Hier wird nicht gesurft

Hotel verbietet Handys und Laptops

Im Hotelzimmer dürfen die Gäste des Weinstadt-Hotels allerdings surfen.
www.weinstadt-hotel.de
Im Hotelzimmer dürfen die Gäste des Weinstadt-Hotels allerdings surfen.

„Ein gutes Gespräch ist wertvoller als klingelnde Handys und klappernde Laptop-Tastaturen.“ Mit diesen Worten begrüßt ein Hotel aus Weinstadt in der Nähe von Stuttgart Gäste auf seiner Homepage. Das Haus stellt sich gegen die Digitalisierung – und untersagt Handy und Laptops.

Im Weinstadt-Hotel weisen Aufsteller auf den Tischen auf das Verbot hin. „Wir sind der Meinung, dass Handy und Laptop überhand nehmen“, sagte die Geschäftsführerin vom Weinstadt-Hotel, Stéphanie Staudenmayer. „Wir möchten den Gästen einfach diese digitale Auszeit bei uns gönnen.“

Trotz der Aufsteller müssten aber immer wieder Gäste auf das Verbot hingewiesen werden. Zwangsweise auschecken mussten Handyjünger bisher zwar noch nicht, betonte die 49-Jährige. „Ob umgekehrt jemand nicht mehr bei uns eincheckt, weiß ich natürlich nicht.“ Aber: „Die Gäste, die man haben will, kommen erst recht.“ Zuvor hatten „Stuttgarter Zeitung“, „Stuttgarter Nachrichten“ und „Bild“ berichtet. Und ganz ohne Technik soll es auch nicht gehen: Das Verbot gilt nur im Frühstückssaal, auf der Sonnenterrasse und im angrenzenden Restaurant.

Das sieht man auch beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga so. „Die haben mit Sicherheit Rückmeldungen von Gästen, die sagen: ‚Da fühle ich mich besonders wohl’“, sagte Baden-Württembergs Dehoga-Sprecher Daniel Ohl. Das Handyverbot sei auch ein Alleinstellungsmerkmal. „Es ist sicher die Ausnahme.“ Weiter verbreitet sei die Aufforderung, auf das Handy zu verzichten, eher in besonders gehobenen Restaurants.

„Dass man darum bittet, vom Telefonieren am Tisch abzusehen, ist vor allem in der feinen Gastronomie schon so.“ Ganz auf WhatsApp und Gespräche mit den Liebsten muss aber auch im Weinstadt-Hotel niemand verzichten, betonte Staudenmayer. In den Zimmern gebe es W-LAN und: „Gäste haben in der Lobby die Möglichkeit, sich mit Handy und Laptop zu vergnügen.“ (dpa)

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