Großbritannien

Speisekarte zeigt CO2-Fußabdruck an

Kohlendioxid entsteht im Urlaub nicht nur durch die Anreise, sondern auch durch das Essverhalten in Restaurants.
Pixabay
Kohlendioxid entsteht im Urlaub nicht nur durch die Anreise, sondern auch durch das Essverhalten in Restaurants.

Rindfleisch aus Argentinien, Tomatenmark aus Sizilien, Salat von nebenan: Verführen CO2-Angaben auf der Speisekarte Urlauber zu klimabewusstem Essen? Ein britisches Restaurant gibt die Werte neuerdings für jedes Gericht an.

Das vorwiegend vegetarische Restaurant "The Canteen" im Südwesten Englands druckt dem Fernsehsende Euronews zufolge die jeweiligen CO2-Emissionen seit Mitte Juli gleich hinter den entsprechenden Gerichten ab. Sinn sei es, die Besucher dazu zu motivieren, umweltfreundlicher zu speisen. Vor allem, wenn Touristen zwischen zwei Angeboten schwankten, könne der CO2-Wert den Ausschlag bei der Wahl geben.

Dabei unterscheiden sich die Angaben sehr stark. Verursacht der Speisekarte zufolge Gemüse in Kichererbsenteig nur 16 Gramm Kohlendioxid (allerdings nur als Vorspeise), fielen bei einem Rindfleisch-Burger (den das Restaurant nicht anbietet) gleich drei Kilogramm an. Die britische Tierschutzorganisation Viva hatte Restaurants dazu aufgerufen, die Werte anzugeben. Die Aktion komme bei den Kunden gut an, berichten die Initiatoren.

Erst im Mai hatte eine Studie der Universität Würzburg ergeben, dass sich Menschen eher für eine klimafreundliche Speise entscheiden würden, wenn sie um die Höhe der CO2-Emissionen Bescheid wüssten. So hätten bei einem Praxistest mehr Besucher den Gemüse- als den Rindfleisch-Burger gewählt, berichtet ein Forschungsteam der Uni. Die Gerichte waren mit farblich unterschiedlichen CO2-Labels gekennzeichnet. Unterschieden wurde in "hohe", "mittlere" und "niedrige" Emissionen.

"Das Gebot, möglichst wenig Kohlendioxid auszustoßen, ist inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung etabliert", kommentierte Benedikt Seger vom Institut für Psychologie in Würzburg gegenüber dem MDR. Zeige ein Restaurant die CO2-Werte des Speiseangebots offen an, würden die Urlauber dieses Gebot automatisch auf die Essensauswahl in Restaurants übertragen. 

Zudem sei es vorteilhaft, wenn ein Restaurant seinen Burger mit Gemüse-Patty als Standardvariante präsentiere – und die Fleischversion erst weiter unten aufzeige. Dadurch könne die Hospitality-Branche ohne viel Aufwand Klimaschutz betreiben, schlussfolgern die Würzburger Forscher.



Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.

stats