Mallorca

Kein Cent von Touristensteuer für Projekte

Die balearische Regierung will weniger Massentourismus und mehr nachhaltigen Tourismus.
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Die balearische Regierung will weniger Massentourismus und mehr nachhaltigen Tourismus.

Mallorcas Touristenabgabe ist bis heute heiß umstritten. Nun fließt erstmals kein Geld aus der Ecotasa in Tourismusprojekte – sehr zum Unwillen der Hoteliers. Stattdessen wird in den Bau von Wohnungen investiert, ein Schloss gekauft und eine Fakultät eingerichtet.

Erstmals wird die Regierung Mallorcas kein Geld aus den Einnahmen der Ecotasa, der sogenannten Übernachtungssteuer, in Tourismusprojekte investieren. Das berichtet unter anderem "Mallorca Daily Bulletin".


Anders als in den vergangenen Jahren sind für das kommende Jahr fast 50 Prozent der Gesamtsumme von 139 Mio. Euro für umweltbezogene Projekte vorgesehen. So wollen die regierenden Linksparteien etwa 20 Mio. Euro in die Verbesserung der Wassernetze investieren, Mittel, die vor einigen Jahren vom Rat von Mallorca für die Gemeinden bereitgestellt wurden.

Sechs Millionen Euro sind für Investitionen in die Modernisierung und Anpassung von landwirtschaftlichen Betrieben an den Klimawandel sowie für Beihilfen an mehrere Gemeinden zur Verbesserung der Wasserversorgung vorgesehen, heißt es weiter in dem Bericht.

Weitere 1,1 Mio. Euro werden für den Kauf des Schlosses von Alaró, knapp 30 Kilometer nördlich von der Hauptstadt gelegen, ausgegeben und weitere 1,3 Mio. Euro sind für "experimentelle Anpassungen an den Klimawandel für die Bewohner der Balearen" vorgesehen.

Mittel der Ecotasa fließen auch in die Wohnungswirtschaft. 28 Mio. Euro werden für den Bau von Wohnungen ausgegeben, 15 Mio. Euro werden für den Kauf von Wohnungen, die weniger als 270.000 Euro kosten dürfen, verwendet. 13 Mio. Euro werden für die Förderung von 53 subventionierten Mietwohnungen ausgegeben.

Ursprünglich gehörte der Bau von Wohnungen nicht zu den Projekten, die mit der Ökosteuer finanziert werden konnten. Die Regierung hatte allerdings in der vergangenen Legislaturperiode ein Gesetz geändert, um mit der Ökosteuer Wohnungen bauen zu können. Der Mangel an Wohnungen sei eine negative Folge des Tourismus, hieß es zur Begründung.

Die Einführung der Ecotasa wurde vom Parlament der Insel im Juli 2016 beschlossen. Vorherrschendes Motiv für die Einführung der Steuer war der Wille, den bisherigen Massentourismus zu einem nachhaltigen Tourismus zu entwickeln. Zuletzt wurden die Sätze 2018 verdoppelt. Pro Nacht werden aktuell in einem Fünf-Sterne-Hotel vier Euro fällig. Generell zahlen Besucher je nach Art der Unterkunft und Jahreszeit zwischen 50 Cent und zwei Euro extra pro Nacht.

Die Hoteliers der Insel kritisieren immer wieder die Verteilung der Mittel. Sie ärgern sich etwa darüber, dass 13,3 Mio. Euro für die Einrichtung der Fakultät für Naturwissenschaften vorgesehen sind. Die Regierung verzerre die Steuer völlig und nutze sie nur als weitere Finanzierungsquelle für ihre Politik, heißt es dann.

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