Neunmonatsbilanz

Britische Urlauber wieder Nummer eins in Griechenland

Bucht auf Korfu, der bekanntesten der Ionischen Inseln in Griechenland.
Christian Wyrwa
Bucht auf Korfu, der bekanntesten der Ionischen Inseln in Griechenland.

In der Pandemie war Deutschland der stärkste Quellmarkt für Hellas. In den ersten neun Monaten haben bei den Einreisen britische Urlauber nun wieder knapp die Nase vorn. Aber die Besucherzahlen sind nur eine Seite der Medaille.

In den beiden vergangenen Jahren war Deutschland der stärkste Quellmarkt für Griechenland, 2021 kamen mehr als drei Millionen deutsche Besucher. Zum einen war das Land stark gefragt, weil es in der Pandemie mit klaren Corona-Regeln punktete. Zum anderen gab es im britischen Markt zeitweilig noch Reisebeschränkungen. Doch in diesem Jahr holt der britische Markt stark auf, wie aus den Daten der Bank of Greece hervorgeht.

In den Monaten Januar bis September stieg demnach die Zahl der internationalen Ankünfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 104 Prozent auf 23,7 Mio. Besucher. Davon waren knapp 3,9 Mio. Briten, ein Plus von 228 Prozent. Aus Deutschland wurden 3,6 Mio. Gäste registriert, ein Zuwachs von 64 Prozent. Stark erholte sich auch der US-Markt: In den ersten neun Monaten kamen 835.900 US-Amerikaner, ein Plus von 183 Prozent.

Trotz der Zuwächse liegen die Besucherzahlen in den ersten neun Monaten nach Angaben der griechischen Zentralbank aber immer noch um zwölf Prozent unter den Vergleichszahlen des Vor-Corona-Jahres 2019. Aus Russland kamen aufgrund der EU-Restriktionen nach dem Einmarsch in der Ukraine in den ersten neun Monaten nur noch 31.300 Besucher, im Vorjahr waren es mehr als doppelt so viele. Und der Reiseverkehr mit der Ukraine kam zum Erliegen.

Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr nahmen nach Angaben der Bank of Greece allerdings im Vergleich zu 2019 deutlich weniger ab: In den ersten neun Monaten 2022 wurden in dem für Griechenland wichtigen Wirtschaftszweig Einnahmen mit ausländischen Urlaubern von 15,6 Mrd. Euro erzielt, nur 3,1 Prozent weniger als im entsprechenden Vergleichszeitraum 2019.

Ob der britische Quellmarkt auch im gesamten Jahr vorn liegen wird, muss sich noch zeigen. Der Herbstferien-Monat Oktober war nach Angaben der deutschen Veranstalter für Griechenland stark gebucht. Außerdem wachsen die Umsätze weitaus stärker als die Besucherzahlen.

So meldete der Marktforscher Travel Data + Analytics (TDA) auf Basis der Buchungen im Vertrieb bis Ende August ein Umsatzplus von 22 Prozent für Griechenland. Dies beruht zum einen auf Preissteigerungen, zum anderen buchten viele Urlauber längere Aufenthalte oder höhere Hotelkategorien.

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