Reaktionen der Gastronomie

Geteiltes Echo auf 2G-Option in Hamburg

Volle Restaurants, Kneipen und Clubs: In Hamburg ist das seit Samstag wieder möglich. Aber nur für Geimpfte und Genesene. Getestete müssen draußen bleiben. Einige finden das gut – andere eher nicht.

In Hamburg zeichnet sich ein geteiltes Echo auf das seit Samstag mögliche 2G-Modell in der Corona-Pandemie ab. Während einige Kneipen, Restaurants und vor allem Clubs das Angebot begrüßen, lehnen es andere eher ab. "Die meisten meiner Gäste sind geimpft und warten nur darauf, dass sie wieder drinnen sitzen können", sagte Andreas Neumann, Geschäftsführer der Gaststätte Hardy's in Hamburg-Hoheluft, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er werde daher zum Oktober auf 2G umstellen, wenn alle seine Mitarbeiter geimpft sind. Mit dem neuen 2G-Modell könnten dann mehr als doppelt so viele Gäste in der Fußballkneipe Platz finden.

Das seit Samstag in Hamburg geltende 2G-Optionsmodell ist bislang bundesweit einmalig. Veranstalter und Wirte können damit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen, also auch aktuelle Tests akzeptieren. Wer mitmachen möchte, muss sich über eine Website anmelden. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte die Entscheidung des Senats damit begründet, dass Geimpfte und Genesene im Vergleich zu den Ungeimpften keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen hätten.

Andere Gastronomen, darunter die Promiköche Steffen Henssler und Tim Mälzer, wollen ihre Restaurants weiter für alle Gäste offen lassen. Ähnlich sieht die Situation in der Clubszene und auf der Reeperbahn aus. Während Olivia Jones, die einige Bars auf dem Kiez betreibt, auf Instagram darauf hinweist, dass das 2G-Modell nur eine Alternative ist, die für viele Gastronominnen und Gastronomen aktuell aber keine Option sei, freuen sich andere über die neuen Möglichkeiten. "Nur mit einer vollen Auslastung funktioniert es für uns wirtschaftlich", sagt Julius Horn von der Bar Freundlich + Kompetent in Hamburg-Barmbek.
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2.
Michael Heinrich
Erstellt 30. August 2021 09:15 | Permanent-Link

Eine "Freie" und Hansestadt Hamburg das war einmal, der nächste Irrsinn aus Hamburg ...

Jan Lehmann
Erstellt 30. August 2021 10:18 | Permanent-Link

@Michael Heinrich: Freiheit bedeutet doch auch, unter verschiedenen Optionen wählen zu können. Ist der Gastwirt nicht frei in seiner Entscheidung, welches Modell er wählt?

1.
Dietmar Pedersen
Erstellt 30. August 2021 08:56 | Permanent-Link

Nur mit dem 2G-Modell bekommt man Gaststätten und Discos wieder zu 100 Prozent gefüllt. Mit 3G hat man 100 Prozent Kosten bei 50 Prozent Einnahmen. Dann kann man den Laden gleich zu lassen.

Niemand muss sich impfen lassen. Es muss auch niemand den Führerschein machen. Nur ohne Führerschein ist man eben kein Autofahrer, sondern Fußgänger.

Stefan Grüttke
Erstellt 30. August 2021 13:56 | Permanent-Link

@Dietmar Pedersen: Das ist so nicht richtig. Die Begrenzung bei Veranstaltungen Indoor – sofern getanzt werden soll (darf), übrigens nur mit Maske – liegt bei 150 Personen. Voll ist anders.

Wo es sich lohnt ist für kleinere Bars / Locations die innen wieder ihre volle Kapazität mit 2G fahren können. Für Event Locations ist die Regelung völlig uninteressant. Bei der begrenzung wechselt man höchstens Geld (wenn man denn Glück hat).

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