Neue RKI-Hinweise

Kein einziges Virusvariantengebiet mehr

Gute Nachricht für ungeimpfte Kanaren-Urlauber: Die Inselgruppe ist kein Hochrisikogebiet mehr.
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Gute Nachricht für ungeimpfte Kanaren-Urlauber: Die Inselgruppe ist kein Hochrisikogebiet mehr.

Das RKI hat mit Brasilien und Uruguay die letzten Virusvariantengebiete von seiner Liste gestrichen – damit entfällt für Geimpfte weltweit die Quarantänepflicht. Kreta, Rhodos und Mykonos werden Hochrisikogebiete, für die Kanaren gibt es hingegen Entwarnung.

Das ist vor allem für geimpfte und genesene Urlauber eine gute Nachricht: Sie müssen sich in keinem Fall mehr nach einer Reise in Quarantäne begeben. Grund ist, dass das Robert-Koch-Institut mit Brasilien und Uruguay die letzten beiden verbliebenen Virusvariantengebiete von seiner Liste genommen hat. Nur für diese galt noch die 14-tägige Quarantänepflicht für sämtliche Rückkehrer unabhängig vom Immunisierungsstatus.

Für ungeimpfte Urlauber hält das Auswärtige Amt hingegen eine gute und eine schlechte Nachricht bereit. Zunächst die schlechte: Wegen der stark steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen werden die griechischen Regionen Kreta und südliche Ägäis mit beliebten Urlaubszielen wie Rhodos, Kos, Karpathos, Paros und Mykonos neu als Hochrisikogebiete eingestuft.

Das bedeutet: Ungeimpfte, die aus diesen Regionen nach Deutschland zurückkommen, müssen sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Nach dem fünften Tag können sie sich durch einen negativen Corona-Test "freitesten". Für Geimpfte und Genesene mit entsprechendem Nachweis (zum Beispiel digitales EU-Zertifikat über die Apps Covpass oder Corona-Warn-App) entfallen Test- und Quarantänepflicht.

Ebenfalls neu als Hochrisikogebiete gelten:
- Brasilien (statt Virusvariantengebiet)
- Dominica
- Irland: die Regionen Border und West
- Kosovo
- Nordmazedonien

Insbesondere der Kosovo erreicht schwindelerregend hohe Corona-Zahlen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei über 540 und ist damit – nach Georgien (877) – die höchste in Europa.

Die neuen Einstufungen gelten ab Sonntag (22. August), für Griechenland erst ab Dienstag.

Die gute Nachricht für Ungeimpfte: Die Kanarischen Inseln sowie die weiteren spanischen Regionen Asturien, Kastilien-La Mancha, Katalonien und Valencia sind keine Hochrisikogebiete mehr. Dasselbe gilt für Andorra.

DRV fordert Änderungen für Kinder

Dass die Bundesregierung jetzt wie bei Griechenland stärker regionalisierte Bewertungen vornehme, bewertet der DRV indes als begrüßenswert. "Leider gibt es aber immer noch keine Änderung bei dem Thema Quarantäne für Kinder", bemängelt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Dabei habe die EU beschlossen, dass Minderjährige, die mit ihren Eltern oder anderen Begleitpersonen reisen, von der Quarantäne ausgenommen werden sollten, wenn die Begleitpersonen beispielsweise aufgrund einer Impfung keiner Quarantäne unterzogen werden.

Nach Schätzung des Deutschen Reiseverbandes halten sich derzeit rund 150.000 Gäste mit Pauschalreiseveranstaltern in Griechenland auf. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an Gästen, die selbstorganisiert das Land bereisen.

Damit ergibt sich nun das folgende Gesamtbild:

Als Hochrisikogebiete gelten:

  • Ägypten (Hochrisikogebiet seit 24. Januar 2021)
  • Algerien (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Argentinien (Hochrisikogebiet seit 18. April 2021)
  • Bangladesch (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Bolivien (Hochrisikogebiet seit 24. Januar 2021)
  • Botsuana (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021)
  • Brasilien (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021, Virusvariantengebiet vom 19. Januar 2021 bis 19. August 2021)
  • Chile (Hochrisikogebiet seit 3. April 2021)
  • Costa Rica (Hochrisikogebiet seit 9. Mai 2021)
  • Dominica (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
  • Ecuador (Hochrisikogebiet seit 31. Januar 2021)
  • Eswatini (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 31. Januar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Fidschi (Hochrisikogebiet seit 11. Juli 2021)
  • Frankreich – die folgenden Regionen und französischen Überseegebiete gelten als Hochrisikogebiete:

    • Okzitanien (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • Provence-Alpes-Côte d'Azur (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • Korsika (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • Guadeloupe (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • Martinique (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • Réunion (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • St. Barthélemy (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • St. Martin (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
    • Französisch-Guayana (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
    • Französisch-Polynesien (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
  • Georgien (Hochrisikogebiet seit 25. Juli 2021)
  • Griechenland - die folgenden Regionen gelten als Hochrisikogebiete:

