Reisen im Winter sogar schon buchbar.

Seit Ende März herrscht Ausnahmezustand im Land des Lächelns: In der Südostasien-Nation mit 67 Mio. Einwohnern herrschen wegen der Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen, die Grenzen sind abgeriegelt. Schulen, Restaurants, Geschäfte und Unterhaltungsbetriebe sind geschlossen. "Sogar die alljährlichen Feierlichkeiten und Feiertage zum Neujahrsfest Songkran wurden abgesagt, um die Öffentlichkeit zu schützen", sagt Patsee Permvongsenee, Direktorin der Tourism Authority of Thailand (TAT) in Frankfurt für die D/A/CH-Region.

Der Tourismus, mit 20 Prozent Wirtschaftsleistung einer der wichtigsten Geschäftsbereiche des Landes, ist stark von der Corona-Krise betroffen. "Drastisch", wie es Permvongsenee formuliert. In den wichtigsten Urlaubszentren seien die meisten Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants, Kurorte, Strände und Parks geschlossen. Dazu wurde der internationale Passagierflugverkehr vorerst eingestellt. Inlandsflüge sind weiter erlaubt, doch viele Airlines haben den Betrieb eingestellt.

Coronavirus in Thailand

Bislang wurden in Thailand nach Angaben der Johns Hopkins University 2838 Covid-19-Fälle (Stand 23. April) verzeichnet. Die Gebiete mit den am meisten infizierten Menschen liegen in den zentralen Provinzen, insbesondere in der Hauptstadt Bangkok.


Für Jörn Kraußer, Asien-Direktor bei Meiers Weltreisen, ist dies "der womöglich schwerste Einschnitt für den Tourismus in Thailand". Nichtsdestotrotz arbeite man momentan mit Hotel- und DMC-Partnern vor Ort bereits am Comeback. "Die Leistungsträger müssen auf Basis verschiedener Marktöffnungsszenarien mögliche Kapazitäten planen und sich zusammen mit uns auf eine Wiederaufnahme des Reisegeschäfts vorbereiten."

Die DER-Touristik-Gruppe, zu der Meiers Weltreisen gehört, hat bereits 50 Prozent der Hotels, Rundreisen und weiteren Leistungen für den Winter 2020/21 zur Buchung freigeschaltet. "Thailand kann nach Einschätzung unseres Produktbereichs auf einen hohen Anteil von Stammkunden verweisen, die darauf warten, eine neue Reise dorthin anzutreten", meint Kraußer.
Hotels erhöhen Hygienestandards

Viele geschlossene Hotels nutzen die Gelegenheit, um geplante Renovierungen vorzuziehen und die Hygienestandards – sicher ein entscheidendes Auswahlkriterium potenzieller Gäste nach der Corona-Krise – zu optimieren. Ein Vorbild ist dabei China, wo der Hotelbetrieb wieder aufgenommen wurde. Die thailändische Gruppe Onyx etwa passt derzeit Hygienepraktiken aus China auf ihre Häuser in Thailand an.

TAT drückt beim Marketing auf den Pausenknopf

Da niemand weiß, wie lange die Reisebeschränken gelten, hält sich die TAT derzeit beim Destinationsmarketing merklich zurück. Momentan sei es wichtiger, "die Lage zu beobachten und sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten", sagt Patsee Permvongsenee. "Es ist die Zeit, auf die Pausentaste für normale Öffentlichkeitsarbeit, Social-Media-Inhalte und Marketingpläne zu drücken, denn das hier ist nicht 'Business as usual'."
Zweitwichtigstes deutsches Fernreiseziel

855.000 Deutsche reisten 2019 nach Thailand, ein Minus von knapp vier Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Bei den internationalen Einreisen sah es besser aus, allerdings nicht so gut wie erhofft: Thailand verfehlte sein selbst gestecktes Ziel von 40 Mio. Besuchern weltweit knapp und wuchs mit vier Prozent nur noch etwa halb so stark wie in den vergangenen drei Jahren – gewisse Sättigungsgrenzen könnten erreicht sein.


Entscheidend in der Krise sei es, das Vertrauen aufrechtzuerhalten und transparent, achtsam und klar zu kommunizieren, ob bei Pressemitteilungen, E-Learnings und Webinaren oder Kampagnen. Man wolle "nso bald wie möglich wieder mit unseren Branchenpartnern wie Veranstalter und Reisebüros zusammenzuarbeiten – auch um sie zu unterstützen. Darüber hinaus planen wir, unsere Zielgruppen über verschiedene Kanäle direkt zu erreichen."

Der Fokus bei der TAT liegt auf der Zeit nach der Pandemie. Dann wolle man "schnelle Entscheidungen treffen können und effektive Pläne bereithaben", so Permvongsenee. Zugleich mahnt sie: "Die Art und Weise, wie Endverbraucher reisen, ihre Entscheidungen treffen und ihre Reiseplanung durchführen, wird sich sehr wahrscheinlich ändern. Wir müssen unsere Aktivitäten an die veränderten Bedürfnisse anpassen, um unsere Zielgruppen erreichen und Thailand wieder auf der touristischen Karte der Reisenden positionieren zu können."

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