Entwarnung an der türkischen Riviera

Weiter Brände in Türkei, Italien und Griechenland

In der Türkei und in Griechenland kämpfen Feuerwehrleute weiter gegen die Waldbrände. In der Türkei ist vor allem die Ägäis-Küste betroffen, die Feuer in der Nähe der Riviera sind unter Kontrolle. In Griechenland wurden in der Nähe von Athen weitere Orte evakuiert.

In der Türkei haben am Samstag mehr als 5000 Einsatzkräfte gegen die Flammen angekämpft. Besonders die Küstenregionen im Süden und Westen des Landes sind seit Tagen schwer von den Bränden betroffen. In Köycegiz und Milas in der westtürkischen Provinz Mugla hätten sich die Feuer in der Nacht ausgebreitet, teilten örtliche Behörden mit. Die Evakuierung mehrerer Nachbarschaften sei angeordnet worden.

Die Türkei kämpft schon den zwölften Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die südwesttürkische Provinz Mugla. Dort brach am Sonntagnachmittag der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge ein weiteres Feuer in der Nähe des internationalen Flughafens Dalaman aus. Von einer Beeinträchtigung des Reiseverkehrs war zunächst nichts bekannt.

Winde erschwerten in Mugla die Löscharbeiten. Wegen des gebirgigen und abschüssigen Geländes können Fahrzeuge das stark bewaldete Gebiet vom Land aus zudem schlecht erreichen. Löschflugzeuge und Helikopter warfen immer wieder Wasser ab. Unterstützung kam unter anderem aus Spanien, Russland, Polen und der Ukraine. Seit dem 28. Juli wurden in der Türkei nach offiziellen Angaben bereits mehr als 200 Flächenbrände in 47 Provinzen unter Kontrolle gebracht.

Auch für die Region Antalya konnten die Behörden Entwarnung geben: Alle Brände seien unter Kontrolle. Doch in der Provinz haben die Brände in der Nähe von Manavgat große Zerstörung hinterlassen, ganze Dörfer liegen unter Asche. Die Ferienregionen in der Nähe, vor allem der bei deutschen Urlaubern beliebte Ort Side, waren jedoch nicht betroffen. Auch die Rauchentwicklung hat aufgehört. Auf Bildern von Reisebüros und Kunden an der türkischen Riviera ist ein strahlend blauer Himmel zu sehen.

Evakuierungen im Norden Athens und auf Euböa

Im Norden Athens loderten die Flammen in der Nacht zum Samstag entlang vieler Kilometer und tauchten den Nachthimmel feuerrot. Noch am Abend wurden Orte evakuiert und die Menschen in Hotels, bei Verwandten und Bekannten untergebracht. Nachdem die Brände am Sonntag vorerst nachgelassen hatten, wurden die Löschflugzeuge  verstärkt auf der Insel Euböa eingesetzt. Auf der Insel gibt es zwei gewaltige Feuerfronten.

Allerdings wird die Arbeit der Rettungskräfte auf Euböoa erschwert: "Es gibt große Schwierigkeiten für die Löschflugzeuge, weil die Temperaturen extrem hoch sind und die Sicht sehr schlecht", sagte der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias. Zuvor mussten auf der Insel die rund 2000 Bewohner des Ortes Limni per Fähre evakuiert werden, weil der Landweg von den Flammen abgeschnitten war.

Sorgen auch in Sizilien und Kalabrien

Auch in Süditalien sind die Sorgen groß. "Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände'", erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri. Betroffen seien der Aspromonte Nationalpark im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Federparchi forderte, das Überwachungs- und Brandschutzsystem zu verbessern.

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