Digitales Event

Niederlande sieht großes Potenzial im Radtourismus

An die große Tradition des Radfahrens in den Niederlanden will das Tourist Board des Landes NBTC auch mit Blick auf Besucher aus Deutschland anknüpfen.
NBTC
An die große Tradition des Radfahrens in den Niederlanden will das Tourist Board des Landes NBTC auch mit Blick auf Besucher aus Deutschland anknüpfen.

Bei einem digitalen Event informierte das Niederländische Tourismusbüro über Pläne für den deutschen und den britischen Markt. Als eine Zielgruppe mit erheblichem Wachstumspotenzial hat die Destinationen Radfahrer im Blick.

In Sachen Tourismus spielt Deutschland für die Niederlande eine Hauptrolle. 82 Mrd. Euro gaben Besucher aus der Bundesrepublik 2019 im westlichen Nachbarland aus. Damit liegt Deutschland an dritter Stelle im Ranking der Ausgaben von Touristen – mehr gaben nur noch US-Amerikaner (136 Mrd. Euro) und Chinesen (227 Mrd. Euro) aus. Und auch wenn die Zahlen infolge der Corona-Pandemie deutlich eingebrochen sind: Das Niederländische Büro für Tourismus und Convention (NBTC) rechnet mit einer baldigen Erholung der Reisewirtschaft.

Zu erleben gestern auf einem Digital Event für Touristiker vor allem aus Deutschland und Großbritannien. Zwar brach allein die Zahl internationaler Ankünfte aus Deutschland von 2019 auf 2020 um 45 Prozent auf etwa 3,3 Mio. Touristen ein. Aber: Umfragen zeigten die hohe Bereitschaft der Urlauber, die Niederlande schon bald wieder zu besuchen, sobald die Auswirkungen der Pandemie nachlassen, erläuterte Martin Pohl, Market and Insight Manager bei NBTC.

Was die Urlauber aus Deutschland in den Niederlanden vor allem suchen, ist hingegen klar: Strandurlaub ist es, mit dem das Land bei seinem großen Nachbarn am meisten punktet. Da unterscheiden sich die Deutschen übrigens von den Briten: Für sie ist der wichtigste Grund für einen Besuch der Niederlande der Städtetourismus.

Was die Deutschen in den Niederlanden ebenfalls besonders häufig suchen, sind naturnahe Erlebnisse. Wenig überraschend daher, dass das Land unter anderem Radfahrer aus Deutschland als eine wichtige Zielgruppe mit Wachstumspotenzial identifiziert hat.

Radfahren nahm auch einen großen Teil im Digital-Event ein. Mit Themenrouten wollen die Niederlande das Geschäft fördern. Auf der 435 Kilometer langen Van-Gogh-Route durch die Region Brabant können sich Radfahrer auf die Spuren des wohl berühmtesten Malers des Landes begeben. Die Strecke kann auch gut nur Abschnittsweise befahren werden, denn sie ist unterteilt in insgesamt zehn Runden, die wie Puzzleteile teilweise aneinander grenzen.

Radfahren auf den Spuren der Hanse

Die Hanseatic-Cities-Cycling-Route bietet Radtouristen die Gelegenheit, historische Hansestädte abzufahren. Die Route beginnt in Nordrhein-Westfalen in Neuss und führt über Wesel und Kalkar hinein in die Niederlande. Dort liegen Städte wie Deventer, Hasselt und Kampen an der Route. Eine schöne Gelegenheit, die Niederlande auch mal jenseits ihrer touristischen Hauptzentren kennenzulernen.

Insgesamt böten die Niederlande ein Radwegenetz von 37.000 Kilometern, erläuterte Janna Kamphof, eine touristische Bloggerin, die auch mit dem Rad viel in der deutsch-niederländischen Grenzregion unterwegs ist. Sie erinnert in ihrem Vortrag zudem an die große Radfahrtradition der Niederlande, die das sehr gut erschlossene Radwegenetz erklärt.

Wie viele Radtouristen das Land jedes Jahr besuchen, ist unklar. Laut Erhebungen des NBTC sagen aber 36 Prozent der Besucher aus Deutschland, dass sie während ihres Urlaubs in den Niederlanden auch Radfahren. Die Zahl reiner Radtouristen werde zwar erheblich niedriger sein, sagte Martin Pohl. Dennoch habe das Thema großes Potenzial für die Niederlande.

E-Biker sind zahlungskräftig

Das gilt für den Wachstumsmarkt der E-Bikes innerhalb des Radtourismus. Diese Zielgruppe sei auch aus wirtschaftlicher Sicht besonders interesannt, so Pohl. "Zu dieser Gruppe gehören Menschen mit mittleren bis oberen Einkommen, die nicht nur Qualität suchen, sondern auch bereit sind, dafür mehr zu bezahlen." Innerhalb der E-Bike-Besucher seien beide Gruppen vertreten: Diejenigen, die eher Erholung und Komfort suchten, aber auch diejenigen, die ernsthadte sportliche Ambitionen verfolgten.

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