Astana

Kasachstan nennt Hauptstadt wieder um

Kasachstans Hauptstadt Astana heißt nun wieder Astana.
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Kasachstans Hauptstadt Astana heißt nun wieder Astana.

Sie hatte schon viele Namen. Zuletzt war sie 2019 von Astana in Nur-Sultan umbenannt worden – zu Ehren des Langzeit-Präsidenten Nur-Sultan Nasabarjew, der das Land 30 Jahre lang regiert hatte. Nun kehrt man von diesem Namen wieder ab.

Die damalige Umbenennung erfolgte auf Vorschlag seines Nachfolgers Qassym-Schomart Toqajew, des jetzigen Präsidenten des mittelasiatischen Staates. Nun entschied er, den Namen der Stadt doch wieder in Astana zu ändern.

Die Stadt, die Ende 1997 zur Hauptstadt Kasachstans erklärt wurde, trug bereits mehrere Namen. Bis 1961 hießt sie Akmolinsk, anschließend Zelinograd (1961 bis 1992), danach Aqmola (1992 bis 1998), das vom kasachischen "weiße Grabstätte" abgeleitet wurde. Nach der Ernennung zur Hauptstadt hieß sie bis 2019 Astana – was übersetzt nichts anderes bedeutet als "Hauptstadt". Diesen Namen bekommt sie nun wieder zurück, nachdem sie drei Jahre lang Nur-Sultan hieß.

Astana ist eine weitgehend auf dem Reißbrett entstandene Stadt, in der zahlreiche international bekannte Architekten Bauwerke realisieren durften. Die Einwohnerzahl stieg seit 1997 von knapp 290.000 auf inzwischen mehr als 1,1 Mio. Menschen. Bei etwa zwei Drittel der Bewohner handelt es sich um Kasachen, zweitgrößte Gruppe mit etwa 20 Prozent sind Russen. Kasachstan hatte zur Sowjetunion gehört und wurde 1991 unabhängig.

Noch 1989 lebten zudem etwa 20.000 Deutsche in Astana. Dieser Anteil ist inzwischen auf unter 7000 geschrumpft. Das Land wird nach wie vor autoritär regiert. Erst Anfang 2022 kam es zu größeren Protesten gegen die Regierung, die auch mit Hilfe russischer Truppen niedergeschlagen wurden.

Nun will sich Kasachstan aber offenbar vom Erbe des Langzeitherrschers Nasabarjew stärker distanzieren. Neben der Umbenennung der Hauptstadt wurde auch entschieden, dass ein kasachischer Präsident künftig nur noch für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt werden darf.

2 Kommentare Kommentieren

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2.
Thomas Boffo
Erstellt 19. September 2022 17:15 | Permanent-Link

Ich wäre dafür Frankfurt in Bankfurt umzubenennen und Berlin in Kalkutta an der Spree.

1.
Sebastian von Stein
Erstellt 19. September 2022 10:24 | Permanent-Link

Ob das hilft mit sieben Jahren? Dann wird eben ein Autokrat nach dem anderen Präsident ...

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