    • Kreta (Hochrisikogebiet seit 24. August 2021)
    • Südliche Ägäis (Hochrisikogebiet seit 24. August 2021)
  • Haiti (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Honduras (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Indien (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
  • Indonesien (Hochrisikogebiet seit 18. Juli 2021)
  • Irak (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Iran (Hochrisikogebiet seit 24. Januar 2021)
  • Irland - die folgenden Regionen gelten als Hochrisikogebiete:

    • Border (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
    • West (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
  • Israel (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021) mit Ausnahme der Palästinensischen Gebiete
  • Kasachstan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Kenia (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
  • Kolumbien (Hochrisikogebiet seit 24. Januar 2021)
  • Korea (Demokratische Volksrepublik) (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Kosovo (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
  • Kuba (Hochrisikogebiet seit 18. Juli 2021)
  • Kuwait (Hochrisikogebiet seit 21. März 2021)
  • Lesotho (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 31. Januar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Libyen (Hochrisikogebiet seit 18. Juli 2021)
  • Malawi (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 7. Februar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Malaysia (Hochrisikogebiet seit 13. Juni 2021)
  • Marokko (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Mexiko (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Mongolei (Hochrisikogebiet seit 13. Juni 2021)
  • Montenegro (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
  • Mosambik (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 7. Februar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Myanmar (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Namibia (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 20. Juni 2021 – 31. Juli 2021)
  • Nepal (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
  • Niederlande – die folgenden überseeischen Teile des Königreichs der Niederlande gelten als Hochrisikogebiete:

    • Aruba (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
    • Curaçao (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
    • Bonaire (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
    • Sint Eustatius (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
    • Sint Maarten (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
    • Saba (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
  • Nordmazedonien (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
  • Oman (Hochrisikogebiet seit 20. Juni 2021)
  • Papua-Neuguinea (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Paraguay (Hochrisikogebiet seit 21. März 2021)
  • Peru (Hochrisikogebiet seit 3. April 2021)
  • Philippinen (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Portugal - die folgenden Regionen gelten als Hochrisikogebiete:

    • Algarve (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
    • Lissabon (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
  • Russische Föderation (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
  • Sambia (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 7. Februar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Senegal (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Seychellen (Hochrisikogebiet seit 14. Februar 2021)
  • Simbabwe (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 7. Februar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Spanien inkl. der Balearen (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021; einfaches Risikogebiet vom 11. Juli 2021 bis 26. Juli 2021) mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Asturien, Kastilien-La Mancha, Katalonien und Valencia sowie den Kanarischen Inseln (seit 22. August 2021)
  • Südafrika (Hochrisikogebiet seit 1. August 2021; Virusvariantengebiet vom 13. Januar 2021 – 31. Juli 2021)
  • Sudan (Hochrisikogebiet seit 31. Januar 2021)
  • Suriname (Hochrisikogebiet seit 23. Mai 2021)
  • Syrische Arabische Republik (Hochrisikogebiet seit 31. Januar 2021)
  • Tadschikistan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Tansania (Hochrisikogebiet seit 14. März 2021)
  • Thailand (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Trinidad und Tobago (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Türkei (Hochrisikogebiet seit 17. August 2021)
  • Tunesien (Hochrisikogebiet seit 25. April 2021)
  • Turkmenistan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Usbekistan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
  • Vereinigte Staaten von Amerika (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
  • Vietnam (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
  • Zypern (Hochrisikogebiet seit 11. Juli 202
Alle Angaben laut RKI.
2 Kommentare Kommentieren

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2.
Rainer Maertens
Erstellt 20. August 2021 16:55 | Permanent-Link

Wichtiger als das RKI sind inzwischen die Einordnungen Deutschlands in den Reiseländern. Wo nutzt eigentlich die Impfung (noch) was und bis zu welcher deutschen Inzidenz ist die Impfung noch ein Freibrief? Müssen Geimpfte im Winter Urlaub zu Hause machen?

1.
Deniz Ugur
Erstellt 20. August 2021 16:43 | Permanent-Link
bearbeitet

Ein guter Schritt, im gleichem Atemzug können auch alle Hochinzidenzgebiete gestrichen werden. Es ist eine deutsche Erfindung, die im Zeitalter hoher Impfquoten und geschützter Risikogruppen am Ende nur die Kinder, die sich nicht impfen lassen können, benachteiligt. Anfang September wird es der Pressespiegel in Deutschland mitten im Wahlkampf thematisieren. Mal sehen was die Meinungsforschungsinstitute dann den politischen Akteuren dann empfehlen werden. Wer sich hier zuerst positioniert, kann dabei noch gewinnen. Die Europäische Kommission prangert zurecht genau dieses Thema an.

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