Seit Montag

Großbritannien ist Virusvariantengebiet

Die Omikron-Mutante macht sich in England breit (im Bild das Seebad Brighton in Südengland).
Thinkstock
Die Omikron-Mutante macht sich in England breit (im Bild das Seebad Brighton in Südengland).

Zunächst hatte das Auswärtige Amt darauf verzichtet, gut einen Tag später holt die Behörde es nach: Wegen der massiven Ausbreitung der Omikron-Mutante in Großbritannien gilt das Land nun als Virusvariantengebiet.

Damit folgt Deutschland dem Vorbild Frankreichs, das bereits am Donnerstag ein Reiseverbot aus und nach Großbritannien verhängt hatte. Auch nach Deutschland dürfen Briten ab Montag nicht mehr reisen. Lediglich deutsche Staatsbürger dürfen zurückkommen, müssen sich jedoch für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das gilt für Ungeimpfte, Geimpfte und Genesene gleichermaßen.

Fluggesellschaften dürfen damit nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von Großbritannien nach Deutschland befördern. Es handelt sich zwar um kein förmliches Flugverbot, meist stellen Airlines ihre Verbindungen in Virusvariantengebiete jedoch ein.

Die Verbreitung der Omikron-Mutante in England nimmt inzwischen enorme Ausmaße an. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich täglich Hunderttausende Menschen in Großbritannien mit der Mutation ansteckten. Zum Vergleich: Im deutlich größeren Deutschland gibt es derzeit insgesamt etwa 40.000 Neuansteckungen pro Tag.

Die Stadt London hat heute den Katastrophenzustand ausgerufen. Mediziner rechnen damit, dass es ohne drastische Maßnahmen zu mehr als 3000 Krankenhauseinweisungen pro Tag auf der Insel kommen könnte. Es wird befürchtet, dass das Gesundheitssystem dies nicht verkraftet.

Am Freitag hatte das Auswärtige Amt lediglich fünf neue Hochrisikogebiete erklärt: Frankreich, Dänemark, Norwegen, Andorra und den Libanon. Mediziner und Politiker zeigten sich verwundert darüber, dass England nicht als Virusvariantengebiet eingestuft wurde. Dies hat das Robert-Koch-Institut nun nachgeholt.

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.

stats